Supermarkt-Kunden steigen vermehrt auf Lieferservice um

dzEdeka Patzer

Viele Supermärkte bieten in diesen Zeiten einen Lieferservice an, darunter Edeka Patzer in Wickede. Für die Mitarbeiter ist der Service aufwendig – und er kann zu mächtig Ärger führen.

Wickede

, 07.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel intensiver als in Nicht-Corona-Zeiten wird von Kunden derzeit der Lieferservice angenommen, den Jörg Patzer (50) schon seit einigen Jahren an drei Tagen in der Woche für seinen Edeka-Supermarkt an der Eichwaldstraße in Wickede anbietet.

„Am Anfang der Krise sind wir geradezu überrannt worden“, sagt der Marktleiter, „da konnten wir gar nicht alle Wünsche erfüllen.“ Zum Beispiel dann nicht, wenn Anfragen aus weiter entfernten Stadtteilen wie Lütgendortmund kamen – von Interessierten, die das Wickeder Angebot im Internet gefunden hatten. „Wir müssen uns schon hier auf unser unmittelbares Umfeld konzentrieren“, sagt Patzer, „also Wickede, Husen, Kurl, Asseln und Brackel als Grenze.“

Ein Angebot für Ältere und Risikogruppen

Nutzer dieses Angebotes, das auch viele andere Supermärkte ihren Kunden machen, sind vor allem ältere Menschen und solche, die zur Risikogruppe gehören. In der Regel stelle der Mitarbeiter des Lieferservices den Warenkorb vor der Haus- oder Wohnungstür ab. Das Bezahlen laufe immer öfter kontaktlos mit der EC-Karte.

Einige Regale sind auch im Edeka-Markt von Jörg Patzer in Wickede noch leer – hier das Regal, in dem sonst das Mehl zu finden ist.

Einige Regale sind auch im Edeka-Markt von Jörg Patzer in Wickede noch leer – hier das Regal, in dem sonst das Mehl zu finden ist. © Andreas Schröter

Momentan habe sich die Nachfrage zwar wieder etwas reduziert, 30 bis 50 Lieferungen pro Woche seien es aber immer noch, so Patzer. Geld verdiene er nicht mit diesem Angebot, sagt er. Es sei ein Zusatz-Service, der der Kundenbindung diene.

Der Lieferservice bei Edeka Patzer wird montags, mittwochs und freitags angeboten. Bestellen werden am Vortag angenommen – per Telefon, Fax oder E-Mail:
  • Tel. (0231) 5339691, Fax (0231) 5339692
  • E-Mail an patzer1897.rr.eh@edeka.de
  • Ab einem Warenwert von 150 Euro ist die Lieferung frei. Ansonsten kostet sie je nach Warenwert zwischen 3,90 und 5,90 Euro.

Der Lieferservice sei aufwendig. Die Bestellung muss telefonisch aufgenommen, im Laden zusammengesucht und dann ausgefahren werden. Manchmal seien bestimmte Kundenwünsche nicht vorrätig. Dann müsse ein Mitarbeiter den Kunden zurückrufen oder die angeforderte Ware schlicht weglassen. Das habe schon zu mächtig Ärger geführt.

Einer der ebenfalls einen Supermarkt-Lieferservice nutzt, ist Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (70). Er sagt: „Wir lassen uns seit sieben Wochen beliefern, dreimal in der Woche kommen so auch Obst und Milch frisch ins Haus. Ich war zunächst skeptisch, aber die Lieferdienste nehmen uns Menschen im gefährdeten Alter den Stress und die Angst vor Gedränge wunderbar ab. Es wird pünktlich geliefert, auch Sonderwünsche werden erfüllt. Und wenn etwas unklar ist, ruft man an und fragt nach. Klasse Service.“

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Im Laden selbst, so Jörg Patzer, habe sich die Maskenpflicht hervorragend eingespielt. 95 Prozent der Kunden kämen dem nach. Am Anfang der Corona-Krise seien die Arbeitstage manchmal psychisch belastend gewesen – zum Beispiel, wenn sich ein Kunde strikt weigerte, einen Korbwagen anzufassen, obwohl der 40- oder 50-mal am Tag desinfiziert werde.

Sogar das zeitweise so beliebte Klopapier gibt es wieder in rauen Mengen. Was dagegen immer noch etwas zögerlich eintreffe, seien günstige Dosensuppen, Mehlmischungen, Nudeln, Seife und Desinfektionsmittel.

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