Bankraub für das Traumauto

dzSerie „Dortmund vor 30 Jahren“

Eine prominente Veränderung im Stadtbild, die Erweiterung des Flughafens und ein Verbrechen für ein Auto: In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ blicken wir heute auf den 27. Juli 1990.

von Beat Linde

Dortmund

, 27.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie einen Blick in unser Zeitungsarchiv – und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute der 27. Juli 1990:

Ein ungewöhnlicher Bankraub

„Einen Augenblick. Komme sofort wieder“, soll der 23-jährige Rene P. gesagt haben, als er einen Opel Vectra kaufen wollte. Der Autoverkäufer hat ihm kurz zu vor gesagt, dass sein Wunsch-Auto 36.000 D-Mark kosten würde. So viel Geld hat P. aber offenbar nicht zur Hand – dafür aber einen Plan, wie er es bekommen könnte. Er rennt laut unserem damaligen Zeitungsbericht zu einer gegenüberliegenden Sparkassen-Filiale, zeigt der Angestellten dort einen Zettel, auf dem geschrieben steht: „Sofort 100.000 Mark her, sonst knallt’s“.

Es sind schließlich 16.000 D-Mark, die ihn zufriedenstellen und mit denen er sich wieder zurück auf den Weg zu dem Autohändler machen will. Als er jedoch merkt, dass er beobachtet wird, flieht er. Die Polizeibeamten, die inzwischen schon ermitteln, verlieren seine Spur. Wenig später meldet sich eine Zeugin bei der Polizei und berichtet, dass ein bewaffneter Mann mit einer Plastiktüte voller Geld in ein Haus gegangen sei. Die SEK-Beamten greifen zu – und übergeben den Mann, der keinen Widerstand leistet, der Unnaer Polizei.

Verlängerung der Landebahn

Die Landebahn des Dortmunder Flughafens soll verlängert werden, am besten ohne den langwierigen Prozess des Planfeststellungsverfahrens. Darin sind sich an diesem Tag 1990 zumindest die Ratsfraktionen von SPD und CDU einig. Auch der damalige Dortmunder Wirtschaftsförderungs-Dezernent Dr. Burkhard Dreher plädiert leidenschaftlich für einen Ausbau: „Wir brauchen stetige und pünktliche Geschäftsflug-Verbindungen nach West- und Osteuropa. Wer für den Flughafen Zweit- oder Drittklassigkeit akzeptiert, muss auch hinnehmen, dass wir langfristig nur eine zweit- bis drittklassige Arbeitsplatzstruktur haben“, sagt er gegenüber unserer Redaktion.

Zu diesem Zeitpunkt starten von dem Dortmunder Flughafen nur relativ wenig Flugzeugtypen, da die kurze Landebahn Sicherheitsbedenken mit sich bringt.

Die großen Treppen vor dem Bahnhof

Gegenüber des Hauptbahnhofs liegen noch große Granitblöcke an der Katharinenstraße, aber Ende der Woche soll der erste Teil der Treppe für die Fußgänger freigegeben werden. Der zweite Teil, eine groß angelegte Rampe, soll Ende August fertiggestellt werden. Die komplette Fertigstellung wird für den Herbst erwartet.

Rekord-Ausgaben in der Bundesliga

Neuer Transferrekord in der ersten Fußball-Bundesliga: 65 Millionen Mark geben die 18 Vereine der deutschen Eliteliga in diesem Sommer für neue Spieler aus. Einen großen Anteil an der Summe hat – natürlich, schon damals – der FC Bayern München, der sich mit Laudrup (für 6 Millionen D-Mark aus Uerdingen gekauft) und Stefan Effenberg (4 Millionen D-Mark, aus Gladbach) verstärkt. Auch Borussia Dortmund gibt so viel Geld am Transfermarkt aus wie noch nie zuvor: 7,4 Millionen D-Mark.

Povlsen und Poschner kommen diese Saison neu zur Mannschaft. Verhandelt wird zu diesem Zeitpunkt noch über die Ablösesumme von Andreas Möller, der sich der Eintracht aus Frankfurt anschließen wird.

Den Ausgaben von 65 Millionen Mark stehen übrigens Gesamt-Einnahmen von 69 Millionen gegenüber, die damals hauptsächlich mit den Verkäufen des Bremers Karl-Heinz Riedle (Lazio Rom) und des Kölners Thomas Häßler (Juventus Turin) erwirtschaftet werden.

Kino-Hits aus der Vergangenheit

Im Roxy-Kino werden aufgrund sehr großer Nachfrage die Spielzeiten von „Pretty Woman“ mit Richard Gere und Julia Roberts in den Hauptrollen sowie von „Cry Baby“ mit Johnny Depp verlängert.

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