Viele Dortmunder arbeiten im Homeoffice, auch die Schüler sind nicht in den Schulen. © dpa
DEW21

Dortmund verbraucht weniger Strom, obwohl mehr Menschen zu Hause sind

Viele Dortmunder werden wohl bei der Stromrechnung für 2020 nachzahlen müssen. Und das, obwohl der Gesamtverbrauch der Stadt zeitweise sinkt. Versorger DEW21 erklärt, wie das zusammenpasst.

Weil die Dortmunder wegen der Pandemie deutlich mehr Zeit zu Hause verbringen, dürften einige Nachzahlungen bei den Stromabrechnungen fällig werden. Diesen Eindruck bestätigt Rebecca Alishah, Sprecherin des Versorgungsunternehmens DEW21, auf Anfrage.

Sie betont, dass sie nicht für ganz Dortmund, sondern nur für die Kunden von DEW21 sprechen kann, aber: „In 2020 haben normale Haushalte circa 10 Prozent mehr Strom verbraucht als in 2019.“ DEW21 versorgt nach eigenen Angaben mehr als 70 Prozent der Dortmunder.

Dabei falle die Abendgestaltung mit Film- statt Kneipenabenden nicht so sehr ins Gewicht. Vor allem zwischen 9 und 16 Uhr sei die erhöhte Nachfrage gerade auffällig. Viele Dortmunder arbeiten im Homeoffice, die Schüler lernen auf Distanz – das macht in der Masse viel aus.

Bis zu 15 Prozent weniger Verbrauch bei Geschäftskunden

Die Menschen, die nun zu Hause sitzen, „fehlen“ natürlich woanders in der Statistik. Da ist es nur logisch, dass der Trend bei den Unternehmen entgegengesetzt ausfällt. „Große Geschäftskunden haben etwa 8 Prozent weniger verbraucht“, teilt Alishah mit: „Im strengen Lockdown waren es bei ihnen sogar circa 15 Prozent weniger.“

Weil die Geschäftskunden insgesamt mehr Strom verbrauchen als die Gruppe der Privathaushalte, sinke damit sogar zeitweise der Gesamtverbrauch bei DEW21, wie die Sprecherin erklärt. Auch wenn sich die Nachfragezeiten ändern, müsse man sich um die Kapazitäten der Dortmunder Stromversorgung überhaupt keine Sorgen machen: „Dafür sind wir viel zu erprobt“, so Alishah.

Vor der Pandemie hat der Stromverbrauch deutlich früher am Tag angefangen, sagt sie. Diese Zahlen lassen also Rückschlüsse darauf ziehen, wie sich das Leben der Dortmunder verändert hat. Durch die Heimarbeit und vermiedene Fahrtzeiten stehen sie offenbar später auf. Mittags wird im Lockdown deutlich mehr Strom verbraucht, weil mehr Menschen zu Hause kochen.

Früher habe es dann gegen Abend einen deutlichen Anstieg der Verbrauchszahlen gegeben – jetzt verläuft die Kurve tagsüber insgesamt viel gleichmäßiger und weniger schwankend.

Rund 1300 städtische Mitarbeiter sind täglich im Homeoffice

Die Stadtverwaltung als größter Arbeitgeber Dortmunds hat übers Jahr insgesamt etwa 11 Prozent weniger verbraucht, wie Sprecher Christian Schön erklärt. Bei den Schulgebäuden, die lange fast komplett leer waren, gibt es sogar ein Minus von rund 13 Prozent. Bis zum genauen Jahresabschluss könnten sich die Zahlen noch leicht verändern.

Dieser Rückgang liegt aber wohl nicht nur an der Corona-Pandemie. Schön betont: „Die Verwaltung fördert seit langem intensiv das bewusste Energiesparen. Auch Neubauten und Sanierungen städtischer Gebäude tragen zu mehr Energieeffizienz bei – auch in punkto Stromverbrauch.“

Schöns Kollege Michael Meinders ergänzt mit Blick auf die Mitarbeiter: „Aktuell sind durchschnittlich 1300 Beschäftigte aus dem häuslichen Arbeitsplatz mit der Stadtverwaltung verbunden.“ Insgesamt gebe es 8860 Computer-Arbeitsplätze, fast genau halbiert in mobile und stationäre Systeme.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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