Dortmund bewirbt sich um das Welt-Gipfeltreffen der Städte

Uno-Konferenz 2022

Dortmund ist nun offizieller deutscher Bewerber um die Gastgeberrolle für das „World Urban Forum“, die von den Vereinten Nationen ausgerichtete Weltkonferenz der Städte im Jahr 2022.

Dortmund

, 12.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Dortmund bewirbt sich um das Welt-Gipfeltreffen der Städte

Als Leuchtturm des Strukturwandels bewirbt sich die Stadt Dortmund um die Ausrichtung des World Urban Forums im Jahr 2022. © Hans Blossey

Im Jahr 2001 riefen die Vereinten Nationen (Uno) das erste World Urban Forum ins Leben. Es ist die weltweit wichtigste Konferenz, um über die Probleme der Stadt wie die wachsende Urbanisierung zu beraten. Alle zwei Jahre findet die Konferenz statt.

Letzter Tagungsort war nach Städten wie Nairobi, Barcelona, und Rio de Janeiro im Februar 2018 die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur, wo mehr als 22.000 Teilnehmer aus aller Welt zusammenkamen, um über Themen wie Wohnen, Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung zu beraten. Nächster Gastgeber ist im Jahr 2020 Abu Dhabi, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate.

2022 soll die Konferenz wieder in Europa stattfinden. Und dafür gibt es zwei Bewerberstädte: Kattowitz in Polen und Dortmund.

Anregung bei New York-Besuch

Auslöser für die Dortmunder Bewerbung war der Besuch einer städtischen Delegation unter Leitung von Oberbürgermeister Ullrich Sierau beim deutschen Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York während einer USA-Reise im April 2018. Botschafter Jürgen Schulz regte dabei eine Bewerbung Dortmunds für das 11. World Urban Forum 2022 an. Denn dass sich Deutschland um die Ausrichtung bemüht, ist Bestandteil des Koalitionsvertrages für die Bundesregierung von Union und SPD.

Die Umsetzung des Beschlusses wurde allerdings im Zuständigskeitswirrwarr innerhalb der Bundesregierung zu einer Last-Minute-Aktion. Erst nach Einschalten des Bundeskanzleramtes und der NRW-Staatskanzlei gaben das Bundesinnenministerium und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit am Abend des 15. Januar grünes Licht für die Bewerbung Dortmunds – an dem Tag, den das Organisationskomitee des World Urban Forums in Nairobi für den Bewerbungsschluss gesetzt hatte. Noch am selben Abend um genau 21.54 Uhr wurden die Bewerbungsunterlagen dann von der Stadt auf den Weg gebracht.

Die Entscheidung fällt im April

Ob die Bewerbung Erfolg hat, wird sich im April herausstellen, wenn die Organisatoren in der kenianischen Hauptstadt über die Vergabe des 11. World Urban Forums entscheiden. Es ist nicht die einzige Hürde, die Dortmund noch zu nehmen hat.

Klar ist, dass die Kosten für die Ausrichtung des Weltkonferenz der Städte zum Großteil vom Bund getragen werden. Sie werden auf rund 40 Millionen Euro geschätzt. An der Stadt selbst sollen nur 600.000 Euro, verteilt auf die Jahren 2020 bis 2022, hängen bleiben. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit hat auch schon die Bereitschaft erklärt, eine erste Summe von 8 Millionen US-Dollar zur Verfügung zu stellen. Auf eine Zusage für die Übernahme der Gesamtkosten wartet die Stadt dagegen noch.

Dabei gilt: „Die Stadt Dortmund sollte ihre Bewerbung unverzüglich zurückziehen, falls die Bundesregierung ihre Kostenzusage nicht erfüllt und eine Finanzierung nicht gewährleistet ist“, wie es in der Vorlage der Verwaltung für die Ratssitzung am 21. Februar heißt.

Volle Unterstützung der Landesregierung

Diese Vorlage wurde am Dienstag vom Verwaltungsvorstand offiziell auf den Weg gebracht. Und auch das Landeskabinett in Düsseldorf bekräftigte am selben Tag die Unterstützung der Landesregierung für das Großereignis. Sie sieht das Treffen als Beitrag zur Ruhrkonferenz, die Ministerpräsident Armin Lasschet initiiert hat.

„Dortmund bietet mit Blick auf fachliche Expertise, Unterbringungsmöglichkeiten, Infrastruktur und Logistik die besten Voraussetzungen, um ein hervorragender Gastgeber der Konferenz zu sein“, ist Laschet überzeugt. Und er verspricht: „Wir unterstützen die Bewerbung mit ganzer Kraft.“

Fest steht, dass die Konferenz weit über Dortmund hinausreichen und etwa den Wandel im gesamten Ruhrgebiet zum Thema machen soll. „Die Idee ist, diese siebentägige Konferenz in Dortmund gemeinsam mit der Metropole Ruhr, aber auch mit dem Land Nordrhein-Westfalen von ‚Bonn bis Bielefeld‘ durchzuführen.“

Gleichwohl hat die Stadt in ihrer Bewerbung ihre eigenen Vorzüge und Erfahrungen in den Mittelpunkt gestellt. Hingewiesen wird auf die Erfolge des Strukturwandels etwa mit dem Phoenix-Projekt oder den Emscherumbau sowie auf die Bemühungen um eine nachhaltige Stadtentwicklung und um Bürgerbeteiligung und Dialog.

Hier das Bewerbungsvideo der Stadt Dortmund für das World Urban Forum 2022:

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