Dortmunder hamstern jetzt auch rezeptfreie Medikamente

dzCorona-Krise

Hamstern ist ansteckend. Neben Klopapier, Nudeln, Mehl und Hefe kaufen Dortmunder auch mehr rezeptfreie Medikamente als sonst. Ein Schmerzmittel ist besonders begehrt.

Dortmund

, 08.04.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmund im Hamstermodus: Die Angst vor Corona lässt die Menschen nicht nur in Supermärkten, sondern auch in Apotheken zugreifen. Sie kaufen seit Wochen vermehrt rezeptfreie Medikamente.

Das Bundesgesundheitsministerium hat deshalb die Apotheken gebeten, Arzneimittel nur „situationsgerecht“ abzugeben. In dem Schreiben geht es unter anderem um das Fieber senkende Schmerzmittel Paracetamol.

Auch Michael Mantell, Vorsitzender des Apothekerverbandes Dortmund und Chef der Hörder Stifts-Apotheke, kann den Run auf Paracetamol bestätigen. Dennoch gebe es keine Lieferprobleme bei frei verkäuflichen Medikamenten, betont er.

Begrenzte Abgabe

Auch er habe sein Geschäft mit Paracetamol gut bevorratet, so Mantell. Dennoch gebe er das Medikament nur begrenzt ab. „Wir wollen das Hamstern verhindern und eine gerechte Verteilung“, sagt er. „20 Tabletten sollten erst mal reichen.“ Bei den Patienten stoße er damit auf Verständnis.

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Neben Paracetamol verlangten die Kunden aktuell „sehr viele Erkältungsmittel, Mundspüllösungen, Halsschmerztabletten und Nasenspray“, berichtet der Apotheker. Irgendwann werde der Zeitpunkt kommen, bei dem eine Sättigung erreicht sei, hofft er.

Gerade bei der Selbstmedikation sorgten die Apotheken kontinuierlich für Nachschub. Mantell: „Wir haben auch den Botendienst ausgebaut.“

Viel Dankbarkeit für Notdienst

Allerdings müssten Kunden zuweilen etwas Flexibilität mitbringen. Nicht immer habe er genau das Medikament von der Firma vorrätig, die der Kunde gerade verlange, sagt Mantell. Da müsse man auch schon mal auf das gleichartige Präparat eines anderen Herstellers ausweichen.

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Er selbst hat von Samstag (4.4.) auf Sonntag Notdienst gemacht. Die Kundenfrequenz war höher als sonst, aber noch nie habe er „so viel Verständnis und Dankbarkeit dafür empfangen, dass man auch nachts da ist.“ Eine Versandapotheke könne das nicht leisten. „Ich hoffe, dass man sich auch später daran erinnert und sich das merkt“, sagt der Vorsitzende des Apothekerverbandes.

Auch bei Handdesinfektionsmitteln gibt es keine Engpässe in der Stifts-Apotheke, seit man sie dort selbst herstellt. „Den Alkohol dafür hole ich mir bei der Dortmunder Kornbrennerei Dinsing ab“, berichtet Mantell, „es ist schön, dass es so was Regionales gibt.“

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