Dortmund rutscht in Digitalitäts-Ranking deutlich ab

dzSmart City Index

In einem neuen Digitalitäts-Ranking der 81 deutschen Großstädten ist Dortmund deutlich abgerutscht. Ein Grund dafür ist auch den Bürgern ein tägliches Ärgernis.

Dortmund

, 13.10.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmund wurde im Jahr 2018 von der Stiftung „Lebendige Stadt“ zur „Digitalsten Stadt Deutschlands“ gekürt. 2019 landete die Westfalenmetropole beim ersten digitalen Städte-Ranking des Branchenverbands Bitkom, dem „Smart City Index“ immerhin noch auf dem neunten Platz hinter Städten wie Hamburg, Stuttgart, Berlin, München und Köln. Doch nur ein Jahr später, beim „Smart City Index 2020“, ging es für Dortmund schon deutlich bergab.

In der Rangliste werden alle 81 deutschen Städte ab 100.000 Einwohner geführt. Analysiert und bewertet wurden sie in den fünf Themenbereichen Verwaltung, IT- und Telekommunikationsinfrastruktur, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft.

Das Ranking wird nach einem komplexen Verfahren erstellt. 38 Indikatoren berechnen sich aus 136 Parametern je Stadt, von Online-Bürger-Services über Sharing-Angebote für Mobilität und intelligente Mülltonnen bis zur Breitbandverfügbarkeit. Aus alldem ergibt sich am Ende eine Punktzahl zwischen null und 100.

Enorme Dynamik

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder spricht von einer enormen Dynamik in der Smart-City-Landschaft. Die hat Dortmund nach unten gerissen. Um 23 Plätze auf Platz 32. In der Summe erhält Dortmund 51,03 von 100 Punkten für seinen Status quo bei der Digitalisierung und liegt damit zwischen Bielefeld und Braunschweig.

Im Gegensatz zu anderen Städte-Rankings hatten die gelisteten Großstädte die Möglichkeit, die Daten zu prüfen und zu ergänzen. Dortmund hat das - wie 70 Prozent der anderen Städte - genutzt und die Bitkom-Daten verifiziert, teilt Bitkom-Sprecher Bastian Pauly auf Anfrage mit.

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Beim Thema Verwaltung verliert Dortmund sogar 37 Plätze und landet mit insgesamt 57,18 Punkten nur noch auf Platz 41. Während die Stadt bei der Social-Media-Präsenz auf 100 Punkte kommt, erreicht sie bei der Bürgerinformation nur 34,18 Punkte. Für die Bürgerdienste selbst gibt es 51,72 Punkte, für die Online-Dienstleistungen immerhin 74,38 Punkte.

Gut beim Internet der Dinge

Besser sieht es für Dortmund beim Punkt IT und Kommunikation aus. Hier hat sich die Stadt im Vergleich zu den anderen Städten sogar nach vorn gearbeitet von Platz 41 auf Platz 16. Fast 90 Punkte gab es für das Internet der Dinge (Gegenstände, die über das Internet vernetzt sind), 50 Punkte für den Breitband-, aber nur 5,62 Punkte für den Glasfaserausbau. Auch der Mobilfunk hat mit 43,75 Punkten Nachholbedarf.

Viel Boden hat Dortmund bei Energie und Umwelt verloren, ist um 45 Plätze auf Platz 56 abgerutscht. So gab es zum Beispiel für die intelligente Straßenbeleuchtung nur 40 Punkte und für den Anteil der E-Fahrzeuge sogar nur 28,70 Punkte.

Nachholbedarf beim Verkehrsmanagement

Auch bei der Mobilität ging es um zehn Plätze runter auf Platz 28. Gab es für den vernetzten ÖPNV noch 72,57 Punkte, so ist das „smarte Verkehrsmanagement“ nur 22,22 Punkte wert. Autofahrer bekommen das täglich zu spüren, wenn sie sich durch schlecht abgestimmte Baustellen quälen.

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Die Rathaus-Spitze ist stolz auf ihre Bürgerbeteiligung, doch unter der Rubrik Gesellschaft (Absturz von Platz 5 auf Platz 35) kommt sie genau bei diesem Punkt nur auf 24,36 Punkte. Dagegen gibt es für die Open-Data-Plattform der Verwaltung 90 Punkte und für die Digitalszene in der Stadt 66,67 Punkte.

Übrigens, die Auszeichnung „Digitalste Stadt Deutschlands“ ist auf der Homepage der Stadt Dortmund nicht mehr zu finden.

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