Dortmunder Buchhandlung veranstaltet jetzt auch Lesungen

dzBücher

Das Fachgeschäft hat eine neue Veranstaltungs-Idee. Für ihre Umsetzung braucht es aber noch Vorschläge.

Nordstadt

, 06.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bücher sind und bleiben in unserer Gesellschaft Ausdruck von Bildung, Freizeit, speziellen Interessen oder sind Teil der schulischen Laufbahn. Jeder verbindet etwas mit ihnen, jeder hat einen Bezug zu ihnen. Doch nicht jeder besucht Buchhandlungen.

Sie sind bis auf fusionierte Marktführer in den vergangenen Jahren immer mehr vom Markt verschwunden und kämpfen gegen den Onlinehandel. Nicht so in einem kleinen Ladenlokal an der Münsterstraße.

1982 ist die Buchhandlung „Litfass“ mit dem Motto „Ihre Buchhandlung für alle Fälle“ an den Markt gegangen und das Motto gilt bis heute.

Entstanden aus dem Umfeld links-alternativer, schwul-lesbischer Raumplaner galt schon damals die Liebe zum Buch und dem Lesen als Motivation. Buchhandlungsgründer Wolfgang Thönes begann nicht gewinnorientiert, sondern mit viel Ideologie.

Die Liebe zum Buch und auch der Nordstadt

Der Standort in der Nordstadt passte sicherlich damals so gut wie heute – getragen von vielen Studenten, multikulturellen, alternativen Lebensentwürfen und einer gelebten Subkultur mit der Liebe zum geschriebenen Wort. „Wir haben das Gefühl, dass wir hier das lesende Publikum haben“, so Karsten Schulz von Litfass.

Dortmunder Buchhandlung veranstaltet jetzt auch Lesungen

Ein Teil des 18-köpfigen Team der Buchhandlung Litfass mit Geschäftsführer Karsten Schulz vorne links. © Didi Stahlschmidt

Der gelernte Buchhändler hat nach zehn Jahren bei Bücher Krüger in Dortmund und einer kurzen Zeit bei der Mayerschen den Weg zu Litfass gefunden. Im Zuge einiger Umstrukturierungen übernahm Schulz zum 1. Januar 2017 die Buchhandlung als geschäftsführender Gesellschafter, wobei einige der aktuell 18 Mitarbeiter Teilhaber sind.

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Bis heute vereinigt Litfass ein plakatives wie ansprechendes Angebot, das sich nicht nur auf die Auslage im Ladenlokal reduziert. Das Ladenlokal wurde nach einem schweren Wasserschaden im Jahr 2016 renoviert und strahlt weiterhin Ruhe und Gemütlichkeit aus.

„Wir wollen kein Laden, sondern ein Wohnzimmer sein“, sagt Schulz und schmunzelt. Kleine Sitzecken zum Schmökern, Büchertische mit Bestsellern sowie teils unbekannten, dennoch höchst interessanten und schön schrägen Papierformaten.

Ein Wohnzimmer mit Büchern und Wohlfühlatmosphäre

„Wir zeigen nur Bücher, die uns auch gefallen bzw. die wir spannend finden. Wobei es natürlich auch wichtig ist, dass es den Leuten gefällt“, sagt Schulz. Neben dem hochwertigen Programm der Büchergilde Gutenberg sowie den literarischen und cineastischen Schätzen, gibt es Nordstadthonig, Senf, Postkarten, guten Wein oder kleine, humoristische Geschenkideen bis hin zu Upcycling-Produkten.

Dazu laufende Meter an Bücherregalen mit Krimis, Thrillern, Belletristik oder Bereiche für Grafik Novel, Science Fiction oder einem kleinen Antiquariat. Doch ein Großteil der Verkäufe findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Litfass hat sich eine Expertise als überregional tätiger Bibliotheksdienstleister und bundesweiter Anbieter für Schulen oder Kommunen erarbeitet. Dazu kommt noch ein Schwerpunkt bei PC-Games und Konsolenspielen.

Dortmunder Buchhandlung veranstaltet jetzt auch Lesungen

Am 6. Dezember erzählte Adolf Winkelmann aus seinem ersten Comic, einer sogenannten „Graphic Novel“ mit dem Titel „Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt“ – hierbei mit einleiteten Worten von Karsten Schulz von Litfass. © Didi Stahlschmidt

„Das Onlinegeschäft stört uns nicht. Zum einen haben wir selber einen Onlineshop und zum anderen werden beispielsweise Amazon als Buchhändler immer schlechter", hält Schulz fest. Zusammen mit dem Team wird immer wieder Neues überlegt oder neue Ideen umgesetzt.

Dazu gehört auch die Überlegung, zukünftig wieder Lesungen zu veranstalten. Die Premiere dazu fand bereits am Nikolaustag 2019 mit Adolf Winkelmann statt, der persönlich seine neue Graphic Novel „Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt“ vorstelle.

„Wir sehen dies als Kultur- und Literaturförderungen und würden gerne vierteljährig eine Lesung anbieten“, so Schulz. Diese sollen Nordstadtbezüge oder Ruhrpott-Themen aufgreifen, um das Lokale zu fördern. Wer Vorschläge hat, meldet sich bei Litfass und reicht Ideen ein.

Litfass Bücher und Medien GmbH, Münsterstraße 107, 44145 Dortmund. Infos unter Tel. 4 96 66 60, E-Mail: mail@litfass-buecher.de || www.litfass-buecher.de
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