Die Digitalisierung des Schulunterrichts lässt auch nach einem Jahr Corona-Pandemie noch viele Wünsche offen. Wie hier am Heisenberg-Gymnasium würde ein Dortmunder IT-Unternehmen gerne helfen - und hat vor allem Ideen zur Verbesserung des Homeschoolings. © Heisenberg-Gymnasium
Corona-Pandemie

Dortmunder Firma bietet für besseres Homeschooling ihre Hilfe an

Kritisch blickt man bei einem Dortmunder IT-Unternehmen auf die auch nach einem Jahr Corona-Pandemie immer noch vorhandenen Probleme beim Homeschooling. Die Firma möchte helfen.

Jetzt sind erst mal Osterferien. Und vielleicht ist das ja eine gute Zeit für die Beschäftigten im NRW-Schulministerium, um mal durchzuatmen und in Ruhe über Schule in Zeiten einer Pandemie nachzudenken.

Anfangen könnte man mit dem Nachdenken beispielsweise bei A wie Adesso. Das große Dortmunder IT-Unternehmen setzt sich seit Jahren für die Aus- und Weiterbildung junger Menschen im Informatikbereich ein.

Und mit einigem Stirnrunzeln beobachtet man dort, dass nach über einem Jahr Corona-Pandemie die Digitalisierung an Dortmunder Schulen immer noch unzureichend ist. Prof. Dr. Volker Gruhn, der Aufsichtsratsvorsitzende von Adesso, sagt: „Schulen müssen beim Thema Homeschooling unterstützt werden.“

Adesso unterstützt das Heisenberg-Gymnasium in Eving

Er ist sicher, dass nicht nur Adesso, sondern auch zahlreiche andere Unternehmen der IT-Branche sich für eine Professionalisierung des Distanzunterrichts engagieren würden. Aktuell unterstützt Adesso gerade das Heisenberg-Gymnasium in Eving und stellt notwendiges Equipment für den Distanzunterricht bereit.

Volker Gruhn ist Aufsichtsratsvorsitzender der Adesso AG in Dortmund und vom weiteren Wachstum überzeugt: „Die Corona-Pandemie hat vielen Unternehmen aufgezeigt, dass in puncto Digitalisierung weiter Nachholbedarf besteht.“
Volker Gruhn ist Aufsichtsratsvorsitzender der Adesso AG und vom weiteren Wachstum überzeugt: „Die Corona-Pandemie hat vielen Unternehmen aufgezeigt, dass in puncto Digitalisierung weiter Nachholbedarf besteht.“ © Adesso © Adesso

Damit soll nicht Schluss sein. Volker Gruhn hat zwar am Heisenberg-Gymnasium sein Abitur gemacht, er würde aber sehr gerne mit Adesso landesweit den Schulen helfen. „Es braucht nicht nur iPads und funktionierendes WLAN“, sagt er, „sondern auch professionelle, gemeinsame Lehrplattformen.“

Dabei könnten IT-Dienstleister helfen. „Es ist doch nicht sinnvoll, alles vielfach zu machen. Es versuchen im Distanzunterricht zehntausende Lehrer den Schülern einen bestimmten Stoff beizubringen. Den online zu vermitteln, das kann nicht jeder Lehrer. Eine Zentralität, die den Schülerinnen und Schülern gut aufbereitete Lerninhalte gewährleistet, wäre da förderlich“, sagt Volker Gruhn.

Adesso: „Wir wollen damit kein Geld verdienen“

Er ist sicher, wenn die Landesregierung auf die IT-Branche zukäme, würden die meisten Unternehmen sich nicht verweigern. „Bei einer sinnvollen, strukturierten Initiative würden viele mitmachen. Wir wollen damit auch kein Geld verdienen. Es müsste nur die Bedenkenträgerei drumherum vorab aus dem Weg geräumt sein“, so Volker Gruhn.

Gefragt sind aus der Sicht des Lehrstuhlinhabers an der Universität Duisburg-Essen vor allem detaillierte Didaktik-Konzepte. „Das ist teuer und aufwendig, deshalb sollten die Grundlagen nur einmal produziert werden und schülerspezifische Anpassungen erlauben. Ganz sicher entstehen die nicht nebenbei. Und noch viel sicherer fallen die auch nicht am Ende der nächsten Ferien vom Himmel“, so Volker Gruhn.

Bisher allerdings meint das Schulministerium, alles allein regeln zu müssen und ist noch nicht auf die Privatwirtschaft zugegangen. Aber wer weiß: Vielleicht wird in den Osterferien ja in Ruhe nachgedacht, und bei Adesso klingelt bald das Telefon.

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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