Dortmunder demonstrieren gegen Gewalt an Frauen und Kindern

dzInternationaler Flashmob

Weltweit demonstrierten am Freitag (14. Februar) tausende Menschen zum Motto „One Billion Rising“ gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Auch in Dortmund fanden sich Unterstützer zusammen.

Dortmund

, 14.02.2020, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein ernstes Thema und dennoch wurde getanzt und gelacht: Am Freitagnachmittag (14. Februar) haben knapp 50 Menschen auf dem Willy-Brandt-Platz in Dortmund im Rahmen der Initiative „One Billion Rising“ gegen Gewalt an Frauen und Mädchen demonstriert.

Im Jahr 2013 von der Künstlerin Eve Ensler ins Leben gerufen, gibt es das Projekt „One Billion Rising“ mittlerweile in mehr als 200 Ländern. Der Slogan bezieht sich auf eine von den Vereinten Nationen veröffentlichte Statistik, der zufolge weltweit eine von drei Frauen in ihrem Leben Opfer von Gewalt wird.

Dortmunder demonstrieren gegen Gewalt an Frauen und Kindern

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein weltweites Problem. Julia Bockrath (rechts) vom Frauenhaus Dortmund organisierte den Flashmob am Willy-Brandt-Platz. © Marius Paul

„Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen in partnerschaftlichen Beziehungen nach wie vor ein großes Problem darstellt“, erklärt Organisatorin Julia Bockrath vom Frauenhaus Dortmund. Seit sieben Jahren versammeln sich deshalb regelmäßig am 14. Februar rund um die Welt Menschen, um gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung zu demonstrieren.

Flashmob in 180 deutschen Städten

Laut Internetseite der Initiative beteiligten sich in Deutschland im vergangenen Jahr knapp 60.000 Menschen in 180 Orten an der gemeinnützigen Aktion. Besonderes Merkmal: Bei „One Billion Rising“ ziehen die Menschen nicht durch die Straße, sondern machen mit einem Flashmob auf ihr Anliegen aufmerksam.

In Dortmund zeigten die Demonstranten auf Bestreben des Vereins „Frauen helfen Frauen e.V.“ und unter der Anleitung von zwei Choreografinnen einen außergewöhnlichen Tanz, der an diesem Tag in vielen Städten der Welt zu beobachten war. Mit dabei waren vor allem auch viele Kinder, deren Tanzlust kaum zu stoppen war.

Zu wenig Platz im Dortmunder Frauenhaus

„Unser Frauenhaus gibt es nun schon seit 40 Jahren und wir hatten eigentlich mal den Vorsatz, dass wir irgendwann nicht mehr gebraucht werden. Davon sind wir leider weit entfernt“, verdeutlicht Bockrath die derzeitige Situation.

Stattdessen gebe es in Dortmund eher zu wenig Frauenhausplätze. „Es gibt immer wieder Frauen, die vor Gewalt durch ihren Partner fliehen müssen und dann aber keinen Platz in einem Frauenhaus finden.“

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Aktuelle Zahlen des Bundeskriminalamtes offenbaren, dass im Jahr 2018 deutschlandweit rund 141.000 Menschen Opfer von partnerschaftlicher Gewalt wurden. Dazu zählen Delikte wie Mord, Körperverletzung, sexuelle Nötigung und Bedrohung. Im Vergleich zu 2014 ist das eine Steigerung um 11,5 Prozent. Dabei sind die Täter zu 80 Prozent männlich.

Zahlen aus dem vergangenen Oktober belegen, dass das Thema auch in Dortmund allgegenwärtig ist. Im Jahr zuvor wurden 1354 Fälle von partnerschaftlicher Gewalt festgestellt. Das sind knapp 110 Taten im Monat.

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