Corona-Fälle in Altenheimen: 420 Tests stehen nun an - eine Quelle gefunden

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Nach einem Corona-Ausbruch in zwei weiteren Altenheimen in Dortmund greift die Stadt durch. Auch die Altenheime haben Maßnahmen getroffen, um den neuen Infektionsherd zu bekämpfen.

Dortmund

, 23.06.2020, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

In zwei Dortmunder Senioreneinrichtungen ist es zu Corona-Ausbrüchen gekommen. Wie Birgit Zoerner, Leiterin des Corona-Krisenstabs, berichtet, gibt es drei Infizierte im Minna-Sattler-Seniorenzentrum und zwei Fälle in den Cordian Hausgemeinschaften.

Davon berichtete Zoerner in der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstands am Dienstag, 23. Juni. Demnach sind im Minna-Sattler-Heim in Brünninghausen zwei Bewohner und ein Mitglied des Personals infiziert worden. In den Cordian Hausgemeinschaften in Bövinghausen haben sich zwei Bewohner angesteckt.

Weil die Kontakte in den fünf Fällen nicht einwandfrei nachverfolgt werden konnten, hat die Stadt für Mittwoch, 24. Juni, flächendeckende Tests von allen Bewohnern und Mitarbeitern angeordnet. Das sind im Minna-Sattler-Heim 260 Personen und in den Cordian Hausgemeinschaften 160 Personen.

Medizinischer Dienstleister war infiziert

Im Fall des Minna-Sattler-Seniorenzentrums ist aktuell noch unklar, wie es zu den Ansteckungen gekommen ist. In den Cordian-Hausgemeinschaften für Senioren wurden die Bewohner nach bisherigen Erkenntnissen wohl durch einen externen medizinischen Dienstleister infiziert.

Anfang vergangener Woche habe man davon erfahren, berichtet Dr. Joachim Wilbers, Geschäftsführer des Trägers „Project Care“. Nachdem der Mann positiv getestet worden war, seien fünf Bewohner der Senioren-Hausgemeinschaften als Kontaktpersonen ermittelt worden. Zwei von ihnen wurden positiv getestet, sicherheitshalber mussten jedoch alle fünf in Quarantäne.

Eine gute Nachricht gibt es jedoch: „Bisher hat niemand im Haus Symptome gezeigt“, berichtet Wilbers. Weder die Infizierten noch andere Bewohner oder Mitarbeiter seien bisher erkrankt.

Trotzdem wurden Besuche von außen in den Hausgemeinschaften vorerst untersagt. Auch externe Leistungen wie Physiotherapie oder Fußpflege musste das Heim vorerst aussetzen. In zwei Hausgemeinschaften essen die Bewohner zudem aktuell nicht gemeinsam, sondern auf ihren Zimmern. Außerdem wurden gemeinsame Aktivitäten der unterschiedlichen Hausgemeinschaften eingestellt.

Bewohner akzeptieren Maßnahmen

„Die Bewohner sind relativ gelassen“, berichtet Wilbers. Das liege wohl auch daran, dass bisher noch niemand erkrankt sei. Auch die Sicherheitsmaßnahmen würden die meisten Bewohner akzeptieren. „Bis jetzt ist es besser gelaufen, als ich befürchtet hatte“, sagt Wilbers, der seit rund einer Woche von den Corona-Infektionen weiß.

Wie das Minna-Sattler-Heim mit dem Corona-Ausbruch im Seniorenzentrum umgeht, ist aktuell noch unklar. Sowohl in der Einrichtung selbst als auch beim Träger, dem Awo Bezirksverband Westliches Westfalen, war bis Redaktionsschluss am Dienstagabend, 18 Uhr, niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Strenge Regeln im Minna-Sattler-Heim

Auch Birgit Zoerner konnte am Dienstag nicht im Detail sagen, welche Maßnahmen in den Einrichtungen nun getroffen werden müssen. Es gebe für solche Fälle ein vorgegebenes Schema des Robert-Koch-Instituts, das auch im Minna-Sattler-Heim umgesetzt werde.

Bekannt ist jedoch, dass es auch dort nach den ersten Lockerungen der Besuchsregeln strenge Maßnahmen gegeben hatte. Wie Heimleiter Hans van Dormalen im Mai im Gespräch mit der Redaktion berichtete, mussten sich Bewohner und Besucher in einem Zelt vor dem Eingang treffen, Besuche waren nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

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Bewohner, die entgegen aller Bitten zu Beginn der Corona-Krise noch in den Supermarkt gegangen waren, wurden konsequent in Quarantäne geschickt. So hatte man es lange geschafft, das Coronavirus von der Senioreneinrichtung fernzuhalten.

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