Neben neuen Anwendungen für die Solarenergie wollen Grüne und CDU auch das städtische Gärtnern (Urban Gardening) fördern. © dpa
Pilotprojekt

Dortmunder Straße soll ein Solardach bekommen – für mehr Klimaschutz

Grüne und CDU im Rat wollen Dortmund bis 2035 klimaneutral machen und dazu eine Straße mit Solarmodulen überdachen – als Pilotprojekt. Das ist nur eines von fast 20 gemeinsamen Klimaschutzzielen.

Um Dortmund als zukunftsfähige und lebenswerte Stadt zu erhalten, wollen Grüne und CDU im Rat gemeinsam dafür sorgen, dass Dortmund schon 2035 und nicht erst, wie vom Rat beschlossen, 2050 klimaneutral wird.

Dafür sollen Klimaschutz und Klimaresilienz bei allen Entscheidungen in der Stadt wesentlich stärker als bisher berücksichtigt werden. Ein Klima-Rat soll künftig gewährleisten, dass alle Dortmunder dabei mitwirken können.

Bessere Luft, weniger Müll, mehr Grün

Ziel der beiden Fraktionen ist, Dortmund zu einer Stadt mit guter Luftqualität, mit deutlich weniger Abfall, einem Netz von ökologisch wertvollen Grün- und Freiräumen, Artenreichtum und renaturierten Gewässern weiterzuentwickeln.

Mit neuen Konzepten zur Energieversorgung und klarer Ausrichtung in Richtung erneuerbarer Energien soll Dortmund künftig eine wegweisende Rolle im kommunalen Vergleich übernehmen.

Grüne und CDU haben zwar keine Mehrheit im Rat, wollen für ihre Vorschläge aber um Mehrheiten werben – auch im Sinne einer neuen demokratischen Kultur im Stadtparlament.

Im Zuge einer gemeinsamen Projektvereinbarung wurden neben der Klimaneutralität bis 2035 und der Einrichtung des Klima-Rates weitere Ziele identifiziert. Dazu zählen unter anderem:

14 weitere Ziele für mehr Klimaschutz

  • Klimagerechte Wohn- und Gewerbegebiete und klimaneutrale Neubaugebiete
  • Baumpflanzprogramm mit 5000 Bäumen jährlich bis 2025 (25.000 Zukunftsbäume in der Wahlperiode)
  • Ein Grünes Band durch die Stadt, das heißt die sinnvolle Verbindung der Park- und Grünflächen
  • Begrünung von Gewerbegebieten und -flächen
  • Aufbau von Vertikalwindanlagen
  • Solardach über einer geeigneten Straße als Pilotprojekt
  • Einsatz regenerativer Energieformen in städtischen Gebäuden
  • Förderung großflächiger Fotovoltaikanlagen
  • Kommunales Förderprogramm für energetische Sanierung im Wohnungsbestand
  • Flächensuche für „Urban Gardening“ (städtisches Gärtnern) sowie dessen Förderung
  • Förderung von Bienenweiden beziehungsweise Wildblumenwiesen
  • Flächenentsiegelung: Umbau von versiegelten Flächen und Plätzen zu Grün- und Wasserflächen
  • Programm zum Hochwasserschutz: 1 Million Euro jährlich bis 2025 für die Entsiegelung von Flächen in den potenziell von Hochwasser gefährdeten Stadtteilen
  • Konzepte zur Müllvermeidung, inklusive Einführung von Mehrwegsystemen wie Coffee-to-go-Becher

    Zur angestrebten Klimaneutralität bis 2035 sagt Ingrid Reuter, Fraktionsspitze der Grünen: „Uns ist klar, dass das ein ehrgeiziges Ziel ist – aber es ist notwendig, um unseren kommunalen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten.“

Zukunft Dortmunds gestalten

Grüne und CDU legen Leitlinien für die Zusammenarbeit im Rat vor

  • Ein halbes Jahr nach der Kommunalwahl im September 2020 haben die Dortmunder Kreisverbände und Fraktionen von Grünen und CDU gemeinsame Leitlinien für die Zusammenarbeit im Rat bis 2025 vorgelegt.
  • Ursprung und Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit ist die Liste von Projekten, die im Wahlaufruf zur Stichwahl des Oberbürgermeisters im September 2020 verabredet wurden. Diese Liste ist inzwischen um zusätzliche Punkte aus unterschiedlichen inhaltlichen Bereichen kommunaler Politik ergänzt worden, einer davon ist der Klimaschutz. Die Leitlinien sollen das Gerüst der Zusammenarbeit bilden.
  • Bei der Zusammenarbeit auf Grundlage der vorgelegten Leitlinien handelt es sich nicht um eine Koalition. Beide Fraktionen im Rat behalten
    ihren Gestaltungsspielraum und haben dabei Raum für eigenständige Bewertungen, Anträge und Abstimmungen, auch im Rahmen wechselnder Mehrheiten.
  • Die Einladung an andere Fraktionen hat für Grüne und CDU eine klare Grenze: Ausgeschlossen ist eine Zusammenarbeit mit der Fraktion der AfD ebenso wie mit dem Vertreter der Partei „Die Rechte“. Sollte sich abzeichnen, dass eine Mehrheit nur mit diesen Stimmen zustande kommt, wird auf eine Beschlussfassung verzichtet.
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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