Neuinfektionen: Für Dortmund gilt ein dritter Grenzwert außer 35 und 50

dzCorona-Maßnahmen

Die 7-Tage-Inzidenz beschreibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Grenzwerte von 35 und 50 sind geläufig. Für Dortmund gilt eine weitere Regel. Was heißt das?

Dortmund

, 21.10.2020, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Panne des Landesgesundheitsministeriums sorgte auch in Dortmund kurz für Verwirrung.

Landeskabinett beschließt weitere Corona-Maßnahmen

Am Freitag, 16. Oktober, beschloss das Landeskabinett um Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) weitere Schutzmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus.

So ist dort die Gefahrenstufe 1 definiert als ein Überschreiten des Corona-Inzidenz-Wertes von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in einer Stadt oder Regio. Dann werden beispielsweise Veranstaltungen mit über 1000 Personen untersagt oder die Maskenpflicht ausgedehnt, etwa auf "stark frequentierte Außenbereiche wie Fußgängerzonen."

Gefahrenstufe 2 ist eine Überschreitung der Inzidenz von 50, sollen Veranstaltungen nur noch bis einer maximalen Personenanzahl von 100 zulässig sein. Des Weiteren sind beispielsweise "der Betrieb gastronomischer Einrichtungen und der Verkauf alkoholischer Getränke von 23 Uhr bis 6 Uhr unzulässig". In dieser Gefahrenstufe befindet sich Dortmund momentan.

Niemand kann die peinliche Panne erklären

Die NRW-Staatskanzlei veröffentlichte auf ihrer Homepage allerdings auch noch eine dritte Warnstufe, die besagte: „Kommunen schreiben weitere zusätzliche Schutzmaßnahmen vor", wenn der Inzidenz-Wert von 50 zehn Tage lang oder noch länger überschritten wird.

Das Problem bei der dritten Warnstufe war, dass sie vom Landeskabinett nicht in die aktualisierte Coronaschutzverordnung aufgenommen wurde. Eine Sprecherin der Kanzlei konnte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nicht erklären, wie es zu dem Fehler kommen konnte. Der entsprechende Absatz wurde nach Bekanntwerden von der Homepage gelöscht.


Zehn-Tage-Grenze gilt wohl doch für Dortmund

Wo kam diese dritte Warnstufe her? Sie war in der Tat Bestandteil der Ergebnisse, die im Anschluss an eine Konferenz präsentiert worden waren - nämlich nach dem Telefonat, das Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Oberbürgermeistern der elf größten deutschen Städte führte - hier nahm auch Dortmunds Noch-OB Ullrich Sierau teil. Die besagte Zehn-Tage-Grenze wurde von den teilnehmenden Politikern beschlossen - sie gilt theoretisch also auch für Dortmund.

Dortmund liegt seit dem 14. Oktober über dem Inzidenz-Wert von 50 - bis zur Zehn-Tage-Grenze und den damit also wohl verbundenen neuen Beschränkungen wären es also nur noch wenige Tage. Was könnte also auf die Dortmunder zukommen?

Es sei laut Frank Bußmann, Pressesprecher der Stadt Dortmund, „mit Blick auf das aktuell sehr dynamische Infektionsgeschehen zu früh, zu diesem Zeitpunkt schon einzelne mögliche Maßnahmen zu nennen".

Das Ziel ist: Kein erneuter Lockdown

Auch der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Frank Renken, konnte am Dienstag auf einer Pressekonferenz zum örtlichen Bundeswehr-Einsatz gegen Corona nicht sagen, welche Maßnahmen nach dem Überschreiten der Zehn-Tage-Grenze beschlossen werden könnten. Es könne allerdings sein, dass zusätzliche „freiheitseinschränkende Maßnahmen", wie das Schließen von gastronomischen Betrieben, nötig werden.

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Es sei das Bestreben aller, einen erneuten gesellschaftlichen Lockdown zu verhindern, so Renken. Mit kleineren, gezielten Maßnahmen könne man einem Lockdown vorbeugen - und branchenspezifische Maßnahmen, wie Geschäftsschließungen oder Schließungen in der Gastronomie, würden auch Entschädigungen erleichtern. Zu einem Lockdown wie Anfang des Jahres, wird es aber wohl auch dann nicht kommen.

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