Eichenprozessionsspinner: Stadt erwartet neue Plage schon zeitnah – Neues Konzept zur Bekämpfung

dzGiftige Raupen

Für Großeinsätze der Schädlingsbekämpfer hat im vergangenen Jahr der Eichenprozessionsspinner gesorgt. Jetzt rüstet sich die Stadt zum Kampf gegen eine neue Generation der giftigen Raupen.

Dortmund

, 12.03.2020, 06:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es waren Szenen wie aus einem Katastrophen-Film: In Schutzanzügen saugten Männer gespenstisch aussehende Bäume ab. Und solche Aktionen gab es im vergangenen Frühjahr gleich Dutzendfach. Der Eichenprozessionsspinner hatte Dortmunds Grün fest im Griff.

Im vergangenen Jahr wurde die Stadt vom massenhaften Auftreten der Raupen, die in einem bestimmten Stadium mit ihren feinen Brennhaaren Menschen gefährden können, regelrecht überrumpelt, nachdem es in den Vorjahren nur vereinzelt Vorfälle gegeben hatte.

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In diesem Jahr sieht sich die Stadt aber gut gerüstet für eine erneute Raupen-Plage, mit der voraussichtlich ab April zu rechnen ist. Und dabei greifen die Experten des Grünflächenamtes auch zu ungewöhnlichen Mitteln: Auf den Arealen der städtischen Kitas, im Hoeschpark und im Zoo werden Nistkästen für Kohlmeisen aufgehängt.

Natürliche Fressfeinde

Sie gelten als natürliche Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners, erklärt der zuständige Baudezernent Arnulf Rybicki. Auch Schulen können sich an den Nistkasten- und Aufklärungsaktionen beteiligen und die Raupenplage im Unterricht zum Thema machen.

Eine zweite vorbeugende Maßnahme wird als Testlauf in größeren Grünanlagen wie dem Fredenbaum-Park, Hohenbuschei, dem Volksgarten Mengede und auf dem Friedhof Wischlingen gestartet. Hier werden Lebendfallen an den Baumstämmen installiert, kündigt Rybicki an. Sie fangen die Raupen in unterschiedlichen Stadien etwa durch einen Kunststoffring ein. Die Tierchen werden dann in einem Kunststoffsack gesammelt, der auch mit einem Lockstoff versehen werden kann.

Stärkerer Befall nicht ausgeschlossen

Das Problem ist: Ob und wie stark der Eichenprozessionsspinner wieder auftritt, ist schwer abzuschätzen. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass der Eichenprozessionsspinner auch in diesem Jahr wieder verbreitet auftritt, erklärt Rybicki. Man gehe bei der Einsatzplanung vorsichtshalber sogar von einem deutlich stärkeren Befall als in 2019 aus.

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Großflächige Absperrungen wie im vergangenen Jahr etwa im Fredenbaum-Park will man dabei möglichst vermeiden. Stattdessen werden mit Beginn der Raupen-Saison von April bis etwa August in Grünanlagen, Parks, Friedhöfen und Wäldern – sobald ein Befall festgestellt wird – einheitliche Info- und Warnschilder mit international verständlichen Piktogrammen aufgestellt, kündigt der Dezernent an. Die Schilder seien ein Appell an die Eigenverantwortlichkeit aller Dortmunder.

Mit Hilfe von Hubsteigern werden befallene Bäume abgesaugt.

Mit Hilfe von Hubsteigern werden befallene Bäume abgesaugt. © Stadt Dortmund

Im Ernstfall rücken aber auch wieder Schädlingsbekämpfer mit Schutzanzügen und Hubsteigern an, um befallene Bäume abzusaugen. Acht Teams hat die Stadt dafür gebildet, dazu werden auch wieder Spezialfirmen engagiert, erklärt Rybicki.

Koordiniert werden die Einsätze vom Grünflächenamt, das Prioritätenlisten anlegt. Vorrang haben dabei wie schon im vergangenen Jahr Schulen, Kitas und Kinderspielplätze vor öffentlichen Grünanlagen, Waldstücken und Straßenbäumen.

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Klar ist dabei: Die Stadt kann nur auf den eigenen Flächen eingreifen. Für private Flächen sind die jeweiligen Eigentümer zuständig, die von der Stadt angeschrieben und über mögliche Maßnahmen informiert werden.

Mit Schutzanzügen rücken Experten dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe.

Mit Schutzanzügen rücken Experten dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe. © Stadt Dortmund

Wichtig ist dabei, dass ein Befall mit dem Eichenprozessionsspinner rechtzeitig gemeldet wird. Die Verwaltung will dazu eine zentrale Raupenmelder-Telefon-Hotline einrichten. Außerdem können befallene Bäume per Mail an raupenmelder@dortmund.de gemeldet werden.

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