Wellness-Suiten bei Dortmundern so beliebt wie nie

dzKontaktlose Entspannung

Ein Dortmunder Unternehmen bietet kontaktloses Entspannen als Alternative zum üblichen Sauna-Besuch in großen Anlagen an. Das Geschäft boomt.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 26.07.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei MyWellness bekommt der Besucher, sofern er das nicht anders wünscht, keine Menschenseele zu Gesicht.

Völlig kontaktlos funktioniert seit Corona der Aufenthalt in den Suiten des Dortmunder Wellness-Anbieters, angefangen bei der Online-Buchung über den Check-In per QR-Code bis hin zur Bezahlung per App. Bei besonderen Anliegen hat der Besucher die Möglichkeit, mit einer Personalkraft zu sprechen. Muss aber nicht sein.

Am 15. Juni durfte Thomas Kanitz seine zwei MyWellness-Filialen in Dortmund wieder öffnen. Sieben Filialen betreibt das Unternehmen insgesamt, darunter auch welche in Essen, Düsseldorf oder Berlin. Das Konzept des Unternehmens besteht aus dem Vermieten von Suiten, in denen eine oder zwei Personen für die vorher gebuchte Zeit entspannen können.

Wichtiger Punkt ist dabei die eigene Sauna. Man könnte sagen: MyWellness ist eine Sauna-Variante für Menschen, die sich nicht gerne mit unbekannten Nackten in einem Raum aufhalten, wie dies in großen Saunabädern üblich ist. Sondern die Privatsphäre bevorzugen.

95-prozentige Kunden-Auslastung statt gewöhnliches Sommerloch

Normalerweise kalkuliert Kanitz für die Monate Juni und Juli ein Sommerloch ein. Während etwa der März in der Regel eine Kunden-Auslastung von etwa 90 Prozent mit sich bringe, seien es im Juni und Juli in den vergangenen Jahren eher 70 Prozent oder weniger gewesen. Das habe, so Kanitz, damit zu tun, dass die Menschen in den warmen Monaten ihre Entspannungs-Aktivitäten lieber im Freien unternehmen - und fürs Saunieren weniger übrig haben.

In diesem Jahr sah das Bild allerdings anders aus: Wenn Kanitz auf die vergangenen Tage und Wochen zurückblickt und Bilanz zieht, kommt er auf eine aktuelle Besucherauslastung von 95 Prozent - und teilweise sogar noch mehr.

„Uns ist nach der Wiedereröffnung im Juni ein solcher Besucheransturm entgegengekommen, dass wir erst einmal gar keine Erklärung dafür parat hatten“, berichtet Kanitz.

Im Nachhinein vermutet er, dass die Menschen gerade in diesen auf Abstand sensibilisierten Zeiten vielleicht ungern in die öffentliche Sauna gingen - aus Angst vor einem womöglich erhöhten Infektionsrisiko. Das gibt es nunmal, wenn Menschen an einem Ort zusammenkommen.

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Stattdessen, so seine Vermutung, komme nun wahrscheinlich ein Teil der regelmäßigen Saunagänger, aber auch ein Teil der Schwimmbadbesucher auf die MyWellness-Angebote zurück - denn hier ist die Teilnehmerzahl auf ein beziehungsweise zwei Personen beschränkt, Kontakte finden nicht statt, siehe oben.

Reinigungskonzept aus dem klinischen Bereich

Zum Reinigungskonzept des Unternehmens gehört - natürlich gerade auch in Corona-Zeiten wichtig - ein Desinfektionsverfahren, bei dem nach jeder Suite-Benutzung ein so genanntes Kaltvernebelungs-System alle Oberflächen der Suite reinigt. Dieses Verfahren sei, so Kanitz, aus dem intensiv-medizinischen Bereich bekannt und biete einen klinischen Schutz vor Viren und Bakterien - und damit eben auch vor Corona.

Die Schließung vom 19. März bis zum 15. Juni habe das Unternehmen übrigens Dank eines Investors überstanden. Dieser hatte laut Kanitz‘ Angaben einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung gestellt.

Seit die Filialen wieder geöffnet sind, sieht Kanitz positiv in die Zukunft: Gerade jetzt beginne wohl die Blütezeit des kontaktlosen Entspannens.

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