Der Westenhellweg am Freitag: Nur wenige Menschen fanden den Weg in die Innenstadt. Ähnlich - mit weniger Regen - sah es am Samstag aus. © Oliver Schaper
Einkaufen in Dortmund

Dortmunder City leerer als sonst – Alles nur wegen Corona?

Maskenpflicht? Steigende Coronazahlen? Wer in diesen Tagen in Dortmunds City unterwegs ist, erlebt sie leerer als sonst. Es gab aber auch andere Gründe, die das Shoppingvergnügen schmälerten.

Selbst wenn es stark regnet, drängen sich die Menschen in der Dortmunder City dicht an dicht. Daran hat in der Vergangenheit auch die Corona-Pandemie wenig geändert. Besonders auf Dortmunds Einkaufsmeile, dem Westenhellweg, ist es regelmäßig voll. Doch wer am Freitag oder Samstag dort unterwegs war, dem bot sich ein eher verhaltenes Bild.

Auf dem Osten- und dem Westenhellweg gilt Maskenpflicht, seitdem die Coronazahlen nun auch in Dortmund deutlich steigen. Zuletzt war Dortmund immer vom ganz großen Anstieg an Neuinfektionen verschont geblieben. Seit ein paar Tagen allerdings ist die Zahl alarmierend. Am Samstag erreichte sie sogar ein bisheriges Allzeit-Hoch. Auch wenn das am frühen Samstagnachmittag noch niemand wissen konnte, blieben viele zuhause.

Holländischer Stoffmarkt wie eine Wagenburg

Maskenpflicht oder das Infektionsrisiko – vielen war offenbar die Lust auf einen Einkaufsbummel vergangen.

Das merkten auch die Händler und Besucher beim Holländischen Stoffmarkt auf dem Friedensplatz. Wie eine Wagenburg hatten sich die Stände im Rund aufgestellt. Flatterband und Schilder „Durchgang verboten“ verstärkten diesen Eindruck.

Nur über eine Lücke, die als zentraler Eingang zum Stoffmarkt diente, konnten die Besucher den Markt betreten. Sie wurden gezählt, und sie mussten sich die Hände desinfizieren. Doch allzu häufig mussten die Helfer nicht auf ihren Zähler klicken: Wo sonst dicht an dicht Stoff in Meterware gekauft wird, blieb der Ansturm verhalten.

Irrlauf durch verwinkelte Baustellen

Leerer als üblich blieb auch der Markt auf dem Hansaplatz. Die meisten Stände hatten ausweichen müssen, weil der große Weihnachtsbaum dort aufgebaut wird. Ungewöhnlich diese Leere bei weitgehend trockenem Wetter und moderaten Temperaturen. Eng wurde es nur an einer der zahlreichen Baustellen, die derzeit die Einkaufsbummel in der Innenstadt zusätzlich umständlich machen. Wer etwa über die Silberstraße die Thier-Galerie erreichen will, muss aktuell einen Schlenker nach rechts in Richtung McDonald‘s machen – oder illegal über den Kreisverkehr laufen oder lange Wartezeiten an den den Baustellenampeln in Kauf nehmen. Auch vom Hansaplatz in Richtung Betenstraße geht es derzeit nur durch eine enge Bauzaungasse. Eineinhalb Meter Abstand sind dort nicht möglich.

Die Ordnungskräfte zeigten am Freitag und Samstag – hier ein Bild von Freitag – deutlich Präsenz. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Auffällig war die Präsenz von Polizei und Ordnungsamt, deren Mitarbeiter in der gesamten Stadt unterwegs waren. Viel zu ermahnen hatten sie nicht, trugen doch die meisten Besucher der Innenstadt ihre Masken. So viele Ordnungskräfte in der Stadt: Ein ungewohntes Bild, an das sich die Dortmunder auch erst gewöhnen müssen.

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Redaktion Dortmund
Leitender Redakteur, seit 2010 in der Stadtredaktion Dortmund, seit 2007 bei den Ruhr Nachrichten.
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Dennis Werner

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