Edeka in Dortmund schließt: 12-Jährige sammelt Unterschriften

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Die Tage für diesen Edeka-Markt in Dortmund sind gezählt, so viel steht fest. Wann die Türen geschlossen werden, ist noch nicht ganz klar. Die Kunden aber sind schon jetzt aufgebracht.

Südost-Stadt

, 16.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur bei den wenigsten ist die schlechte Nachricht bislang angekommen: Der Edeka-Markt an der Märkischen Straße 237 wird schließen. Das Personal sagt nicht viel dazu, Inhaber Bernd Wegner allerdings bestätigt die Information.

Wann er die Türen im sogenannten Märkerhaus schließen wird, möchte er allerdings noch nicht mitteilen.

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„Das ist noch alles offen.“ Der Markt sei gekündigt, der Zeitpunkt stehe aber noch nicht fest. Im März soll eine Entscheidung fallen.

Bernd Wegner will sich dann auf seinen zweiten Edeka-Markt an der Märkischen Straße 82a konzentrieren. Dieser Laden ist neuer und hat einen großen Parkplatz und einen Aldi an der Seite.

Die Frage, ob es für den weiter Richtung Hörde gelegenen Edeka einen Nachfolger geben wird, hat die Edeka-Zentrale bislang nicht beantwortet.

Edeka in Dortmund schließt: 12-Jährige sammelt Unterschriften

Die Obst- und Gemüseabteilung heißt bei Edeka „Frische-Markt". © Susanne Riese

Für die Kunden ist das bitter. „Ich höre das zum ersten Mal“, sagt eine Frau, die den Markt mit schweren Einkaufstaschen verlässt. „Das ist ja schade. Es gibt ja hier sonst nicht viel.“

„Der Edeka ist für alle, die hier wohnen, sehr wichtig“, bestätigt Tanja Langer aus der Tewaagstraße. Dazu gehöre auch die Bäckerei Malzer im Foyer. „Der Laden ist auch ein Treffpunkt für unsere kleine Dorfgemeinschaft.“

Ihre Tochter Sarah (12) hat bereits eine Initiative gestartet, um den Markt vielleicht doch noch erhalten zu können. Die Zwölfjährige gehe gern einkaufen, auch für die älteren Nachbarn, erzählt ihre Mutter.

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„Viele Menschen, die hier wohnen, kaufen hier ein. Denn man benötigt kein Auto und es ist wie ein kleiner Dorfplatz. Jeder kennt jeden und jeder hilft jedem. Nun soll sang- und klanglos der Edeka geschlossen werden.“ Kaum jemand habe das bisher mitbekommen, schreibt Sarah in einem Hilferuf an die Redaktion.

Mit Freundinnen möchte Sarah Unterschriften gegen die Schließung sammeln. „Für die vielen älteren Menschen wäre es einfach schrecklich, kein Bäcker mehr, kein Edeka.“ Sarah schreibt weiter: „Ich hoffe so sehr, dass die Edeka-Zentrale einen Nachfolger sucht.“

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Tanja Langer vermutet, dass die Umsatzzahlen des Marktes besser aussahen, als die Berufskollegs noch um die Ecke angesiedelt waren. Zu der Zeit sei schon mehr los gewesen.

Das geplante große Bauprojekt entlang der Sckellstraße mit 200 bis 250 Wohnungen müsste dem Versorger allerdings eine gute Perspektive bieten. Und auch das ehemalige Goethe-Gymnasium und spätere Schuman-Berufskolleg will ein Investor in Wohnungen umwandeln.

Die Mitarbeiter hoffen, dass es irgendwie weitergeht. Ihnen sei eine Übernahme in den anderen Markt angeboten worden. Sie gehen ebenso wie die Angestellten bei Malzer davon aus, dass im Märkerhaus Ende des Jahres Schluss ist.

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