Sendung „Hart aber fair“

Dortmunder Experte verteidigt Impfpriorisierung: „Rettet die meisten Leben“

Die Aufhebung der Impfpriorisierung war Thema bei „Hart aber fair“. Der Dortmunder Immunologe Prof. Carsten Watzl verteidigte dabei die Beibehaltung der Impfreihenfolge - mit einer Ausnahme.
Der Immunologe Prof. Dr. Carsten Watzl informiert über die Fortschritte bei den Corona-Schutzimpfungen. © Schaper

Sollte man die festgelegte Impfreihenfolge aufheben oder nicht? Diese Frage diskutierte Moderator Frank Plasberg am Montagabend mit seinen Gästen in der Sendung „Hart aber fair“ (ARD). Mit dabei: Der Dortmunder Immunologe Prof. Carsten Watzl, der ein eindeutige Meinung vertrat.

Dortmunder Immunologe: Ältere zuerst impfen

Es sei weiter sinnvoll, an der Impfpriorisierung festzuhalten, so der Immunologe am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung (IfADo) an der TU Dortmund: „Der Grund, warum wir diese Impfreihenfolge haben, ist ja, möglichst viele Menschenleben und verlorene Lebensjahre zu retten. Das schaffen wir am besten, indem wir vulnerable Gruppen zuerst impfen“, so Watzl.

Es sei nicht genügend Impfstoff vorhanden, um Deutschland aus der dritten Welle „herauszuimpfen“. Daher habe man nur eine Möglichkeit: Man müsse möglichst viele Krankenhausaufenthalte und Todesfälle verhindern. Dementsprechend müsse man Menschen mit dem hohem Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, zuerst impfen. „Und das ist eben nicht die Kassiererin im Supermarkt. Das sind die Leute mit Vorerkrankungen, die Über-60-Jährigen.“

Ausnahme: Keinen Impfstoff verschwenden

Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass das Durchschnittsalter der Covid-Patienten in Krankenhäusern sinke. Nur, wenn man zuerst die Über-70-Jährigen und danach die Alterklasse Ü60 impfe, „retten wir die meisten Menschenleben“.

Eine Ausnahme machte Watzl allerdings: Natürlich dürfe man keinen Impfstoff verschwenden. „Wenn ich noch Impfstoff habe und keine Über-60-Jährigen finde, dann gerne freigeben.“

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