Dortmunder befürchtet, dass Bäume vertrocknen - Stadt reagiert gelassen

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Ein Dortmunder möchte seinen Teil beitragen zum Stadtbild Dortmunds. Allerdings sieht er sich am Gießen von Bäumen gehindert. Darauf reagiert die Stadt mit einer Lektion in Sachen Baumwurzeln.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 10.09.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Nolte aus Dortmund möchte dazu beitragen, dass das Dortmunder Stadtbild so grün bleibt, wie es ist. Als persönlichen Beitrag zu diesem Anliegen greift er regelmäßig zur Gießkanne, und bewässert mit deren Inhalt jenen Baum, der vor seinem Geschäft in Kirchhörde aus dem Boden ragt. Zu seinem Leidwesen könne laut Nolte von einer erfolgreichen Bewässerung allerdings kaum die Rede sein.

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Da sich der Baum, der mittlerweile wohl zum echten Sorgenbaum für Nolte geworden ist, auf einer Erhöhung befände und die Erde um den Baum herum höher läge als die Straße, die ihn umgibt, fließe das Wasser laut Nolte in der Regel vom Baum weg direkt auf die Straße.

Der Baum, um den es bei Michael Noltes Beschwerde als symbolisches Beispiel geht, liegt höher als der Straßenasphalt, der ihn umgibt. Das hindere den Dortmunder am freiwilligen Gießen.

Der Baum, um den es bei Michael Noltes Beschwerde als symbolisches Beispiel geht, liegt höher als der Straßenasphalt, der ihn umgibt. Das hindere den Dortmunder am freiwilligen Gießen. © Michael Nolte

Bereits im Jahr 2019 hatte sich Nolte wegen dieser Problematik an die Dortmund Entsorgung GmbH (EDG) gewandt und einen Gießring gefordert, der das Wasser am Rand der Bepflanzung anstauen und also am Baum halten würde. Die Antwort der zuständigen Mitarbeiter habe ihn dann sprachlos gemacht.

„Gießen nicht mehr nötig“

"Man teilte mir mit, dass der Baum vor meinem Geschäft älter als zwei Jahre sei, und somit ein Gießen nicht mehr nötig", so Nolte. Laut Information der EDG hätte der Baum bereits tief genug Wurzeln geschlagen und könne dadurch Wasser von unten ziehen.

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Für Nolte allerdings ist dies eine eher notgedrungene Erklärung. Er befürchtet ein Vertrocknen des Baumes, sodass in der Zukunft womöglich ein neuer Baum auf Steuerkosten gepflanzt werden müsse. Und das, obwohl er als Anwohner durchaus Willens sei, den Baum regelmäßig mit Wasser zu versorgen.

So reagieren EDG und Stadt Dortmund auf die Forderung

In einer Stellungnahme der EDG verwies man am Dienstag (1.9.) wiederum zur Stadt Dortmund, die für Bäume und deren Versorgung zuständig sei.

Das Tiefbauamt teilte gegenüber dieser Redaktion mit, die Stadt lasse die frisch gepflanzten Bäume nur in den ersten 2-3 Standjahren bewässern. Danach sei ein Baum (wie im Falle des geschilderten) angewachsen und selber in der Lage, mit seinen Wurzeln Wasser zu finden. Auch ein Gießring werde bei jeder Neubepflanzung eingesetzt; dieser verschließe sich allerdings mit der Zeit unter der angelegten Bepflanzung.

Eine gut gemeinte private Wasserspende fließe daher mit der Zeit naturgemäß seitwärts ab. Um das zu verhindern, könne man laut Tiefbauamt und EDG etwa die Gießkanne mit einem Brausekopf versehen und das Wasser nahe am Stamm herunterrinnen lassen.

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