Dortmund-Tatort: „Mittlerweile braucht man danach `ne Delphintherapie“

dzTatort-Nachlese

Gut, dass Faber kein Twitter hat. Sonst könnte er live lesen, was die Welt von seiner Arbeit hält... Wir haben Social-Media-Reaktionen auf den #tatort zusammengestellt.

Dortmund

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Tatort ist ja generell eine Freizeitbeschäftigung, an der sich die Geister scheiden. Bei manchen Ausgaben gilt das aber besonders: der gezwungen komischen aus Münster, der schweigernden aus Hamburg und spätestens seit Sonntag auch der düsteren aus Dortmund. Das hat Feinde und Fans der Faber-Truppe am Sonntagabend bewegt:

In einer Sache sind sich die meisten einig: So ganz klar im Kopf war „Inferno“ nicht. Erste Erklärungsansätze sind schnell gefunden:

Vor allem Chefermittler Faber, gespielt von Jörg Hartmann, ließ tief in die psychischen Abgründe blicken, die ihn seit dem Tod seiner Frau und seiner Tochter plagen. Im Netz fand diese schauspielerische Leistung viel Lob. Nutzerin Nicole findet zum Beispiel auf Facebook: „Das war Fabers Tatort! Ein Blick tief in seinen seelischen Abgrund. So authentisch, intensiv gespielt, die Verzweiflung, der Schmerz. Großes Kino, Herr Hartmann.“

Anderen Nutzern, wie zum Beispiel Anja, war aber genau das zu viel: „Ich will beim Tatort einen spannenden Krimi sehen. Nicht diesen experimentellen Psychokack!“

Mord im Krankenhaus

Dabei wäre doch alles so einfach vermeidbar gewesen. Mordwerkzeug im Dortmund-Tatort war nämlich eine Plastiktüte:

Ein Kritikpunkt schon beim vergangenen Dortmund-Tatort Anfang des Jahres war das Bild, das dieser von der Stadt Dortmund zeichnet. Sogar Oberbürgermeister Ullrich Sierau hatte sich eingeschaltet.

Auch beim Tatort vom vergangenen Sonntag wurden neben der fiktiven „Ruhr-Emscher-Klinik“ auch ein paar eher unschöne Ecken der Stadt gezeigt. „Das ist zu einseitig und wird Dortmund in keiner Art und Weise gerecht“, findet Facebook-Nutzerin Nina.

Apropos Klinik: große Teile von „Inferno“ wurden im Klinikum Dortmund gedreht. Das Krankenhaus hat nicht nur ein Public Viewing für Mitarbeiter abgehalten, sondern die Ausstrahlung des Tatort auch selbt auf Twitter begleitet:

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Therapiebedürftig

Eine Menge Zuschauer scheinen vom psychodrama „Inferno“ begeistert zu sein. Auch wenn er die Grenzen des konventiellen Krimis ein Stück weit aufweicht. Anderen war „Psycho-Faber“ in dieser Folge zu fiel. Was gegen einen schlechten Tatort-Abend hilft, könnte aber vielleicht auch was für den Kommissar sein:

Nur in der „Ruhr-Emscher-Klinik“ dürfte es damit schwierig werden. Denn Delfine gibts im Dortmunder Zoo keine.

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