Der Dortmunder Student beim Prozessauftakt an der Seite seiner Verteidigerin Isabelle Gronemeyer. © Jörn Hartwich
Urteil

Dortmunder verkaufte Jungen (15) an pädophile Freier – jetzt muss er in Haft

Ein Dortmunder Student trat als Zuhälter auf und vermittelte immer wieder Jungen an zahlungskräftige, pädophile Männer. Jetzt muss der 24-Jährige ins Gefängnis.

Ein Dortmunder Student ist am Montag am Bochumer Landgericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 24-Jährige hatte zugegeben, anfangs erst 15-jährige Jungen immer wieder zum Sex an männliche Freier vermittelt zu haben.

Von Herbst 2016 bis April 2020 war der Student wie ein Zuhälter aufgetreten. Tatort für die von ihm über Chats vermittelten Sextreffen mit teils unbekannten Männern war ein Zimmer in einem Dortmunder Studentenwohnheim.

In den Chats, die von der Polizei sichergestellt worden und im Prozess verlesen worden waren, war immer nur von Spitznamen der Männer die Rede. Einer hieß beispielsweise „Der Dicke“, ein anderer „Der Stille“, wieder ein anderer wurde vom Angeklagten „Pädo-Daddy“ genannt.

Fast alle angeklagten Sex-Treffen waren von dem Dortmunder Studenten zudem gefilmt und auf Speichermedien gesichert worden – mit Ton.

Mindestens die Hälfte des vereinbarten „Lohns“ für sexuelle Handlungen soll der Angeklagte am Ende für sich behalten haben. Zum Teil sollen die Freier bis zu 400 Euro für ein Sex-Treffen mit einem minderjährigen Jungen bezahlt haben.

Beim verhängten Strafmaß blieben die Richter der 5. Strafkammer am Ende ein Jahr unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Das Urteil lautet auf Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung sowie Förderung sexueller Handlung Minderjähriger.

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