Zwei Dortmunder Obdachlose haben Mittwochnacht (5.5) bei einem Brand alles verloren. Viele Dortmunder wollen ihnen nun helfen. (Symbolbild) © Stephan Schütze (Archiv)
Schlafstelle abgebrannt

Dortmunder Obdachlose verloren alles bei Brand: Wie Sie jetzt helfen können

Weil ihre Schlafstelle in Flammen aufging, haben Yvonne (43) und ihr „Plattenpartner“ alles verloren. Bodo e.V. erklärt, wie die beiden unterstützt werden und was die Dortmunder tun können.

Die Bestürzung ist groß in den sozialen Medien, als die Dortmunder lesen, was Yvonne (43) und Roman (28) passiert ist. Die beiden Obdachlosen haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (6.5.) fast alles verloren, als ihre Schlafstelle am C&A Kaufhaus auf dem Ostenhellweg fast vollständig abbrannte.

„Wie kann man ihnen helfen?“ Das ist eine der am meisten gestellten Fragen in den Facebook-Kommentaren unter den Posts zur Berichterstattung dieser Redaktion. Viele Nutzer geben an, den beiden Kleidung, Schlafsäcke oder Isomatten spenden zu wollen, wissen jedoch nicht, an wen sie sich wenden sollen.

Bastian Pütter vom Verein Bodo, der nicht nur eine Obdachlosenzeitung herausgibt, sondern auch praktische Hilfe für Obdachlose anbietet, kann die besorgten Dortmunder beruhigen.

Obdachlosen-Helfer sind täglich im Einsatz

„Die Menschen kriegen alles, was sie brauchen, bei uns“, erklärt er auf Nachfrage der Redaktion. Zusammen mit dem Gast-Haus und dem Wärmebus betreibt Bodo aktuell ein Hygienezentrum für Obdachlose an der Leuthardstraße am Wall, zu dem auch eine große Kleiderkammer gehört. Schlafsäcke, Kleidung, Isomatten – die Obdachlosenhilfe kann Yvonne und Roman – sowie alle anderen Obdachlosen – mit allem versorgen, was sie aktuell brauchen.

Zudem sei das Bodo-Team auch täglich unterwegs, um die Menschen aufzusuchen und ihnen bei Bedarf zu helfen. „Alle Leute wissen, dass sie in der Innenstadt etwas von uns bekommen können“, versichert Pütter. Gleichzeitig freue man sich jederzeit über bestimmte Sachspenden.

Nicht möglich sei es jedoch, Spenden an bestimmte Personen, wie in diesem Fall Yvonne und Roman, weiterzuleiten. „Das funktioniert logistisch nicht“, erklärt Pütter, versichert jedoch erneut, dass das Hygienezentrum die zwei gut versorgen kann, wenn sie noch etwas benötigen.

Am Donnerstagmittag sind die Spuren der Flammen deutlich zu erkennen. Von denen, die dort ihr zeitweises Zuhause hatten, fehlt zunächst jede Spur.
Am Donnerstagmittag sind die Spuren der Flammen deutlich zu erkennen. Von denen, die dort ihr zeitweises Zuhause hatten, fehlt zunächst jede Spur. © Bastian Pietsch © Bastian Pietsch

Polizei ermittelt weiterhin zur Brandursache

Ob die zwei sich schon selbst bei Bodo oder im Hygienezentrum gemeldet haben, konnte Pütter am Freitag (7.5.) nicht beantworten, das Team werde sie aber am Freitag auch nochmal aufsuchen, um sie gegebenenfalls neu auszustatten mit Kleidung und Schlafsäcken.

Doch Pütter ist auch bewusst, dass vieles von dem, was Yvonne und Roman besaßen, sich nicht ersetzen lässt: Im Gespräch mit der Redaktion erzählte Yvonne am Donnerstag (6.5.), dass sie bei dem Brand auch Fotos von ihren Kindern verloren hat.

Zur Brandursache laufen die Ermittlungen bei der Polizei aktuell noch an. Offenbar wurde ein Gaskocher an der Brandstelle gefunden, der das Feuer ausgelöst haben könnte, wie Polizeisprecher Peter Bandermann auf Nachfrage erklärt.

Die Ermittlungen würden jedoch auch dadurch erschwert, dass sich die zwei Geschädigten noch nicht bei der Polizei gemeldet haben. Einen Zusammenhang zu zwei tätlichen Angriffen auf Obdachlose in der Folgenacht (7.5.) sieht die Polizei aktuell nicht.

Anmerkung der Redaktion: In einer frühen Version dieses Artikels hieß es, dass die Polizei noch keine neuen Erkenntnisse zur Brandursache habe. Einige Stunden nach der Erscheinung konnte die Polizei jedoch einige Details nennen, mit denen der Artikel aktualisiert wurde.

Hilfe für Obdachlose

Hier können Sie Spenden abgeben

  • Im Hygienezentrum an der Leuthardstraße 7, das von Bodo e.V., dem Gast-Haus sowie dem Wärmebus während der Corona-Pandemie betrieben wird, können dreimal die Woche Sachspenden abgegeben werden.
  • Die Annahmezeiten sind Montag, Mittwoch und Freitag von 12 bis 17.30 Uhr.
  • Besonders benötigt werden Schlafsäcke, robuste Männerkleidung und Freizeitschuhe. Außerdem Hygieneartikel wie Duschgel, Desinfektionsmittel oder Damenhygieneartikel.
Über die Autorin
Redakteurin
In Lippstadt aufgewachsen, zum Studieren nach Hessen ausgeflogen, seit 2018 zurück in der (erweiterten) Heimat bei den Ruhr Nachrichten.
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Marie Ahlers

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