Dortmunder Kletter-Einbrechern drohen neun Jahre Haft

Landgericht

Sie waren die Akrobaten unter den Einbrechern: Immer wieder sollen sich zwei Männer aus Polen über die Dächer in Elektronikmärkte und Spielcasinos abgeseilt haben. Jetzt droht den Dortmundern eine heftige Strafe.

DORTMUND/MÜNSTER

von Von Jörn Hartwich

, 03.02.2012, 12:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Landgericht Münster.

Das Landgericht Münster.

Die größte Beute machten sie in Münster: über 76.000 Euro. Doch jetzt ist Schluss. Die Staatsanwaltschaft hat für den zuletzt in Dortmund wohnenden, mutmaßlichen Haupttäter am Freitag neun Jahre Haft beantragt.

  Die Serie soll schon 2007 begonnen haben. Kurz zuvor war der Hauptangeklagte in seiner polnischen Heimat aus dem Gefängnis geflohen. Dort war er wegen einer ähnlichen Einbruchserie zu über fünf Jahren Haft verurteilt worden. Früher hatte er nach einem Raubüberfall sogar schon einmal acht Jahre Haft abgesessen. Für seinen mutmaßlichen Komplizen hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Münster am Freitag sechseinhalb Jahre Haft beantragt. Auch er hat in Polen nach Diebstahlserien schon sechs Jahre im Gefängnis gesessen.

„Man muss die Bevölkerung  vor solchen Leuten schützen, die nur dadurch auffallen, dass sie durchgehend Straftaten begehen“, sagte Staatsanwalt Andreas Wigger in seinem Plädoyer. Die größte Beute sollen die beiden Angeklagten am 3. November 2010 in Münster gemacht haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler schnitten sie ein Loch in ein Spielcasino an der Siemensstraße, seilten sich ab, brachen den Geldwechselautomaten auf und verschwanden mit über 76.000 Euro Richtung Dortmund.Die Angeklagten haben sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Allerdings gibt es DNA-Spuren an zurückgelassenen Werkzeugen, Schuhabdrücke auf Dächern und Handy-Ortungen. Das Urteil soll nächste Woche gesprochen werden.

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