2004 saßen sich die späteren Weltmeister Viswanathan Anand (links) und Wladimir Kramnik bei den Dortmunder Schachtagen gegenüber, so wie 2008 in Bonn beim WM-Kampf. 2021 soll es in Dortmund eine Wiederauflage des Duells geben. © Aloys Reminghorst (A)
Sparkassen Chess Trophy

Dortmunder Schachtage kehren mit zwei Stars der Szene zurück

Die Dortmunder Schachtage sind immer ein Highlight für die Schachwelt. 2020 mussten sie coronabedingt ausfallen. Doch 2021 sollen sie stattfinden - mit einem besonderen Weltmeister-Duell.

Als „Sparkassen Chess Trophy“ mit neuem Konzept sollten die traditionsreiche Dortmunder Schachtage 2020 stattfinden. Doch wie viele andere Veranstaltungen fielen sie der Corona-Pandemie zum Opfer.

Für 2021 wollen die Veranstalter aber Corona trotzen und mit einem angepassten Programm einen neuen Anlauf nehmen. Sie planen dafür ein besonderes Highlight: Ein als NC World Masters organisiertes Duell zwischen den früheren Schachweltmeistern Wladimir Kramnik (Russland) und Viswanathan Anand (Indien). Außerdem messen sich die deutschen Topspieler mit internationalen Großmeistern beim Deutschland Grand Prix.

Stattfinden sollen beide Ereignisse gemeinsam mit dem NRW Jugend Cup vom 13. bis 18. Juli 2021 im Kongresszentrum der Westfalenhallen. Dazu kommt ein digitales Open-Turnier, das als „Sparkassen Playchess Open“ vom 10. bis 18. Juli 2021 im Internet gespielt wird.

So werden die Internationalen Dortmunder Schachtage angekündigt. © IPS © IPS

Die Schachtage machen damit aus der Not eine Tugend. Von einem „digitalen Schub für die Schachtage“ spricht Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal, der die Schirmherrschaft übernommen hat. Wie in den Vorjahren bleibt die Sparkasse Dortmund als Titelsponsor und Mitorganisator im Boot.

Weltmeister mit langer Geschichte

Weltweit Aufmerksamkeit finden wird vor allem das Duell der Weltmeister. Beide Spieler verbindet eine bewegte Historie. Viswanathan Anand (Indien) löste 2007 Wladimir Kramnik (Russland) nach sieben Jahren als Schachweltmeister ab.

Wladimir Kramnik ist mit zehn Turniersiegen der Rekordsieger der Dortmunder Schachtage und dem Turnier als Botschafter und Repräsentant eng verbunden. „Dass er sich nach seinem Karriereende vor gut zwei Jahren doch noch einmal in seinem ‚Wohnzimmer‘ an das Brett setzen wird, ist eine besondere Freude für die vielen Schachfans in aller Welt“, freuen sich die Organisatoren von der „Initiative Pro Schach“ (IPS) mit ihrem Vorsitzenden Stefan Koth und Veranstaltungsleiter Carsten Hensel an der Spitze.

Wladimir Kramnik ist Rekordsieger der Dortmunder Schachtage. © Dieter Menne (A) © Dieter Menne (A)

Viswanathan Anand ist zwar noch aktiv, trat in Dortmund allerdings 2007 zuletzt an. Damals belegte er einen geteilten zweiten Platz hinter Kramnik, nur drei Monate vor seinem Titelgewinn in Mexiko.

Duell mit besonderen Regeln

Bei ihrem Duell im Juli bei den Schachtagen 2021, das weltweit online verfolgt werden kann, werden die Ex-Weltmeister nach einem ganz besonderen Modus spielen. „Mit Wladimir Kramnik und Viswanathan Anand werden zwei lebende Legenden der internationalen Schachszene vier Schachpartien mit klassischer Bedenkzeit ohne die Möglichkeit der Rochade gegeneinander spielen“, erklärt Veranstaltungsleiter Carsten Hensel.

Das sogenannte „No-Castling Chess“ ist eine Idee von DeepMind, einem weltweit führenden Unternehmen zur Entwicklung künstlicher Intelligenz. „Die winzige Regeländerung zwingt die Spieler, von auswendig gelernten Eröffnungsvarianten abzuweichen“, erklären die Schachexperten der IPS. „Das Spiel verspricht dadurch kreativer, dynamischer und unterhaltsamer zu werden, ohne von seinen bekannten Regeln und Mustern abzuweichen.“

Bei allen Veranstaltungsformaten, die im Kongresszentrum der Westfalenhallen stattfinden, gelten die bestmöglichen Hygiene-Bedingungen – von einer Filter- und Lüftungsanlage, die Luft mehrmals stündlich austauscht, über Abstände und Plexiglas-Scheiben zwischen den Teilnehmern bis zu FFP2-Masken, Desinfektionsmittel und Testungen.

Dass die Sparkassen Chess Trophy 2021 für das allgemeine Publikum geöffnet werden kann, ist unter den gegebenen Umständen eher unwahrscheinlich. „Wenn überhaupt, können wir das nur bei sehr positiver Pandemie-Entwicklung und unmittelbar vor der Veranstaltung entscheiden. Im Moment sieht es jedoch eher nicht danach aus“, sagt Stefan Koth. Doch digital sollen die 48. Internationalen Dortmunder Schachtage den Namen Dortmund wieder in alle Welt tragen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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