Dortmunder Kleinstfirmen können schon bald finanzielle Unterstützung beantragen

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Soloselbstständige und Kleinstunternehmer, die wegen der Krise auf staatliche Zuschüsse warten, sitzen seit Tagen auf heißen Kohlen. Jetzt ist klar: Freitag können sie Hilfen beantragen.

Dortmund

, 25.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist ganz einfach“ – sagt NRW-Wirtschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart. Die Rede ist von einem Antragsformular, einem Sesam-öffne-dich zu den staatlichen Zuschüssen für Soloselbstständige, Kleinstunternehmer und Freiberufler, die wegen der Corona-Krise unterzugehen drohen. Wenn nötig, helfen die Dortmunder Kammern beim Ausfüllen.

Ab Freitag (27.3.), 12 Uhr, wird das Formular unter www.wirtschaft.nrw/soforthilfe2020 online gestellt, auf das mehrere 1000 kleine Unternehmen in Dortmund seit Tagen warten. Damit sollen Firmen mit bis zu fünf Beschäftigen für maximal drei Monate mit 9000 Euro unterstützt werden. Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten bekommen 15000 Euro, bei bis zu 50 Mitarbeitern gibt es 25000 Euro. Geld, das nicht zurückgezahlt werden muss. 25 Milliarden stehen dafür in NRW bereit.

Formular wurde getestet und für gut befunden

Voraussetzung ist, dass die Betriebe Ende 2019 noch wirtschaftlich gesund gewesen sind. Der Umsatz muss seitdem um mehr als die Hälfte eingebrochen oder das Unternehmen auf behördliche Anordnung geschlossen worden sein. Oder die Mittel reichen kurzfristig nicht für Kosten wie Miete, Kredite und Vertriebsräume.

Das zwischen Bund und Ländern abgestimmte Antragsverfahren selbst, so Pinkwart in einer Pressekonferenz am Mittwoch (25.3.), die per Video übertragen wurde, sei denkbar einfach. Es sei am Vormittag von der Bezirksregierung getestet worden. „Die beteiligten Unternehmen waren begeistert“, berichtete Pinkwart.

Das Antragsverfahren ist vollständig digital. Ausgedruckte Anträge werden nicht bearbeitet. Die Industrie- und Handelskammer Dortmund (IHK) und auch die Dortmunder Handwerkskammer (HWK) haben sich bereiterklärt, über das Antragsverfahren zu informieren.

Kammern arbeiten an Erklärvideo

Auch wenn die Antragstellung sehr einfach ist, arbeiten die Dortmunder Kammern mit Hochdruck an einem Erklärvideo, das sie möglicherweise schon am Wochenende auf ihre Websites stellen, kündigte am Mittwoch der Geschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund Carsten Harder an.

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Ansonsten helfen auch die Hotlines der Kammern (IHK: 0231 5417-444, HWK: 0231-5493-397) beim Ausfüllen, die zumindest bei der Handwerkskammer auch am Samstag von 9 bis 16 Uhr besetzt ist. Die IHK, so Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber, warte zunächst den Ansturm am Freitag ab. Bei Bedarf werde die Hotline auch am Wochenende über ein mobiles Office besetzt.

Zur Prüfung der ausgefüllten Anträge lege auch die Bezirksregierung Arnsberg mit rund 100 Mitarbeitern extra Wochenend-Schichten ein, kündigte Pinkwart an. Erste Auszahlungen sollen bereits bis Ende nächster Woche von der Bezirksregierung an die jeweilige Bank angewiesen werden. Die Antragsteller erhalten gleichzeitig eine Bewilligungsmail, mit der sie gegebenenfalls auch schon zu ihrer Bank gehen könnten.

Bedrohtesten Unternehmen den Vortritt lassen

Wie Minister Pinkwart appelliert auch IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber an die Solidarität der Unternehmen. Diejenigen, die das Geld nicht sofort bräuchten, sollten jenen den Vortritt lassen, die auf die Soforthilfe angewiesen seien. Man müsse nichts überstürzen. Die Antragsfrist laufe bis zum 30. April.

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Man sollte das Geld auch tatsächlich nur beantragen, wenn man die Voraussetzung erfüllt. Pinkwart kündigte Stichproben an sowie einen Plausibilitätscheck der Finanzämter bei der späteren Steuererklärung. Der Minister: „Wir bauen auf die Ehrlichkeit der Antragsteller.“

Die steuerpflichtigen Zuschüsse sind neben Express-Bürgschaften und Steuerstundungen ein Instrument zur Beatmung der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Carsten Harder: „Die Unternehmen brauchen das Geld vorgestern.“

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