Ein Bier für 199 Euro: Neuer Laden bringt 300 Biersorten in die Thier-Galerie

dzEinkaufszentrum

Nur der Name der Thier-Galerie erinnert noch an ihre große Bier-Vergangenheit. Das ändert sich jetzt: Ein neues Geschäft bietet bald über 300 Biersorten an – ein paar entscheidende aber nicht.

Dortmund

, 09.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer heute durch die Thier-Galerie flaniert, findet keinerlei Spuren mehr davon, dass hier einst das Herz einer der größten Brauereien Dortmunds schlug: Bis 1996 wurde auf den rund 80.000 Quadratmetern zwischen Westenhellweg und Südwall das Thier-Pils gebraut. Lediglich die Hövels-Hausbrauerei an der Außenseite hält hier noch die Fahne der alten Bierstadt Dortmund hoch.

Demnächst gibt es jedoch wieder mitten auf dem Gelände der alten Thier-Brauerei Bier zu kaufen – und zwar nicht nur eines, sondern gleich über 300 Sorten aus aller Welt.

Bierothek macht in Thier-Galerie seine 15. Filiale auf

Im Untergeschoss des Einkaufszentrums, zwei Shops neben der neuen TK-Maxx-Filiale, eröffnet Ende Februar die Bierothek Dortmund. Es wird die 15. Filiale der gleichnamigen Kette, deren erster Laden 2014 in Bamberg öffnete.

„Wir verstehen uns als Bierfachgeschäft“, erklärt der Bierothek-Gründer Christian Klemenz in schönstem fränkischen Akzent am Telefon. Seit rund zehn Jahren beschäftigt sich Klemenz intensiv mit dem Lieblingsgetränk der Deutschen, 2011 hob der damalige Student mit „St. Erhard“ eine der ersten deutschen Craftbier-Marken aus der Taufe.

Ein Bier für 199 Euro: Neuer Laden bringt 300 Biersorten in die Thier-Galerie

Die Bierothek im Essener Einkaufszentrum Limbecker Platz. Die Dortmunder Filiale wird vergleichbar aussehen, sagt Bierothek-Gründer Christian Klemenz. © Bierothek

Klemenz’ Vorliebe für ausgefallene und nicht so bekannte Biere prägt auch die Auswahl in seinen Läden: Die großen, bekannten Marken sucht man vergebens, dafür gibt es Craftbiere aus Portugal, irisches Fam-Stout oder auch mal ein Frucht-Sauerbier aus Litauen.

„Neben den Klassikern Weizen, Bock und Pils stehen Barley Wine, Witbier, Gose, Kriek und Stout in den langen Regalen“, heißt es auf der Internetseite, die bereits online ist. Bei der Wahl der richtigen Sorte hilft ein „fachkundiger Bierater“, steht dort weiter.

Teuerste Bierflasche kostet 199 Euro

Die Preisspanne ist enorm: Sie reicht von fränkischem Lagerbier für 1,50 Euro bis zum stärksten Bier der Welt, dem Schorsch-Bock mit einem Alkoholgehalt von 58 Prozent und einem genauso schwindelerregenden Preis von 199 Euro – für eine 0,33-Liter-Flasche, wohlgemerkt. Im Schnitt koste ein Bier in der Bierothek etwa 2,70 Euro, sagt Klemenz

Einen Tresen mit regulärem Ausschank wird es aber nicht geben in dem nur 50 Quadratmeter großen Ladenlokal – dafür aber regelmäßige Bierseminare und -verkostungen, bei denen bis zu sieben unterschiedliche Biere probiert werden können. Ausdrücklich willkommen seien auch Junggesellenabschiede.

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Auch Dortmunder Biere wird es in der Bierothek geben – jedoch nicht die, die der geneigte Dortmunder erwarten würde: Statt Brinkhoff‘s, Kronen und DAB hat das Bierfachgeschäft neben der mittlerweile etablierten Bergmann-Brauerei lediglich die Biere der Dortmunder Kleinstbrauereien „Kaiser“ und „Flaschenbierfreunde“ im Angebot.

Dass die großen Dortmunder Biere ihm zu gewöhnlich und zu sehr Mainstream sind, sagt Bierothek-Gründer Klemenz nur durch die Blume: „Bei der Auswahl unserer Biere sind wir nicht dogmatisch, sie müssen aber einen Spezialitäten-Charakter haben.“

Thier-Pils gibt es nicht mehr in Flaschen

Auch der Namensgeber der Thier-Galerie hat es nicht in die Regale der Bierothek geschafft: Thier-Pils wird man nicht im Bierfachgeschäft finden. In diesem Fall konnten die Bierothek-Macher aber die Geschmacksfrage elegant umschiffen: Die Radeberger-Gruppe stellte 2015 die Flaschenabfüllung der Traditionsmarke ein.

Seitdem gibt es Thier nur noch vom Fass in Kneipen – und die Bierothek hat keine Zapfanlage. „Wenn es Thier-Bier wieder in der Flasche geben sollte, wäre das für uns natürlich auch interessant“, sagt Klemenz.

So startet die Bierothek in der Thier-Galerie Thier-los. Das sogenannte „Soft Opening“ ist für den 21. Februar (Freitag) geplant.

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