Ein Bild aus besseren Zeiten: 2019 empfing ein glitzerndes Lichterportal die Passanten an der Katharinenstraße, am Eingang der City. © Stephan Schütze (Archivbild)
Adventsbeleuchtung fällt flach

Dortmunds City fehlt dieses Jahr der Weihnachts-Lichterglanz

Alle Jahre wieder gehört Lichterglanz zur Vorweihnachtszeit in Dortmunds City - doch dieses Jahr bleibt das Zentrum ziemlich duster. Einen Lichtblick gibt es an einem unerwarteten Ort.

Kleppingstraße und Hansastraße duster, Westen- und Ostenhellweg nur spärlich mit Adventsmotiven beleuchtet – wer vorweihnachtliche Stimmung in der Dortmunder City sucht, wird in diesem Jahr enttäuscht. Und das liegt nicht nur an der corona-bedingten Verbannung des größten Weihnachtsbaums der Welt und der Absage des Weihnachtsmarktes. Es fällt nur mehr auf, dass Lichtblicke fehlen.

Über dem Westen- und Ostenhellweg als Haupteinkaufsmeile hängen die sparsamen, bekannten Lichtgirlanden mit den Kugeln, doch das opulente Lichterkleid der Reinoldikirche gibt es in diesem Jahr nicht. Und das hat seinen Grund.

Sonst sorgt der Schaustellerverein Rote Erde als Nutznießer und Organisator des Weihnachtsmarktes maßgeblich für die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt mit. Ob Hansastraße, Kleppingstraße oder Reinoldi- und Petrikirche – „fast 50 Prozent der Weihnachtsbeleuchtung kommt von uns“, sagt der Vorsitzende des Schaustellervereins, Patrick Arens, auf Nachfrage.

200.000 Euro für Beleuchtung zurückgestellt

Da die Schaustellerbranche selbst zu einem der am stärksten gebeutelten Wirtschaftszweige der Corona-Krise gehört, versteht es sich von selbst, dass ihre Beleuchtung in diesem Jahr ausbleibt.

„Wir hatten in diesem Jahr schon 200.000 Euro zurückgestellt, die wir für neue Beleuchtung investieren wollten“, so Arens. Das falle nun aufgrund der Situation flach. Und die Einzelhandels-Geschäfte machten auch nichts mehr.

Um die Attraktivität der Dortmunder Innenstadt kümmert sich seit 1999 die Gesellschaft für City-Marketing Dortmund mbH (CMG), eine gemeinsame Initiative des Cityrings mit der innerstädtischen Wirtschaft und der Stadt. Zentrales Ziel ist, mit gebündelten und gezielten Marketing-Aktivitäten die Kaufkraftbindung und die Besucherfrequenz in der Dortmunder City zu erhöhen.

Der festlich erleuchtete Eingang des Hauptbahnhofs ist ein Lichtblick in der City.
Der festlich erleuchtete Eingang des Hauptbahnhofs ist ein Lichtblick in der City. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Doch in Sachen Weihnachtsbeleuchtung glänzt die Initiative nicht. Bisher sei nichts geplant, sagt der neue Cityring-Vorsitzende Tobias Heitmann auf Nachfrage. Man sei aber mit Oberbürgermeister Thomas Westphal im Gespräch wegen der Innenstadt. „Es soll einiges passieren in der City.“ Dazu zähle auch die Weihnachtsbeleuchtung. Zukünftig werde man sich besser aufstellen.

Der Hauptbahnhof ist ein Lichtblick

In anderen Städten sind es vor allem die Geschäftsleute, die sich dafür engagieren, dass die Stadtkerne im weihnachtlichen Licht dastehen. Der Einkaufsstadt Dortmund mit ihren vielen Filialisten fehlt es vermutlich an Einfluss.

In der Bahnhofshalle sorgt ein beleuchteter Weihnachtsbaum für vorweihnachtliche Stimmung.
In der Bahnhofshalle sorgt ein beleuchteter Weihnachtsbaum für vorweihnachtliche Stimmung. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Wer hätte das gedacht: Lichtblick in der Dortmunder Weihnachtstristesse ist aktuell der viel gescholtene Hauptbahnhof: Über die gesamte Breite der Bahnhofsfront hängt eine beleuchtete Tannengirlande, und ein großer, mit Kugeln und Lichtern geschmückter Weihnachtsbaum in der Bahnhofshalle verbreitet so etwas wie vorweihnachtliche Atmosphäre.

DEW21 unterstützt Weihnachtsfeeling in den Vorort-Zentren

In anderen Städten engagieren sich die heimischen Versorger für eine stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung. Auch DEW21 trägt ihren Teil dazu bei, allerdings nicht in der Dortmunder City, sondern in den Randbereichen wie dem Kaiserstraßen- und Saarlandstraßenviertel und auf der Münsterstraße. Vorort-Zentren wie Hombruch, Aplerbeck, Wickede und Asseln profitieren ebenfalls davon.

„Wir übernehmen für 14 Bezirke die Kosten für den Strom und die Dienstleistung für das Ein- und Ausschalten“, berichtet Unternehmenssprecherin Jana-Larissa Marx.

DEW21 sei mit der Gesellschaft für City-Marketing im Gespräch, so Marx weiter, möglicherweise könne sich noch in diesem Jahr etwas für den Stadtkern ergeben: „Damit es auch in der City ein bisschen Weihnachtsfeeling in dieser etwas komischen Weihnachtszeit gibt.“

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
Zur Autorenseite
Gaby Kolle

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.