Rechts die Eiernudel-Nester mit Gemüse sowie Tintenfisch, Garnelen, Rind und Huhn und links Breite Reisbandnudeln gebraten mit Gemüse in der Tofu-Variante. © Maximilian Konrad
Lieferdienst-Check

Dortmunds „bestes“ Essen zum Mitnehmen im Test: Hält es, was es verspricht?

In einer neuen Serie testen wir Dortmunds Abhol- und Lieferdienste: Zu Beginn nehmen wir Dortmunds angeblich bestes Restaurant mit Essen To Go unter die Lupe.

Vor wenigen Tagen beschlossen Bund und Länder die Verlängerung des Lockdowns. Damit werden sämtliche Restaurants auch in den kommenden Wochen geschlossen sein. Grund genug eine kleine Serie zu starten, in der wir Abhol- und Lieferdienste in Dortmund testen.

Wir beginnen mit dem Restaurant, das laut dem Portal Trip Advisor das am höchsten gewertete Speiselokal ist, was auch einen Lieferdienst anbietet: dem „Lemongrass“ aus der Innenstadt. Die beiden in dem Portal davor platzierten Restaurants, „Emilio“ und „Der Schneider“ bieten beide keinen Abhol- oder Lieferdienst an.

Vielfalt des Angebots

In dem Menü auf der Homepage sprechen die Betreiber selbst von einer „Vietnamesischen Küche vom Feinsten.“ Beim Blick auf die Karte fällt auf, dass es eine reichhaltige Auswahl an Vorspeisen gibt. Neben den bekannten Frühlingsrollen gibt es auch Sommerrollen aber auch diverse Salate. Dazu verfügt das Lemongrass über ein großes Repertoire an Suppen: insgesamt stehen 14 zur Auswahl.

Bei den Hauptspeisen kann man sich zwischen verschiedenen Beilagen entscheiden: Reisbandnudeln, Eiernudeln, Reisnudel-Schale und Reis. Leider sind die Gerichte sehr fisch- bzw. fleischlastig. Aktuell beinhaltet das Menü nur drei vegetarische Speisen.

Bestellvorgang

Auf der Homepage suchen meine Freundin und ich im Menü die gewünschten Gerichte aus und geben unsere Bestellung telefonisch durch. Dabei darf man sich nicht davon irritieren lassen, dass dort „Unsere Öffnungszeiten im Dezember (To Go)“ steht. Auch im Januar kann man dort bestellen.

Info

Bestellung bei Lemongrass

  • Während des Lockdowns bietet das Lemongrass alle Speisen auch To Go an.
  • Aktuell hat das Restaurant dienstags bis samstags von 17 bis 21 Uhr geöffnet.
  • Eine Bestellung ist unter 0231 338 997 30 möglich.

Nach Nennung der Bestellung fragt mich die Frau am Telefon, wann ich das Essen abholen möchte. Ich sage, dass ich in der nächsten halben Stunde da sein kann und sie meinte, dass ich alles in 15 bis 20 Minuten abholen könne. Sprich: Man kann sich seine Speisen auch zu einer gewünschten Uhrzeit im Zeitfenster zwischen 17 und 21 Uhr bestellen.

Wir bestellen als Vorspeise einen Avocado-Papaya-Salat mit Mango-Chili-Dressing und Erdnüssen für 6,90 Euro und Frühlingsrollen mit Garnelen für 4,90 Euro. Als Hauptspeise nehmen wir breite Reisbandnudeln gebraten mit Pak Choi, Karotten, Zwiebeln, Zuckerschoten, Frühlingszwiebeln, Ei und frischen Kräutern in der Tofu-Variante für 11,50 und knusprige Eiernudel-Nester mit Pak Choi, Chinakohl, Zucchini und Zwiebeln mit einem Mix aus Tintenfisch, Garnelen, Huhn und Rind für 15,90 Euro.

Zeit zwischen Bestellung und Auslieferung + Vorgang der Abholung/Auslieferung

Beim Lemongrass holt man die Bestellung direkt am Ostwall 2 in der Innenstadt ab. Ich komme etwa eine halbe Stunde nach der Bestellung an. Als ich reingehe, steht meine Bestellung schon auf einem Tisch zur Abholung bereit. Eine Mitarbeiterin kommt mir entgegen und fragt, wie ich zahlen möchte. Ich zahle mit Karte – auch eine Barzahlung wäre möglich gewesen.

Verpackung

Ein Hauptgericht ist in Styropor verpackt. Alle anderen Speisen werden in Plastik geliefert und haben eine durchsichtigen Deckel. Alles zusammen stand abholbereit in einer Plastiktüte bereit. Es wurden keine Servietten mitgeliefert, was ich gut finde, weil diese meist überflüssig sind.

Die Speisen werden in Plastik sowie Styropor verpackt. Alles zusammen bekommt man dann in einer Plastiktüte.
Die Speisen werden in Plastik sowie Styropor verpackt. Alles zusammen bekommt man dann in einer Plastiktüte. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Bewertung des Essens

Der Salat war ungewöhnlich und sehr lecker. Obwohl die Papayas gefehlt haben, war er durch die frische Mangosauce trotzdem ausgesprochen fruchtig.

Die Nudeln waren sehr gut gewürzt und das Gemüse noch knackig. Die Portion Tofu war großzügig. Insgesamt war alles sehr gut zubereitet. Meine Freundin meint: „Als Vegetarierin hätte ich mir allerdings eine etwas größere Auswahl gewünscht.“

Die Frühlingsrollen sind sehr kross und die Garnelen in der Mitte haben eine schöne Konsistenz. Dazu gibt es eine Soße, die im Abgang einen leicht scharfen Nachgeschmack hat – insgesamt passt sie aber super.

Die Eiernudel-Nester mit Pak Choi, Chinakohl, Zucchini und Zwiebeln sowie Tintenfisch, Garnelen, Huhn und Rind.
Die Eiernudel-Nester mit Pak Choi, Chinakohl, Zucchini und Zwiebeln sowie Tintenfisch, Garnelen, Huhn und Rind. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Bei meinem Hauptgericht überzeugt mich vor allem die leckere Soße, in der das Gemüse eingelegt ist. Gerade das Pak Choi und der Chinakohl sind schön frisch und ergänzen sich gut zum zarte Rind- und Hühnchenfleisch sowie dem Tintentisch und den sehr knusprigen Garnelen.

Einzig die Eiernudel-Nester passen meiner Meinung nach nicht so gut und ich hätte mir lieber die Reisbandnudeln gewünscht, die meine Freundin hatte.

Bewertung der Preise

Insgesamt zahlen wir 35,28 Euro. Diese krumme Summe kommt durch einen Kundenrabatt von zehn Prozent zustande – warum wir diesen bekommen, weiß ich nicht. Der eigentliche Preis beträgt 39,20 Euro. Für die vier Speisen zusammen ein fairer Preis.

Die Hauptspeisen liegen zwischen 10,90 Euro und 18,50 Euro (eine 500-600 Gramm schwere Dorade). Die Vorspeisen beginnen bei 4,50 Euro für die Sommer- bzw. Frühlingsrollen und enden bei 14,90 Euro, die man für eine große würzige Reisnudelsuppe aus Südvietnam mit gegrilltem Schweinefleisch, Garnelen, Tintenfischbällchen, Sojasprossen, Kräutern und Röstzwiebeln bezahlt.

Gesamtfazit

Insgesamt waren wir sehr zufrieden. Es gab keine überflüssige Verpackung, Bestellung und Abholung gingen sehr unkompliziert. Das Essen war sehr lecker und dass beim Salat die Papaya fehlte, störte nicht. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist angemessen: Die Speisen wurden in großen Portionen serviert und waren ihr Geld wert. Dementsprechend hält das Restaurant das, was es verspricht.

NetzstimmenBei Tripadvisor bekommt das Lemongrass 4,5 von 5 möglichen Kreisen. Von 137 Bewertungen sind 93 ausgezeichnet und 20 sehr gut. Nur drei sind mangelhaft und zwei ungenügend.

Info

Wie funktioniert der Abhol- und Lieferdienst-Check?

Wir bestellen ohne Vorankündigung die jeweiligen Abhol- oder Lieferdienste – als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die die verschiedenen Essensmöglichkeiten ausprobieren wollen. Wir beschreiben die Abhol- und Lieferdienste so, wie wir über sie auch mit Freuden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich.

Über den Autor
Volontär
Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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