Wie geht es weiter mit den Mitarbeitern von Kaufhof und Karstadt Sports?

dzNach Kündigungen in Dortmund

Nach dem Erhalt der Kündigungen stehen rund 130 Mitarbeiter von Karstadt Sports und Kaufhof in Dortmund vor einer ungewissen Zukunft. Besonders die Sporthaus-Angestellten könnte es hart treffen.

Dortmund

, 30.07.2020, 15:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zuletzt hatten die Mitarbeiter aus den Schließungshäusern in Dortmund auf das rettende Signal aus der Galeria-Zentrale gehofft. Doch es ist ausgeblieben. Stattdessen sind den Mitarbeitern von Kaufhof und Karstadt Sports am Alten Markt nun die Kündigungen zugestellt worden: Demnach wäre am 31. Oktober Schluss.

"Unsere Stimmung ist auf dem Nullpunkt", sagt Kornelia Selchow-Kersching, Betriebsratsvorsitzende im Sporthaus am Alten Markt.

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Dort arbeiten rund 50 Beschäftigte. Sie ließen sich am Donnerstag (30.7.) von ihrer Betriebsratsvorsitzenden in Berlin vertreten, die mit weiteren Protestlern Galeria-Eigentümer Benko Unterschriftenlisten für den Erhalt der Häuser übergaben. Allein Dortmund kommt auf 40.000 Unterstützer.

Karstadt-Sports-Mitarbeitern bleibt nur der Gang zur Arbeitsagentur

Für die Mitarbeiter im Sporthaus ist die Lage besonders dramatisch: Im Gegensatz zu den Kaufhof-Beschäftigten haben die Mitarbeiter im Sporthaus keine Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Sie befinden sich in einer eigenständigen Gesellschaft, für die Galeria eine solche Lösung nicht anbietet.

Das bedeutet: Werden die Türen tatsächlich zum Kündigungsdatum am 31. Oktober dicht gemacht, müssen die Beschäftigten den Weg zur Arbeitsagentur antreten - oder sich auf eigene Faust um einen Nachfolgejob kümmern. "Das ist ein Unding, das werden wir in Berlin zur Sprache bringen", schimpft Selchow-Kersching.

Kaufhof-Angestellte erwarten das Schlimmste

Auch die 86 Beschäftigten von Kaufhof stellen sich nun auf das Schlimmste ein. Der "Abverkauf" läuft, und an den Kassen lesen die Kunder Hinweise, dass Ware nicht mehr umgetauscht werde.

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Auch das spricht dafür, dass Galeria seine Schließungsankündigung zum 31. Oktober in die Tat umsetzt. Natürlich sieht und hört auch Betriebsratsvorsitzender Frank Malmwieck die Zeichen der Zeit, mag aber verbal noch nicht abschließen. "Wir bekommen nach wie vor Ware geliefert."

Kritik an Transfergesellschaft

Insgesamt 29 Kaufhof-Beschäftigte halten nun an ihre Privatadressen übersandten Kündigungen in Händen. Auch sie sind für den 31. Oktober datiert. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter, die nicht in die Transfergesellschaft wechseln wollen. Zu ihnen gehört auch der Betriebsratsvorsitzende Malmwieck.

Er sieht die Transfergesellschaft eher skeptisch: Sie sei finanziell zu schwach ausgestattet und laufe über gerade sechs Monate. Bemühungen, Landesgelder zu aktivieren, um die Zeit auf neun Monate oder ein Jahr zu verlängern, seien bislang gescheitert. "Für Schulungszwecke gibt es ein Volumen von gerade 300 Euro pro Kopf", kritisert Malmwieck. "Wie weit man damit kommt, kann sich jeder ausrechnen."

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