Mit Glück geht es mit großen Schritten voran: Am 20. Mai kehrt der Einzelhandel zu Click&Meet zurück, bei stabiler Inzidenz unter 100 fällt vielleicht schon eine Woche später die Terminvereinbarung. © Dennis Werner
Inzidenz unter 100

Dortmunds Händler vorm nächsten Öffnungsschritt – „verhalten optimistisch“

Vielleicht schon eine Woche nach der Rückkehr zu Click&Meet könnte der Einzelhandel noch weiter öffnen. Die Händler sehen aber nicht nur Vorteile beim nächsten Öffnungsschritt und es brauche einen wichtigen Partner.

Der erste vorsichtige Öffnungsschritt im Einzelhandel kam erst vor knapp einer Woche in Sicht, als die Inzidenz erstmals unter die wichtige 150er-Marke sank. Seit Mittwoch (19. Mai) gibt es neuen Grund zur Hoffnung: Die Inzidenz liegt in Dortmund endlich unter 100, am Mittwoch meldete die Stadt einen Wert von 84.

Wenn der Wert stabil bleibt und nicht wieder über die Marke klettert, könnte der Einzelhandel schon am Donnerstag (27. Mai) zu noch mehr Normalität zurückkehren, nachdem ab Donnerstag (20. Mai) schon wieder Click&Meet erlaubt ist.

Tests „verkomplizieren“, sind jetzt aber länger gültig

„Ich bin verhalten optimistisch“, sagt Tobias Heitmann, Vorsitzender der Interessenvertretung der Innenstadtkaufleute. Er hat die Hoffnung, dass dann auch mehr vollständig Geimpfte und Genese wieder in die Innenstadt kommen. Denn die müssen keinen Test vorlegen.

Dass der negative Test auch im nächsten Öffnungsschritt bestehen bleibt, sehen die befragten Händler als Hürde an. „Tests verkomplizieren alles, ohne Test wäre es besser“, meint Matthias Hilgering, der als Weinhändler von den Schließungen wegen der hohen Inzidenzen nur indirekt betroffen war. Er durfte weiterhin verkaufen, aber es kamen weniger Kunden, da seine Nachbarn am Westenhellweg schließen mussten.

Paul Spielhoff, Inhaber des Designmöbelgeschäfts Wim Gelhard, freut sich, wenn im zweiten Öffnungsschritt wegfällt, dass er die Kontaktdaten seiner Kunden notieren und vier Wochen aufbewahren muss.

„Ansonsten wird es vermutlich keinen großen Unterschied machen“, nimmt er an. Denn das Testen würde bleiben, außer für genesene Kunden und vollständig geimpfte.

Susanne Deckenbrock, Filialleiterin von Appelrath Cüpper, sieht jedoch einen Vorteil, der mit der Aktualisierung der Coronaschutzverordnung in NRW greifen wird, sobald die Inzidenz in Dortmund stabil unter 100 liegt: „Die Tests sind nun 48 Stunden gültig, also doppelt so lange.“ Vielleicht würden dann doch mehr Kunden shoppen wollen.

Nur gemeinsam mit der Gastronomie kann Leben in die Innenstadt zurückkehren

Tobias Heitmann sieht einen weiteren Vorteil gegenüber dem Öffnungsschritt bei der 150er-Marke: Die Außergastronomie darf bei 100 ebenfalls öffnen. Dass die Innenstadt wieder belebt werde, gehe nur „Hand in Hand mit der Außengastronomie“, ist er überzeugt.

Am kommenden Donnerstag (26. Mai) könnte es schon soweit sein, dass Shoppen wieder ohne Termin möglich ist und doppelt so viele Kunden gleichzeitig in die Geschäfte dürfen, nämlich ein Kunde pro 20 statt 40 Quadratmeter.

„Im Zweifelsfall müssen Kunden dann anstehen, um in die Geschäfte zu kommen. Das nimmt natürlich die Leichtigkeit eines Shopping-Erlebnisses“, sagt Paul Spielhoff.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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