Dortmunder „Umschlagplatz“ darf bleiben – Zukunft dennoch ungewiss

dzContainerbar am Dortmunder Hafen

Der „Umschlagplatz“, die rustikale Containerbar am Dortmunder Hafen, darf weitermachen. Das war lange unklar, und auch jetzt gibt es keine langfristige Perspektive. Das sagt die Besitzerin.

Dortmund

, 28.06.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Bester Anruf seit Wochen“ heißt es am Mittwochmittag (24.6.) auf der Facebook-Seite des „Umschlagplatz“. Betreiberin Milena Rethmann meint den Anruf der Dortmunder Wirtschaftsförderung. Das Ergebnis des Telefonats: Die Containerbar am Dortmunder Hafen darf bleiben, zumindest bis zum 31. August.

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Der Umschlagplatz ist ein Biergarten und Veranstaltungsort, untergebracht in blauen Containern in der Speicherstraße am Dortmunder Hafen. Seit zweieinhalb Jahren ist die Bar eine Anlaufstelle für Kulturfreunde und Partylustige, doch sie kämpft um ihre Existenz. Nicht allein wegen der Corona-Krise, sondern vor allem um die Erlaubnis der Stadt, den Platz weiter als Bar nutzen zu können.

Nutzungserlaubnis kann kurzfristig entzogen werden

Anstatt eines Pachtvertrags gebe es eine Nutzungsvereinbarung zwischen der Stadt und den Betreibern der Bar, erklärt Inhaberin Milena Rethmann unserer Redaktion. Das heißt: Wird den Bar-Betreibern die Nutzungserlaubnis kurzfristig entzogen, muss das Gelände geräumt werden.

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„Je länger wir die Bar betreiben, desto kurzfristiger werden die Zusagen der Stadt“, sagt Milena Rethmann. Zu Beginn hätte sie eine Nutzungszusage für zwei Jahre erhalten; danach für ein halbes Jahr; seit kurzem sind es nur noch Monatsabstände.

Bereits Ende April sagte sie unserer Redaktion, dass die langfristige Perspektive der Bar durch die kurzfristigen Zusagen fehle. Auch nun könne sie die Zusage „nicht langfristig nennen“. Denn verlängert wurde die Nutzungserlaubnis nur bis zum 31. August – um zwei weitere Monate also.

Mitarbeiter und Gäste über Verlängerung sehr erfreut

Trotzdem habe sie sich über den Anruf sehr gefreut: „Ich habe laut ‚Juhu’ geschrien.“ Das war auch dem Facebook-Beitrag zu entnehmen: „Kommt rum, wir haben heute mit Abstand, Kontaktlisten, Bierchen & Brausen von 16 bis 20 Uhr geöffnet“, heißt es weiter.

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Die Gäste hätten sich zwar auch über die Verlängerung gefreut, trotzdem hätten sie danach gefragt, wie es nach dem 31. August weitergehen soll. „Das kann ich leider nicht sagen“, erklärt Milena Rethmann. Schließlich hoffe sie selbst auch darauf, eine anhaltende Zusage für ihren Betrieb zu bekommen. „Eine unsichere Zukunftsplanung heißt für uns auch immer eine finanzielle Unsicherheit“, sagt sie weiter.

Gerade in der Corona-Krise sei sie nicht in der Lage, Investitionen zu tätigen, ohne über die Zukunft der Bar Bescheid zu wissen. „Wir müssen das Geld aus der Corona-Zeit erst wieder reinholen“, ergänzt sie. Da seien die Mitarbeiter aber auf einem guten Weg: „Das Geschäft läuft wieder gut. Während des Lockdowns hatten wir einen Fensterverkauf, durften danach unseren Biergarten wieder öffnen und jetzt kommen viele Gäste wieder.“

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