Dortmunder Geschichte im Laufschritt: Jetzt einen Platz für den ersten Kulttour-Run sichern

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Auf den Spuren von Kohle, Stahl und Bier: Lauffieber Dortmund hat seine erste Kulttourrunning-Strecke vorgestellt. Und die ist nicht nur was für Läufer.

Kirchlinde, Eving

, 02.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Evinger Platz mit Blick auf den Hammerkopfturm – so beginnt der erste Kulttour-Run von Lauffieber Dortmund. Die Kirchlinder Laufschule möchte mit dieser Idee ihr Angebot erweitern. Seit 2016 bietet sie Lauftrainings an. Jetzt verbindet Geschäftsführer Helmut Bezani das Laufen mit der Dortmunder Geschichte.

„Kulttourrunning“ hat er sein Konzept genannt, das eigentlich schon im September starten sollte. „Aber ich habe mitbekommen, dass andere plötzlich eine ähnliche Route wie die, die wir ursprünglich angedacht hatten, anbieten wollen“, erklärt Helmut Bezani. Deshalb habe er eine neue, bislang einzigartige Laufroute erarbeitet.

Kulttour-Run startet am Barbara-Tag

Am 4. Dezember (Mittwoch) können bis zu 150 Läufer diese Route erkunden. „Wir haben den Tag gewählt, weil nichts für den Start unserer Laufserie hätte passender sein können als der Tag der heiligen Barbara“, sagt Helmut Bezani. Schließlich führt die Strecke entlang der ehemaligen Schachtanlagen der Zechen Minister Stein und Fürst Hardenberg sowie durch die Bergbausiedlung Kolonie Kirdorf.

Dortmunder Geschichte im Laufschritt: Jetzt einen Platz für den ersten Kulttour-Run sichern

Der Hammerkopfturm ist schon zu Beginn der Tour zu sehen - und er bildet den Abschluss. © Helmut Bezani

Warum die Kirchlinder Laufschule ihren ersten Kulttour-Run im Stadtteil Eving anbietet, erklärt Helmut Bezani so: „Ich bin in Brechten aufgewachsen und war als Kind live bei der Sprengung des Förderturms von Schacht 6 dabei – deshalb dachte ich, wir starten da, wo ich herkomme.“ Weitere Touren sollen dann aber beispielsweise auch durch den Dortmunder Westen führen.

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Auf Zeitreise durch die Geschichte der Zeche Minister Stein

Nach dem Treffen auf dem Evinger Platz geht es für die Läufer des ersten Kulttour-Runs erst einmal langsam zum Schacht 1. Dorthin, wo 1871 für die Zeche Minister Stein alles begann. Erkennbar sind die ehemaligen Schächte an den knallroten sogenannten Protego-Hauben, mit denen die Gasleitungen verschlossen sind.

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Auf Schacht 6 ist keine rote Haube zu sehen. Der Schacht wurde ab 1964 als Wetterschacht verwendet. © Helmut Bezani

Nur bei Wetterschächten fehlen diese Hauben. Eine Tafel mit Informationen gibt es aber überall. Recherchiert hat Helmut Bezani dennoch zusätzlich. Schließlich sollen die Kulttour-Läufer nicht nur laufen, sondern auch die Geschichte der Zeche kennenlernen. „Ich habe dazu auch mit ehemaligen Bergleuten gesprochen“, sagt Helmut Bezani. Vorerst wird er selbst an den einzelnen Stationen etwas erzählen. „Ich hoffe aber, dass wir später jemanden dafür gewinnen können, der sich noch besser mit dem Bergbau auskennt.“

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Diese Stationen gibt es

Die Stationen des ersten Kulttour-Runs sind die sieben Schächte der Zeche Minister Stein – allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge. Schließlich befinden sich die Schachtanlagen über den Stadtteil Eving verstreut. Zudem soll der Hammerkopfturm an Schacht 4, auf den die Läufer zu Beginn schon einen Blick werfen können, das Ende der Tour sein. „Das ist, denke ich, einfach die schönste Kulisse“, sagt Helmut Bezani.

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Am Denkmal zum Grubenunglück von 1925 wird beim ersten Lauf ein Kranz niedergelegt. © Helmut Bezani

Zusätzlich geht es zum Teufanzeiger in Brechten, in die Kolonie Kirdorf und zum Malakowturm an Schacht 1 der Zeche Fürst Hardenberg, der ebenso wie Schacht 2 später zur Zeche Minister Stein gehörte. „Außerdem legen wir bei unserer allerersten Tour auch einen Kranz auf dem Nordfriedhof nieder“, erzählt Helmut Bezani. So soll der 136 Opfer des Grubenunglücks von 1925 gedacht werden.

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Die Strecke kann auch gewandert werden

Circa 20 Kilometer ist der erste Kulttour-Run lang. Die Strecke führt überwiegend über Feld-, Rad- und Spazierwege. Sie sei eher für fittere Läufer geeignet. Allerdings gibt es an den Stationen während des geschichtlichen Teils kurze Verschnaufpausen. „Die sind höchstens zwei Minuten lang, damit niemand auskühlt - nur an der ersten Station, vor dem Lauf, gibt es eine längere Einführung.“

Wer nicht laufen möchte oder kann, kann den Kulttour-Run auch als Tageswanderung buchen – allerdings erst bei angenehmeren Temperaturen im Frühjahr. Helmut Bezani hofft nun auf einen erfolgreichen Einstand für Kulttourrunning. „Ab 2020 geht es nach der Kohle dann mit Stahl und Bier weiter.“

Kulttourrunning

So können Sie sich anmelden

  • Interessierte können sich ab sofort unter info@lauffieber-dortmund.de für den ersten Kulttour-Run anmelden.
  • Anmeldeformulare gibt es auch auf der Homepage.
  • Es wird drei verschiedene Tempogruppen geben, die zeitversetzt starten. Die genauen Uhrzeiten werden noch bekannt gegeben.
  • Teilnehmer sollen in wetterfester Kleidung erscheinen und Wechselkleidung mitbringen.
  • Insgesamt zehn verschiedene Kulttour-Runs möchte Lauffieber ab 2020 anbieten. Alle fünf bis sechs Wochen soll es dann einen Lauf geben.
  • Weitere Informationen gibt es im Internet.
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