Drei Einbrüche in zwölf Tagen: Hörder Tennisclub rüstet auf

dzEinbruchserie

Clubheime sind beliebte Ziele von Einbrechern. Das Vereinsheim des Tennisclubs Hörde HTC traf es in der Vergangenheit besonders heftig. Jetzt zieht der Verein andere Saiten auf.

Hacheney

, 27.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Hörder Tennisclub HTC liegt idyllisch neben dem Höder Hallenbad in Hacheney. Der Preis der schönen, ruhigen Lage aber ist die schlechte Einsehbarkeit: Einbrecher können ungestört arbeiten. Und das taten sie in der Vergangenheit regelmäßig.

Seit 2003 wurde im Clubheim im Eichsfeld ganze zehn Mal eingebrochen, wie die Polizei bestätigt. Dieses Jahr bildet den traurigen Höhepunkt der leidigen Serie mit drei Einbrüchen innerhalb von zwölf Tagen.

Im Mai hebelten die Täter Türen auf, schlugen Scheiben ein und zerstörten Notverglasung. Sie erbeuteten Waren aus dem Gastronomie-Bereich, Bargeld und Elektronik, teilt die Polizei auf Anfrage mit. Es wurden innen teils mit Gewalt Türen, Schubladen und Schränke geöffnet.

Neun Plätze, eine Halle und das Vereinsheim gehören zur Anlage des HTC.

Neun Plätze, eine Halle und das Vereinsheim gehören zur Anlage des HTC. © HTC

Vereinsvorsitzende Doris Bischoff schätzt den aktuellen Schaden auf mindestens 10.000 Euro. Die Täter brachen das Büro auf und dort einen Schrank. Sie stahlen unter anderem einen PC, einen Drucker und einen Beamer.

Jetzt rüstet der 90 Jahre alte Verein massiv auf. Die Fenster sind bereits zum größten Teil vergittert, auf der Rückseite wird eine einbruchsichere Tür eingebaut. Dort wird zudem eine kleine „Flutlichtanlage“ installiert, sodass Einbrecher nicht mehr unbemerkt im Dunkeln wirken können.

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„Vereinsheime und -gastronomien liegen häufig abgeschieden“, so Polizeisprecher Peter Bandermann. „Fehlt eine soziale Kontrolle durch Nachbarschaft, sinkt das Entdeckungsrisiko. Deshalb sind Investitionen in den Einbruchsschutz sinnvoll. Pächter und Verpächter sollten gemeinsam beraten, wie sie vorgehen. Schließlich verfolgen sie das selbe Ziel.“

Gitter schrecken Täter ab

Die Polizei hält die Maßnahmen des Tennisclubs für äußerst sinnvoll: „Gitter vor Fenster und Türen bieten nicht nur wirksamen Schutz. Sie sind auch ein starkes Signal an den oder die Täter – sie erkennen auf den ersten Blick, dass sie lange arbeiten müssen und dabei zum Beispiel Lärm verursachen.“

Indra Naskar, sicherheitstechnischer Fachberater der Polizei, empfiehlt für äußere Türen und Fenster in und an Vereinsheimen eine höhere Sicherheitsklasse der Stufe RC3; für normale private Bereiche gilt RC2. Elektronik könne den mechanischen Schutz unterstützen: Durch Bewegungsmelder ausgelöste Scheinwerfer, Videokameras und Einbruchmeldeanlagen schrecken Täter ebenfalls ab.

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Die Elektronik müsse so installiert sein, dass der Täter keinen Zugriff darauf hat, um sie zu zerstören. Auch „Aufstiegshilfen“ wie Tische und Bänke dürfen nicht dazu führen, dass Kabel oder Hardware in die Reichweite des Einbrechers gelangen.

Der Experte der Polizei hat noch weitere Tipps, falls Einbrecher trotz der Sicherheitsvorkehrungen eindringen können:

  • Trinkgeldbehälter und Kassen sollten leer sein. Übrigens auch tagsüber, um potenzielle Einbrecher nicht über Beute zu informieren.
  • Einbrecher sollten keinen schnellen Zugriff auf hochwertige Elektronik haben wie Laptops, Tablet-PCs oder Beamer.
  • „Fallensicherung“: Täter sollten spätestens innen aufgespürt werden. Eine moderne Videoanlage kann den Betreiber über ein Smartphone informieren und die Bilder live übertragen. Dann gilt: Sofort die Polizei verständigen.

Grundsätzlich gelte aber: Das Budget so einsetzen, dass der Täter es erst gar nicht bis in die Räume schafft. Gut gesicherte Türen und Fenster sowie eine Videoanlage außen sollten Priorität haben.

Auf Videoüberwachung will die Vereinsführung des HTC allerdings vorerst verzichten. „Das ist aufgrund von Datenschutz und Persönlichkeitsrechten schwierig“, sagt Doris Bischoff. Die erste Vorsitzende hofft auf die Wirkung von Gittern, Sicherheitstür, Strahlern und weiteren Maßnahmen, die hier nicht alle verraten werden sollen.

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