Dortmunder Moschee markiert Betflächen und macht Samstag wieder auf

Coronavirus

Am Wochenende haben Muslime in Huckarde Grund zur Freude: Die Osman Gazi Moschee in Dortmund öffnet am Samstag (9.5.) erstmals wieder zum Gebet. Doch es ist alles anders als sonst.

Huckarde

, 09.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Emre Gülec darf ab dem Wochenende mit seiner Gemeinde wieder Gottesdienste in der Huckarder Moschee feiern. Aber das Regelwerk ist streng: Statt 100 oder mehr Gläubigen kommen nur 20 Personen rein.

Emre Gülec darf ab dem Wochenende mit seiner Gemeinde wieder Gottesdienste in der Huckarder Moschee feiern. Aber das Regelwerk ist streng: Statt 100 oder mehr Gläubigen kommen nur 20 Personen rein. © privat

Es betraf Christen wie Juden wie Muslime: Die Corona-Krise hat zu Schließungen von Gotteshäusern gesorgt. Für den Islam war die Schließung besonders ungünstig: Der Fastenmonat Ramadan hat Ende April begonnen. Jetzt hat auch hier die Zeit der Lockerungen begonnen. Zur Freude von Emre Gülec aus dem Vorstand der türkisch-islamischen Gemeinde der Osman-Gazi-Moschee in Huckarde.

An diesem Wochenende macht die Moschee wieder auf. Seit Ende März war sie geschlossen. Für die 300 Gemeindemitglieder im Dortmunder Westen war das wie ein Stich ins Herz: Freitags kommen regelmäßig bis zu 100 Gläubige, um gemeinsam zu beten. Sie knien auf Teppichen, dicht an dicht, verneigen sich gemeinsam vor Allah, ihrem Herrn.

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Das Ansteckungsrisiko ist hoch, vielleicht noch höher als bei Christen, die sich nicht unbedingt so nahe kommen im Gebet wie die Muslime. Die Öffnung geschieht darum hier wie auch in den Kirchen behutsam, oder wie Gülec sagt: stufenweise. „Wir öffnen erst einmal dreimal am Tag statt fünfmal“, erklärt der Gemeindevorstand. Man halte sich streng an die Regeln, die der deutsche Dachverband in Köln ausgearbeitet habe.

Im 48-seitigen Regelwerk steht auch: auf zehn Quadratmeter ist nur eine Person zum Gebet zugelassen. „In den Hauptgebetsraum passen zehn Männer, oben auf die Empore acht Frauen“, so Gülec. Im Vorraum können zwei weitere Personen beten. 20 Personen ist also das Maximum.

Die Betflächen sind genau markiert

Dazu gibt es eine Maskenpflicht. Jeder bringt seinen eigenen Gebetsteppich mit. Man muss sich in eine Teilnehmerliste eintragen und Abstand halten. „Wir haben die Betflächen markiert“, so Gülec. Die übliche Aufreihung ist nicht möglich. Die Toiletten sind geschlossen, es gibt also auch kein rituelles Waschen.

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Man scheute etwas, zum Freitagsgebet zu öffnen - das ist wie der Sonntagsgottesdienst bei den Christen der Tag, an dem die meisten Muslime kommen. „Auch das Gebet nach Sonnenuntergang, nach dem Fastenbrechen, lassen wir ausfallen“, so Gülec.

Die Gemeinde, die bisher (Gülec: „Gott sei Dank!“) corona-frei sei, habe alle Mitglieder über die Regelungen informiert und Leute über 65 Jahre gebeten, zu Hause zu bleiben. Kinder dürfen aktuell nicht in die Moschee. Und wenn 20 Leute drin sind, kommt keiner mehr rein.

Imam mit Nase-Mund-Maske?

Der Imam habe vier Meter Abstand zum nächsten beim Gebet. „Wir wissen noch nicht, ob er einen Mundschutz tragen wird. Während des Hauptgebetes wahrscheinlich nicht“, so Gülec. Das würde das Vorlesen erschweren.

Vorstandsmitglieder kontrollieren die Regeln. „Wie kommt es an? Wie verstehen die Mitglieder das? Wenn wir erkennen, dass alle sich an die Regeln halten, dann kann man schauen, ob man Ordner noch braucht“, so Emre Gülec.

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