Countdown für Caterpillar läuft: Unterstützung für Mitarbeiter wächst

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Am 31. Juli 2021 wird das Caterpillar-Werk in Dorstfeld für immer geschlossen. Die Mitarbeiter sitzen dann auf der Straße. Doch im Kampf um ihre Arbeitsplätze sind sie nicht allein.

Dorstfeld

, 29.07.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1895 werden in Dorstfeld riesige Bagger produziert. Mitte 2021 soll damit endgültig Schluss sein. Der US-Konzern Caterpillar hatte dem Dortmunder Wirtschaftsausschuss im April mitgeteilt, dass die Fertigung zum 31. Juli 2021 eingestellt wird.

An diesem Beschluss hängen nicht nur Fertigungshallen, sondern vor allem mehr als 600 Arbeitsplätze. Arbeitsplätze, die derzeit am seidenen Faden hängen. Denn die Unternehmensführung von Caterpillar lehnt eine Nachfolge-Investition, die die Arbeitsplätze retten würde, bislang ab.

„Man fürchtet wohl, dass ein Konkurrenz-Unternehmen erwachsen könnte“, sagte Dirk in der Beck, Sprecher der Verhandlungsgruppe, Anfang Juli. Die Mitarbeiter in ein neues Arbeitsverhältnis zu vermitteln, scheint bei Caterpillar ganz unten auf der Prioritäten-Liste zu stehen.

SPD kündigt Unterstützung an

Die Wut bei der Belegschaft wächst, zumal das Unternehmen noch im Dezember 2019 ein großes Investitionsprogramm ankündigte. Investiert wird nun allerdings in einen neuen Standort in Indonesien.

Eine Rettung des Werks scheint unmöglich. Die IG Metall, der Caterpillar-Betriebsrat und die Technische Beratungsstelle des Landesarbeitsministeriums versuchen deshalb, Abfindungen für die Mitarbeiter zu erwirken oder den Übergang in eine Transfergesellschaft zu ermöglichen.

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Zudem haben sich nun die Lokalpolitiker eingeschaltet. Die Dorstfelder SPD stellt sich auf die Seite der Belegschaft, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Ortsvereinsvorsitzende Norbert Bonde und der Ehrenvorsitzende Hans-Eberhard Urbaniak unterstützen die Verhandlungsgruppe, die für die Mitarbeiter kämpft.

„Wir werden bei den Demonstrationen der Belegschaft dabei sein und unterstützen die IG Metall bei ihrem Protest gegen die Vorgehensweise von Caterpillar“, erklärt Hans-Eberhard Urbaniak auf Anfrage. „Es darf nicht passieren, dass hochqualifizierte Mitarbeiter auf die Straße gesetzt werden.“

Druck auf Unternehmensführung wird erhöht

Dass Caterpillar das Firmengelände nicht für eine Nachnutzung und somit die Rettung der Arbeitsplätze freigeben möchte, ist für Hans-Eberhard Urbaniak ein Unding. Die örtliche SPD möchte deshalb mit ihrem Engagement den Druck auf die Unternehmensführung erhöhen.

„Je mehr Menschen sich engagieren, desto eher gibt es vielleicht ein Einsehen“, sagt Hans-Eberhard Urbaniak. Das oberste Ziel aller Beteiligten sei es, die Arbeitsplätze in der bestmöglichen Form zu erhalten.

Zumal die Baugeräte gebraucht werden, so der SPD-Ehrenvorsitzende. Es sei unverantwortlich, deren Produktion von ihrem angestammten Platz zu reißen. Wie viel das Engagement der SPD nutzt, wird sich zeigen. Doch die Zahl der Unterstützer für die Caterpillar-Mitarbeiter wächst stetig.

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