Die Stadt macht Obdachlosen ein eigenes Impfangebot. © dpa/Gerten (Symbolbild)
Corona-Pandemie

Dortmund will Obdachlose an drei Knotenpunkten in der Stadt impfen

Die Stadt Dortmund möchte in Kürze bis zu 1000 Obdachlose in Dortmund impfen. Sie hat dafür drei Orte im Blick, die von mobilen Impfteams angesteuert werden sollen. Auch der Zeitplan steht.

Obdachlose haben in der Regel keine feste Adresse und sind deshalb auch für Impfungen schlecht zu erreichen. Und das, obwohl sie aufgrund von häufigen Vorerkrankungen und ihrer Lebensverhältnisse zur Risikogruppe gehören.

Das Sozialamt hat in der vergangenen Woche, so Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner am Dienstag (4.5.), die Akteure aus der Obdachlosenhilfe eingeladen, um im Vorfeld alle Fragen zu klären, die sich aus der Impfung für Obdach- und Wohnungslose ergeben.

Neben Wegen, auf denen obdachlose Menschen zu erreichen sind, galt es abzuklären, wie man im Sinne eines niederschwelligen Impfangebots für diese Personengruppe die Bürokratie erleichtern kann, die mit der Impfung zusammenhängt.

Restimpfdosen auch an Asylbewerber

Bekanntlich sollen Obdach- und Wohnungslose mit dem Impfstoff des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson geimpft werden, weil dieses Vakzin für einen vollen Impfschutz nur einmal verabreicht werden muss. Die Stadt hat dafür vom Land über 2280 Impfdosen angekündigt bekommen.

Sollten hier Impfdosen übrigbleiben, so Zoerner, würden sie, wie im Impferlass des Landes vorgesehen, in den Gemeinschaftsunterkünften von Asylbewerbern verimpft.

Die Stadt hat drei Orte im Blick, an denen sie die Obdach- und Wohnungslosen impfen will, kündigte Zoerner an. Dazu zählt im Norden die Methadonambulanz des Gesundheitsamtes an der Bornstraße, das Freizeitzentrum West (FZW) im Unionviertel, wo die Corona-Hilfe für wohnungslose Menschen ihr Quartier aufgeschlagen hat und wo die meisten Obdachlosen anzutreffen sind, und ein noch näher zu bestimmender Ort in Hörde.

Start soll nächste Woche sein

Sollten diese Knotenpunkte nicht ausreichen, könne Dr. Jens Feigel vom Team der „Aufsuchenden Medizinischen Hilfen“ mögliche Lücken füllen, erklärte Zoerner.

Die Stadt will in der nächsten Woche mit den Impfungen starten und geht davon aus, dass das zwei Wochen in Anspruch nehmen werde. Bei Bedarf werde das aber auch ausgedehnt, sagte die Dezernentin.

Problemlos laufe die Verteilung von FFP2-Masken an Obdachlose, teilte Zoerner mit. NRW habe dafür landesweit zunächst 65.000 Masken zur Verfügung gestellt und verteile jetzt weitere 35.000 Masken.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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