Dürre-Altlasten sorgen für erhöhte Waldbrand-Gefahr in Dortmund

dzTrockenheit

Seit einem Monat hat es in Dortmund nicht mehr richtig geregnet. Durch die Trockenheit wächst die Waldbrandgefahr. Wegen eines Phänomens sollten die Dortmunder besonders vorsichtig sein.

Dortmund

, 25.04.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitte März hat es zuletzt richtig in Dortmund geregnet. Seitdem sind im Raum Dortmund laut dem Deutschen Wetterdienst (DVD) lediglich knapp 2 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Das ist 25 Mal weniger, als sonst im April im Durchschnitt auf Dortmund an Regen niedergeht, nämlich 50 bis 55 Liter.

Während das zuletzt meist sonnige und warme Wetter den Dortmundern für Ausflüge und Spaziergänge entgegenkam, leidet Dortmunds Pflanzenwelt unter der Trockenheit. Zwar tat ihr der regenreiche Winter gut, aber: „Es reichte nicht, um den Wasserspeicher ganz aufzufüllen.“

Stadtförster: „Die Lage ist angespannt“

Das sagt der Dortmunder Stadtförster Sebastian Vetter. Wenn man den 49-Jährigen fragt, wie es Dortmunds Wald geht, antwortet er: „Die Lage ist angespannt.“

Der Dürre-Monitor des Helmholz-Zentrums für Umweltforschung weist für Dortmund eine schwere Dürre im Oberboden bis 25 Zentimeter Tiefe aus, beim Gesamtboden eine moderate Dürre.

Für Dortmund und den Rest von NRW gilt aktuell die Waldbrand-Gefahrenstufe 3 von 5. In den vergangenen Tagen gab es unter anderem im rheinischen Gummersbach und im Süden von Hagen größere Waldbrände

In Dortmund verzeichnete die Feuerwehr in diesem Jahr noch keinen Einsatz. „Aber die Gefahr besteht konstant“, sagt Sprecher Andreas Pisarski, „es ist einfach zu trocken“.

Im Vergleich zu anderen Regionen stehe Dortmunds Wald wegen seines hohen Anteils an Laubbäumen noch vergleichsweise gut da, meint Förster Sebastian Vetter. Diese seien weniger anfällig für Feuer als Nadelbäume. Dennoch gebe es bestimmte Waldstücke vor allem im Dortmunder Süden, in denen die Waldbrandgefahr sehr erhöht sei.

Die Dürre-Sommer 2018 und 2018 wirken immer noch nach

Das hat auch viel mit den Dürre-Sommern 2018 und 2019 zu tun. Noch nie in diesem Jahrtausend, sagt Vetter, seien in Dortmund so viele Bäume an Dürre-Folgen gestorben wie in den letzten beiden Jahren. Zwar sind Vetter und seine Kollegen seit Monaten damit beschäftigt, Totholz aus den Wäldern herauszuholen, doch wo es noch liegt, kann es wie ein Streichholz als Brandbeschleuniger wirken.

Daher bittet der Stadtförster die Dortmunder dringend, sich an die saisonalen Verbote zu halten: Vom 1. März bis zum 31. Oktober darf in Wäldern weder geraucht noch ein offenes Feuer entzündet werden. Wegen des drohenden Funkenflugs muss beim Grillen ein Mindestabstand von 100 Metern zu Wäldern gewahrt werden.

Grundsätzlich Sorgen um Dortmunds Wald müsse man sich aber nicht machen, sagt Vetter. Sollte es wieder einen solchen Dürre-Sommer wie in den letzten Jahren geben, werde der Stadtwald das in seiner Gesamtheit gut überstehen, besonders im Norden, wo der Boden feinlehmig sei und gut Wasser speichere.

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