DSW21 schafft vierten Vorstand an: Konzernchef Pehlke holt sich Finanzmann an die Seite

dzNeuer Vorstand bei DSW21

Ab 2020 soll es bei DSW21 einen vierten Vorstandsposten geben: Konzernlenker Guntram Pehlke möchte einen Finanzchef in den Führungszirkel holen. Für den Posten gibt es schon einen Favoriten.

Dortmund

, 07.10.2019, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neu ist der Plan nicht. Schon vor Jahren gab es bei den Dortmunder Stadtwerken (DSW21) Überlegungen, die Chefsessel in der Unternehmenszentrale zu erweitern. Bisher sind es drei: Vorstandschef Guntram Pehlke kümmert sich um die Finanzen und die strategische Ausrichtung des Konzerns. Hubert Jung hält die Hand über das Verkehrsressort (Bus und Stadtbahn), während sich Manfred Kossack als Arbeitsdirektor den Belangen der Beschäftigten und weiteren Aufgaben widmet.

Inzwischen sei DSW21 zu einem beachtlichen Stadtkonzern gewachsen, heißt es. DSW21 sei an mehr als 20 Unternehmen (wie DEW oder Gelsenwasser) direkt und an weiteren 100 Unternehmen indirekt beteiligt. Dabei gehe es um einen Wert von fast 1,4 Milliarden Euro und, beziehe man die Töchter ein, um mehr als 3600 Arbeitsplätze. Dadurch habe sich eine Fülle zusätzlicher Aufgaben ergeben. Die seien von einem Vorstandsvorsitzenden allein nicht zu bewältigen.

CDU will Debatte in Ratsgremien

Konzernchef Pehlke will sich künftig auf die „Steuerung und die strategische Ausrichtung“ konzentrieren und die generelle Richtung vorgeben. Der Finanzvorstand soll Finanzierungsfragen regeln und für die interne Abstimmung mit den Konzerntöchtern sorgen. Weiteres Argument, das Pehlke ins Spiel bringt: Ein eigenständiger Finanzchef habe bei Verhandlungspartnern wie etwa Banken deutlich mehr Gewicht als ein Prokurist.

Ginge es nach Pehlke, wäre der Finanzvorstand längst in Amt und Würden. Mangels politischer Mehrheiten wanderte der Plan ein ums andere Mal zurück in die Schublade. Zuletzt im Sommer dieses Jahres. Doch am Dienstag (1. Oktober) stimmte der DSW21-Aufsichtsrat der Einrichtung des neuen Vorstandspostens zu. Um die letzten Zweifler zu überzeugen, hatte Pehlke eigens die Unternehmensberatung Kienbaum aufmarschieren lassen. Deren Urteil: Vier Vorstände für einen Konzern mit mehr als einer Milliarde Umsatz und einer Bilanzsumme von 3,3 Milliarden Euro seien „marktüblich“.

Ingrid Reuter, alleinige Grünen-Vertreterin im 20-köpfigen Aufsichtsrat, stimmte gegen das Vorhaben. Die Begründung sei nicht stichhaltig. Die Sparkasse habe ihre Führung sogar verkleinert und einen von vier Vorstandsposten eingespart.

Die CDU schloss sich dem mehrheitlichen „Ja“ der Aufsichtsräte an. In Stein gemeißelt ist die Sache aber noch immer nicht: Die beiden CDU-Vertreter sehen weiter „großen Diskussionsbedarf“. Sowohl in der eigenen Fraktion als auch in den Ratsgremien. Weshalb sich im nächsten Schritt der Finanzausschuss am Donnerstag, 7. November, mit dem Thema befassen soll.

Neue Spielregeln bei Pensionen

Schätzungen zufolge wird der Vorstandsposten mit einem Grundgehalt von zunächst 280.000 Euro/Jahr vergütet. Im Januar 2020 soll der Finanzvorstand den Dienst antreten – wenn der Rat mitspielt. Spätestens im Dezember muss auch klar sein, wer den Job übernimmt. Namen sind in der jüngsten Aufsichtsratssitzung nicht gefallen. Mussten sie auch nicht: Dass DSW21-Finanzprokurist Jörg Jacoby (52) als Wunschkandidat von Pehlke in den Vorstand aufrücken soll, ist längst kein Geheimnis mehr. Jacoby wird sowohl in der SPD als auch in der CDU als ausgewiesener Finanzexperte geschätzt. Er hat das SPD-Parteibuch.

Für den künftigen Finanzchef gilt: Wie alle neuen Vorstände und Geschäftsführer im Konzern muss auch er künftig in eigener Regie für seine Pension sorgen. Neue Vorstände sollen so ausgestattet werden, dass sie die Beiträge für ihre Ruhestandsgelder privat aus eigener Kasse zahlen können. DSW21 will sich von den hohen Pensionslasten befreien. Sie summieren sich für die derzeit drei Vorstände auf aktuell gut 14 Millionen Euro, die DSW21 angehäuft hat.

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