Dortmunder Schachtage: Schachfreunde Brackel fühlen sich ausgebootet

dzÄrger in Brackel

Alles neu bei den Dortmunder Schachtagen: Aus dem „Chess Meeting“ wird die „Chess Trophy“. Und die findet erstmals ohne die Schachfreunde Brackel statt. Die Art der Absage ärgert sie.

Brackel

, 20.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit rund 25 Jahren haben sich Mitglieder der Schachfreunde Brackel um die Ausrichtung des offenen Turniers beim Sparkassen Chess Meeting gekümmert – besser gesagt: Sie hatten sich darum gekümmert. „Das ursprüngliche Konzept kam von mir“, erinnert sich Christian Goldschmidt, Jugendwart der Schachfreunde Brackel.

Dieses Jahr werden sie bei den Dortmunder Schachtagen, bei denen in den vergangenen Jahren neben dem offenen Turnier für alle Schach-Freunde stets ein Großmeisterturnier stattfand, nicht mehr dabei sein.

Neue Ausrichtung des Turniers

Veranstalter der „Chess Trophy“ – so heißen die Internationalen Dortmunder Schachtage neuerdings – ist die Stadt Dortmund, Hauptsponsor die Sparkasse. Diese haben sich nun darüber verständigt, die Ausrichtung der Initiative Pro Schach (IPS) zu überlassen, wie Goldschmidt erklärt.

„Uns wurde vom früheren Turnierleiter Stefan Koth, der bei IPS Geschäftsführer ist, mitgeteilt, dass wir nicht mehr dabei sind“, ärgert sich Goldschmidt. Darüber gesprochen wurde laut Goldschmidt nicht mit ihnen. Das neue Konzept findet er vernünftig. „Nur die Umstände finde ich nicht so gut.“

Finanziell ärgerlich für die Schachfreunde

Jahrzehntelang waren die Schachfreunde für das Open, also das offene Turnier, verantwortlich. „Es war sowohl Anhängsel als auch Wasserträger für das Großmeisterturnier, das ebenfalls zum Chess Meeting gehörte“, erklärt Goldschmidt.

Noch 2019 erhielt Mentor Christian Goldschmidt (M.) von Bürgermeisterin Birgit Jörder für die Dortmunder Schachschule den Salomon-Elkan-Preis für besondere Verdienste um das Chess Meeting.

Noch 2019 erhielt Mentor Christian Goldschmidt (M.) von Bürgermeisterin Birgit Jörder für die Dortmunder Schachschule den Salomon-Elkan-Preis für besondere Verdienste um das Chess Meeting. © Tobias Weskamp (Archiv)

Auch finanziell ist es ärgerlich für die Schachfreunde, denen die Sparkasse stets einen Gesamtetat zur Verfügung gestellt hatte. „Manchmal blieb ein kleiner Gewinn übrig, manchmal war es auch ein Null-Summen-Spiel, etwa wenn zur gleichen Zeit eine WM stattfand“, erinnert er sich.

„Kein Stein auf dem anderen lassen“

Gerd Kolbe, ehemaliger Sprecher der Stadt und nebenamtlicher Pressesprecher des BVB, war seit 1993 Veranstaltungsleiter. Er hat sich nun zurückgezogen. Jetzt übernimmt Carsten Hensel die Position. „Wir wollen die Veranstaltung in die Zukunft führen. Und dazu lassen wir keinen Stein auf dem anderen“, erklärte Hensel bei einem Pressetermin im Februar. Auf aktuelle Nachfrage der Redaktion zu dem neuen Konzept wollte sich die Initiative nicht äußern.

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Ob die Veranstaltung vom 15. bis 18. Juli 2020 stattfinden kann, ist aufgrund der Corona-Krise allerdings noch gar nicht gesichert. Ausfallen sollen, Stand jetzt, bis zum 31. August alle Großveranstaltungen.

„Zur Corona-Krise werden wir die Entwicklung abwarten und frühestens Mitte Mai eine Entscheidung mit unseren Partnern Sparkasse und Stadt Dortmund treffen“, so IPS-Geschäftsführer Stefan Koth auf Anfrage dieser Redaktion.

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