EDG-Standort im Dortmunder Süden ist völlig vermüllt – was die Zahl 125 damit zu tun hat

dzVermüllung

Umweltsünder vermüllen den EDG-Container-Standort an der Stadtgrenze zu Schwerte und sorgen so dafür, dass die Kosten für die Entsorgung auf die Allgemeinheit abgewälzt werden.

Lichtendorf

, 17.10.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An dem EDG-Container-Standort in Lichtendorf haben Umweltsünder zugeschlagen. An der Römerstraße sieht es aus, als ob jemand seinen gesamten Hausrat ausgekippt hat. Die Reaktionen in den öffentlichen Netzwerken sind heftig.

Lattenroste, Stühle und zerschlagenen Schränke. Dazu jede Menge Mülltüten und weiterer Plastikmüll. Die Bürger vor Ort sind entsetzt. „Ich hoffe, diese Leute, die so etwas machen, werden erwischt“, sagt eine Autofahrerin, die ihr Altpapier an dem Standort entsorgt hat und nur noch den Kopf schütteln kann.

Heftige Reaktionen in den öffentlichen Netzwerken

In den Sozialen Medien sind da die Reaktionen schon heftiger: „DAS IST UNGLAUBLICH. ICH HOFFE, DIESES NICHT SOZIALE WESEN IST GESEHEN WORDEN UND WIRD ANGEZEIGT! UND WENN ES JEMAND IST, DER AUF STAATSKOSTEN LEBT, MÜSSTE ER 4 WOCHEN DIE STRAßEN HIER OBEN REINIGEN! EGAL, OB STURM ODER REGEN!“, ist dort zu lesen.

Oder: „Das sieht ja schon ‚aufgeräumt‘ aus. Sonntagmorgen wurde das Ganze noch durch 6 rote Lederstühle, Regale und einen XXL Esszimmertisch ergänzt. Ich frage mich immer wieder, wie man so etwas ungesehen abladen kann. Von dem abgezockten, wirklich asozialen Verhalten mal abgesehen.“

Anmerkung der Redaktion: Fehler in originalen Kommentaren wurden in den Zitaten korrigiert.

Was sagt die EDG dazu?

Einige Bürger sehen in dem Standort an der Römerstraße einen „Problemstandort“, an dem schon öfter jede Menge „Fremdmüll“ abgeladen wurde. Aber was sagt die EDG dazu?

„Der Standort ist hinsichtlich Beistellung relativ unauffällig. Dieses wurde von der zuständigen Bereichsleitung bestätigt. Der Standort wird einmal pro Woche planmäßig dienstags gereinigt. Die Papiercontainer werden 5-mal in der Woche geleert (Mo, Di, Mi, Fr, Sa), die Glascontainer 2-mal wöchentlich (Mo, Do) und der Textilcontainer alle 14 Tage“, sagt Petra Hartmann, Sprecherin der EDG (Entsorgung Dortmund GmbH).

EDG-Standort im Dortmunder Süden ist völlig vermüllt – was die Zahl 125 damit zu tun hat

Der Containerstandort an der Primelstraße ist während der Baumaßnahmen an der Unterführung abgebaut. © Jörg Bauerfeld

Die Sprecherin liefert sofort auch Zahlen nach, die diese Einschätzung belegen. „Entsprechend der Auswertung des Container-Standortes an der Römerstraße sind in 2019 bei 14 Prozent der vorgenommenen Containerleerungen unerlaubte Abfallablagerungen (Anmerkung der Redaktion: Damit sind sammlungsfremde Abfälle gemeint) festgestellt worden.

Damit liegt der Standort was artfremde Abfallablagerungen angeht im unteren Bereich“, so Petra Hartmann. Genauer gesagt an der 125. Stelle der „Verschmutzungsliste“ der EDG.

Jetzt lesen

Der Fremdmüll wird über den Gebührenhaushalt finanziert

In diesem Jahr sei der Standort lediglich dreimal durch Vermüllung aufgefallen und gehöre damit zu den unauffälligen Standorten in Dortmund. Nur, wer trägt die Kosten für die Beseitigung des „Fremdmülls“, wenn es doch einmal passiert?

„Generell gilt, dass die Kosten für die Beseitigung von diesen oder anderen illegalen Abfallablagerungen über den Gebührenhaushalt refinanziert werden, das heißt, dass die Kosten von der Allgemeinheit zu tragen sind“, sagt Petra Hartmann.

Anders würde es sich verhalten, wenn der Müllsünder erwischt würde. Der müsste dann die Kosten der Entsorgung tragen und würde dazu noch ein Bußgeld bekommen.

Verschwundener Containerstandort wird wieder aufgebaut

Ein weiterer Container-Standort, der nur wenige Kilometer weiter nördlich liegt, ist auch in der Diskussion. Der Standort an der Primelstraße / Schwerter Straße ist gemeint.

Der ist nämlich aufgrund der Baustelle an der Bahnunterführung verschwunden. Laut Hartmann wird dieser aber nach der Beendigung der Baumaßnahme wieder aufgebaut. Bis dahin stehen die Ausweichstandorte an der Schlagbaumstraße 159 und an der Sölder Waldstraße 35 zur Verfügung. Dort können Altglas, Altpapier sowie Alttextilien abgegeben werden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Dorstener Zeitung „Ermittlungsdienst Abfall“

Neue Müll-Polizei für Dortmund: Was die Mitarbeiter dürfen – und wo sie im Einsatz sind