Dortmunds dreckigste Turnhalle: „Wir schlagen nochmal auf die Trommel“

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Die Turnhalle, in der die Mitglieder des Kraft-Sport-Vereins Jahn Marten 05 trainieren, blieb nach Dragan Barićs Brandbrief in katastrophalem Zustand. Doch dann folgte ein Hoffnungsschimmer.

Marten

, 24.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dragan Barić ist Geschäftsführer des Kraft-Sport-Vereins (KSV) Jahn Marten 05. Seit Jahrzehnten trainiert der KSV in der Turnhalle der Steinhammer-Grundschule in Marten. Und der Zustand der Trainingsstätte werde immer katastrophaler, so Dragan Barić Anfang September im Gespräch mit der Redaktion.

Zu diesem Zeitpunkt war es so schlimm, dass sich die Vereinsmitglieder weigerten, in der Halle zu trainieren. Am 10. September hat der KSV-Geschäftsführer deshalb den Trainingsbetrieb eingestellt. Zuletzt hatte er sich mit einem Brandbrief an die Stadt Dortmund gewandt, um die Situation zu klären.

„Wir trainieren in Dortmunds ältester und dreckigster Turnhalle“, sagte er im Gespräch mit dieser Redaktion. Dabei bemängelte er nicht nur Hinterlassenschaften der kürzlich durchgeführten Ausbesserungsarbeiten in der Turnhalle.

Turnhalle bleibt dreckig

Dreck, Schimmel, Spinnweben, Wasserflecken und Ähnliches sind an Hallenboden, -decke und -wänden zu finden. Das sei der Schmutz von Jahrzehnten, so Dragan Barić bei einem Termin vor Ort. Dennoch gebe es stets nur Ausbesserungsarbeiten, eine Sanierung oder gar ein Neubau seien nicht in Sicht.

Die Stadt wies die Vorwürfe auf Anfrage zurück. Stadt-Pressesprecher Christian Schön versprach dennoch eine Grundreinigung der Halle. Zudem sollten Experten des Fachbereichs Liegenschaften der Städtischen Immobilienwirtschaft den Zustand eingehend überprüfen.

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Passiert sei davon bislang jedoch nichts, berichtet Dragan Barić am Dienstag (22.9.), zwölf Tage nach seinem Brief. „Es hat keinerlei Kommunikation mit der Stadt gegeben“, sagt der KSV-Geschäftsführer. Ob eine Grundreinigung stattgefunden habe, werde er erst sehen, wenn er das nächste Mal in der Halle sei.

Auch ob die Experten bereits etwas überprüft haben, sei unklar. „Wir werden im Ungewissen gelassen“, sagt Dragan Barić. „Aber in spätestens vier Wochen schlagen wir nochmal auf die Trommel, wenn bis dahin nichts passiert ist.“

Rats- und Bezirksvertreter wollen helfen

Während die Stadt sich noch nicht an den KSV gewandt habe, seien einige Ratsvertreter auf den Verein zugekommen. „Uns wurde Unterstützung zugesichert und wir möchten das Thema auch noch in die Bezirksvertretung bringen. Die haben das schon auf der Agenda“, sagt Dragan Barić.

Nur einen Tag später (23.9.) folgt für den KSV-Geschäftsführer bei einer Hallenbegehung ein unerwarteter Hoffnungsschimmer: Die Grundreinigung des Hallenbodens ist abgeschlossen. „Diese Entwicklung finden wir sehr positiv und hoffen, dass die Ursachen für die Feuchteschäden beseitigt, die Innenverkleidung gesäubert und die Platten an der Decke gestrichen werden.“

Doch zunächst könne der Trainingsbetrieb auch so wieder aufgenommen werden.

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