Dortmunder braucht Coronatest für Dialyse - Ergebnis ließ auf sich warten

dzCorona

Monika Wentzel und ihr Mann Dieter Lotz hatten sich schon lange auf ihren Urlaub in Nordholland gefreut. Als die Region dann zum Risikogebiet erklärt wird, geht der Ärger los.

Dortmund

, 01.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dieter Lotz muss dreimal in der Woche zur Dialyse. Unter diesen Umständen müsse das Ehepaar seinen Urlaub stets frühzeitig buchen und sich informieren, ob eine Dialyse-Station in der Nähe ist. Das berichtet Monika Wentzel, die Ehefrau von Dieter Lotz. Daher haben die beiden den Urlaub in Julianadorp in Nordholland bereits vor anderthalb Jahren gebucht.

Ihren Urlaub haben die beiden dann am 12. September 2020 begonnen. Knapp eine Woche später, am 18. September, wurde die Region zum Risikogebiet erklärt. Daraufhin erhielt Monika Wentzel am Montag, 21. September, einen Anruf der Dialysestation aus Schwerte, wo Dieter Lotz in Behandlung ist.

Negativer Coronatest notwendig

Das Ehepaar möge früher zurück nach Dortmund fahren, da Dieter Lotz für seine Dialyse einen negativen Coronatest vorweisen müsse, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, so die Auskunft.

Eigentlich wäre Dieter Lotz am 25. September nochmal in Holland, in Den Helder, dialysiert worden und dann am Montag, 28. September, erstmalig wieder in Schwerte, erzählt Monika Wentzel. Durch die verfrühte Abreise hat das Ehepaar den Termin in Den Helder gestrichen und einen Ersatz-Termin für Samstag, den 26. September, in Schwerte vereinbart.

Die beiden fuhren wegen des geforderten Coronatests also am Donnerstag zuvor, dem 24. September, nach Dortmund zur Teststelle für Reiserückkehrer am Klinikum Nord. Den Mitarbeitern am Testzentrum habe sie explizit mitgeteilt, dass ihr Mann das Ergebnis bis spätestens Samstag schriftlich braucht. Daraufhin habe man ihr versichert, dass das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden schriftlich vorliegen würde, sagt Monika Wentzel.

An der Teststelle bekamen sie und ihr Mann noch einen Zettel mit QR-Code darauf. So kann man den Status des Tests im Internet nachverfolgen. Testen lassen hatten sich übrigens alle beide - zur Vorsicht.

Mehrere Telefonate

Am Freitagmittag - einen Tag nach dem Test und keine 24 Stunden vor dem Dialyse-Termin - stand im Internet nach Scannen des QR-Codes zu lesen: „Ihre Probe ist auf dem Weg ins Labor.“

Daraufhin rief Monika Wentzel bei der zentralen Rufnummer des Klinikums Nord an - denn schließlich wurde die Zeit langsam knapp. Dort sagte man ihr, dass man sie unter keinen Umständen zum Labor durchstellen dürfe. Der Test könne allerdings auch ins externe Labor Eberhard gegangen sein – das hänge immer von den Kapazitäten ab.

Daraufhin versuchte Monika Wentzel ihr Glück bei besagtem Labor. Doch dort war der Test nicht eingegangen. Er musste sich also im Klinikum Nord befinden. Also rief Monika Wetzel erneut dort an.

Bei dem Gespräch wurde ihr gesagt, dass das Klinikum gar keinen Zugriff auf Ergebnisse von Proben habe, weil diese Teststelle vom Gesundheitsamt organisiert sei. Und so ging die Odyssee dann weiter:

„Nach mehreren Versuchen, im Gesundheitsamt jemanden zu erreichen, bekam ich die Auskunft, sie hätten dort auch keinen Zugriff auf die Daten“, sagt Wentzel.

„Wenn sie positiv wären, wüssten sie das schon“

Monika Wentzel gab noch immer nicht auf - schließlich nahte der Dialysetermin. Und ihr Mann war noch immer ohne Coronatest-Ergebnis.

Sie rief also erneut im Klinikum Nord an. „In der Zentrale dort war die Mitarbeiterin inzwischen ziemlich genervt. Sie zog eine weitere Kollegin zu Rate. Diese nahm dann Kontakt mit dem Labor auf. Daraufhin bekam ich die Antwort, sie dürften mir keine Auskunft geben, aber wenn ich positiv wäre, dann wüsste ich das schon“, berichtet Wentzel.

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Mit diesem Zwischenergebnis wandte Monika Wentzel sich an die Dialyse-Station in Schwerte, mit der sie zwischendurch immer mal wieder Kontakt hatte. „Daraufhin versuchte die Mitarbeiterin, selber an Informationen zu kommen. Eine halbe Stunde später rief sie zurück und sagte, wir können zur Alexanderstraße in der Dortmunder Innenstadt fahren und uns das Ergebnis dort schriftlich abholen.“

Eine halbe Stunde später hielten die Eheleute das schriftliche Testergebnis dann in den Händen - und Dieter Lotz konnte am Samstag dialysiert werden.

Das Testergebnis von Monika Wentzel indes ließ weiter auf sich warten - und auf der Internetseite stand auch am Montag noch „Ihre Probe ist auf dem Weg ins Labor“. Monika Wentzel ärgert sich: „Das zeigt, wie unorganisiert das alles läuft.“

Am Dienstag, 29. September, kam dann endlich Monika Wentzels negatives Testergebnis per Post an. Einen Tag zu spät: Am Montag wäre sie gerne ihrer ehrenamtlichen Arbeit nachgegangen.

Die Stadt Dortmund nimmt Stellung

Die Stadt Dortmund bedauert laut Stadtsprecherin Anke Widow den Vorfall, wenn es zu einem vermeidbaren Missverständnis gekommen sei. Der Fall lasse sich jetzt aber nicht mehr genau nachvollziehen.

„Unserer Kenntnis nach teilen die Mitarbeiter im Testzentrum am Klinikum Nord den getesteten Personen mit, dass ihre Testergebnisse voraussichtlich in zwei bis drei Tagen vorliegen werden“, sagt Widow.

Allerdings würde auch die Möglichkeit bestehen, das Testergebnis schnellstmöglich per Handy über einen QR-Code abzurufen, dies würde in der Regel ein bis zwei Tage nach dem Test gehen.

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