Dortmunder Volksbad: Sprungturm wird nach 16 Jahren saniert

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Der 10-Meter-Sprungturm im Volksbad wird – nach 16 Jahren – endlich erneuert, in der nächsten Saison ist er fertiggestellt. Dennoch: So wie früher wird es am Turm trotzdem nicht sein.

von Alexandra Wachelau

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, 26.10.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 10-Meter-Sprungturm im Volksbad ist schon fast eine Legende. 1927 eröffnet, hat das eingetragene Baudenkmal schon einige Generationen Dortmunder ins kühle Nass befördert. Zumindest bis 2004.

Seit 16 Jahren springt niemand mehr im Volksbad – zumindest nicht mehr aus solchen Höhen. Der Sprungturm musste 2004 wegen „Verletzung der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht“ geschlossen werden, so der damalige Geschäftsführer der Sportwelt Dortmund, Michael Dominik, 2019 gegenüber dieser Redaktion.

10-Meter-Plattform wird vorerst nicht begehbar sein

Die Bausubstanz war zu marode, eine Sanierung war unumgänglich. Jahrelang haben die – jährlich steigenden – Kosten dieses Vorhaben ausgebremst, trotz Spendentafel und -Events im Freibad. Ausgerechnet die Corona-Pandemie brachte in diesem Jahr die überraschende Wendung mit sich: Durch einen Sonderzuschuss in Höhe von 1,59 Millionen Euro kann der Turm endlich saniert werden. Schon in diesem Jahr wurde damit begonnen, im Frühjahr 2021 wird der Turm wieder begehbar sein.

Allerdings: Von der 10-Meter Plattform kann nach der Sanierung noch nicht gesprungen werden – die Beckentiefe reicht dafür nicht mehr aus. Diese Regelung der Beckentiefe trat ebenfalls 2004 in Kraft. „Die Richtlinien besagen, dass innerhalb von 12 Metern Entfernung von der Sprung-Plattform die Beckentiefe bei 4,80 Meter liegen müsste“, sagt die Pressesprecherin der Sportwelt Dortmund, Sonja Schöber, „und da beginnt leider schon unsere Schräge“.

Das Freibad am Stadion ist 93 Jahre alt.

Das Freibad am Stadion ist 93 Jahre alt. © © Schaper (Archiv)

Für die oberste Etage werden „kreative Ideen“ gesucht

„Gerade herunterzuspringen wäre möglich“, sagt Schöber. Doch nur wenige Gäste benutzen einen 10-Meter-Sprungturm auf diese Art und Weise. Darum werden vorerst nur die drei- und fünf-Meter-Plattformen des Turms eröffnet.

Was in der nächsten Saison mit der obersten Plattform geschehen soll, steht noch nicht fest. „Aber auch für dieses Problem arbeiten wir an einer Lösung und haben schon einige kreative Ideen, wie wir die 10m-Plattform nutzen können.“, so Geschäftsführer Jörg Husemann.

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Wie diese „kreativen Ideen“ genau aussehen, verrät Sonja Schöber vorerst nicht. „Wir werden die Plattform aber definitiv nicht ungenutzt lassen und stehen im engen Austausch mit der Denkmalbehörde“, sagt sie.

Momentan liege der Turm im Gerüst und wird dieses Jahr noch fertiggestellt werden. Die Geländer werden dann im Frühjahr angebracht. Bis dahin werden auch die über 50 Jahre alten Pflasterflächen im Volksbad erneuert, auch das Kinderschwimmbecken bekommt eine modernere Ausstattung mit Wasserspielen.

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