„Foodsharing“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, noch verzehrbare Lebensmittel vor dem Wegschmeißen zu retten. © picture alliance / dpa
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Dortmunder Kino verschenkt 150 Kilo Nachos und Soßen

Die Kinos sind zwar Corona-bedingt zu, aber die Lager sind trotzdem mit Popcorn und Nachos gefüllt. Ein Dortmunder Verein hat jetzt eine große Menge Kino-Snacks vor der Mülltonne gerettet.

Wegen des Lockdowns sind die Kinos in Deutschland schon länger geschlossen. Das ist nicht nur für Film-Fans ärgerlich, sondern auch schade um die Lebensmittel, die dort normalerweise verkauft würden.

Stillstehende Film-Projektoren haben zur Folge, dass auch Popcorn und andere Kino-Snacks keine Abnehmer finden. Und irgendwann läuft von denen das Mindesthaltbarkeitsdatum ab.

50 Kartons mit Nachos

Das war der Fall bei rund 100 Kilogramm Nachos, auch Tortilla-Chips genannt. Das Cinestar in Dortmund stand vor der Wahl: wegschmeißen oder verschenken? Denn es ist ja mittlerweile bekannt, dass das abgelaufene Mindesthaltbarkeitsdatum nicht bedeutet, dass Lebensmittel nicht mehr verzehrbar sind.

Hier kam der Verein Foodsharing ins Spiel: Foodsharing rettet im ganzen deutschsprachigen Gebiet Lebensmittel, die eigentlich noch gut sind, vor dem Mülleimer. Die Lebensmittel-Retter fahren beispielsweise zu Supermärkten und Restaurants, holen die Lebensmittel ab und geben sie mittels sogenannter „Fairteiler“ weiter.

Mehrere Kartons mit Nachos sind vom Cinestar an den Dortmunder Foodsharing-Verein übergeben worden. © Foodsharing Dortmund © Foodsharing Dortmund

In den 13 Dortmunder Fairteilern – oft sind es geparkte Fahrradanhänger – findet man seit dem 17. Februar jetzt eine riesige Menge Nachos. Das Dortmunder Cinestar hat 50 Kartons mit Tortilla-Chips an den Dortmunder Foodsharing-Verein abgeben. „Ein bisschen mehr als eine Palette“, sagt Lisa Schleinkofer, Vorsitzende von Foodsharing Dortmund. Die Lebensmittel-Retter mussten mit zwei Autos zum Kino fahren.

Über Mainz nach Dortmund

Zu dem Nacho-Segen kam das Dortmunder Foodsharing-Team durch ein bundesweites Netzwerk: In Mainz hatte sich das Cinestar an den Mainzer Foodsharing-Verein gewendet, weil auch dort die Kino-Snacks abgelaufen waren. Die Mainzer Theaterleitung vom Cinestar war von der Kooperation so begeistert, dass er seine Kollegen auf Foodsharing aufmerksam machte. So kam der Kontakt zwischen dem Dortmunder Cinestar und den Lebensmittel-Rettern zustande.

„Wir freuen uns immer, wenn wir an Lebensmittel kommen, die eigentlich weggeworfen werden würden“, sagt Lisa Schleinkofer. Über 350 Dortmunderinnen und Dortmunder retten regelmäßig Lebensmittel.

Zusätzlich zu den Nachos hat Foodsharing übrigens auch noch die passenden Käse-, Salsa und Sour-Cream-Soßen bekommen. 50 Kilogramm insgesamt – allerdings jeweils in 2,5-Kilogramm-Beuteln. Wie die verteilt werden, müssen sich die Dortmunder Lebensmittel-Retter noch überlegen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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