In Hörde gibt es jetzt einen ganzen Laden für Dortmund-Liebhaber

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Bislang verkaufte „Dortmunderisch“ seine Produkte für Fans der heimischen Sprache nur online. Jetzt eröffnete das Label in Hörde seinen ersten Laden für Tassen, Bilder und allerhand Gedöns.

Dortmund

, 02.11.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Egal wo du gehs: Mitten Herzen bleibse imma Dortmunder!“ Dieser Schriftzug auf einem Frühstücksbrettchen scheint die Lebensphilosophie vieler Kunden des Unternehmens „Dortmunderisch“ auszudrücken.

Denn die meisten Menschen, die hier Tassen, Bilder, Shirts oder irgendwelches Gedöns mit einem kernigen Spruch auf Dortmund-Deutsch erwerben, tragen ihre Heimat bei sich - auch wenn sie schon längst weggezogen sind.

Für Fans der Sprachkultur

Seit 2012 bieten die Dortmunderisch-Gründer Moritz Bergmann und Christian Tacke ihre Produkte online an, seit dem 12. Oktober 2020 können Fans der heimischen Sprachkultur aber auch analog einkaufen: In der Hörder Sckellstraße 24a hat das Duo einen eigenen Laden eröffnet. Dort gibt es alles, was das Herz des Ruhrpottlers erfreut - außer `nen Grabbeltisch.

Die beiden gebürtigen Dortmunder hatten bereits 2011 den Facebook-Account „Dortmunderisch“ ins Leben gerufen, der sich binnen kurzer Zeit beachtlicher Beliebtheit erfreute. „Ein Freund hat mich daraufhin gefragt, ob man da nicht noch etwas hinterschalten könne, zum Beispiel Produkte“, erinnert sich Moritz Bergmann. Man konnte.

Kongenialen Partner gefunden

Der 43-jährige Bergmann, seines Zeichens Autor und Texter, fand in dem gleichaltrigen Designer Christian Tacke einen kongenialen Partner: Bergmann machte sich Gedanken über Inhalte und erschuf Sprüche, Tacke setzte diese Ideen gestalterisch in die Realität um.

„Die Sprache ist ein toller Schatz“

Doch was auf den ersten Blick ausschließlich wie nette Unterhaltung erscheint, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. „Unsere Dortmunder Sprache ist ein toller Schatz; es lohnt sich, ihn zu erhalten“, sagt Bergmann. „Es geht auch darum, ein Bewusstsein für den Wert der Sprache zu entwickeln.“

Ein Blick in die Auslage des Dortmunderisch-Ladens macht klar: Leben is nich nur Pommes und Disko!

Ein Blick in die Auslage des Dortmunderisch-Ladens macht klar: Leben is nich nur Pommes und Disko! © Privat

So werde ein Jutebeutel durch den Aufdruck „Ich geh ma wacka nache Bude!“ sogleich aufgewertet. Und nicht zuletzt sorge ein solcher Spruch ja auch für Unterhaltung, wenn Passanten ihn auf der Straße lesen.

Faible für den Dortmunder Slang

„Die Leute sollen Spasss inne Backen haben“, findet Bergmann, der schon als junger Mann ein Faible für den Dortmunder Slang entwickelte. Und spätestens, wenn er „Spasss“ sagt, hört man, dass Dortmunderisch seine Muttersprache ist.

Trotz all der Dönekes besitzt ihr Unternehmen einen hohen Qualitätsanspruch. Unter anderem bei der Genauigkeit der Sprache, denn es gebe durchaus Unterschiede zwischen der Dortmunder Mundart und der anderer Ruhrgebietsstäde, sagt der 43-Jährige und führt Beispiele wie „wonnich?“ anstelle von „wohl nicht?“ oder „Tempel“ statt „Stadion“ an.

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Deshalb haben er und sein Geschäftspartner die Vorschläge von Bekannten, solch spezielle Produkte auch für andere Städte wie Berlin oder Köln in deren Mundart zu entwickeln, in den Wind geschlagen. „Dann würde es an Authentizität und Charme verlieren“, findet Bergmann. „Man muss eine Antenne für den lokalen Schnack haben, wir machen das für unsere Heimat.“

Für Leute, die schon alles haben

Vom Rentner bis zum Medienexperten - obwohl die Kundschaft in dem neuen Geschäft bunt gemischt ist, eint die Besucher doch eins: Sie haben eine Beziehung zu ihrer Stadt.

Viele von ihnen nutzten das Angebot, um anderen Dortmundern eine Freude zu bereiten, sagt der Ideengeber und Texter: „Im Prinzip sind wir ein Geschenke-Laden - auch für Leute, die schon alles haben.“

„Eine Herzensangelegenheit“

Doch trotz der Liebe zum Detail und dem Engagement, das die beiden Inhaber in „Dortmunderisch“ stecken - leben können sie davon nicht.

„Das ist eben eine Herzensangelegenheit“, sagt Bergmann, der ebenso wie sein Partner noch anderweitig seine Brötchen verdienen muss. Aber es macht eben „Spasss“ - und da will man nich knöttern.

Viele Artikel aus der Region

  • Die Souvenirs und Geschenkartikel, die Bergmann und Tacke online sowie neuerdings auch in ihrem Shop verkaufen, werden allesamt in Deutschland, viele davon in der Region Dortmund hergestellt.

  • In der Vergangenheit gab es einige ihrer Artikel auch in anderen Einzelhandelsgeschäften zu kaufen. Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise entschied sich das Duo aber, den Direktverkauf fortan persönlich zu übernehmen - und eröffnete das Geschäft an der Sckellstraße 24a.
  • Der Laden ist von montags bis freitags jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
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