Bürger sollen bei Wilhelmplatz-Umgestaltung mitreden - aber nur etwas

dzUmgestaltung Wilhelmplatz

Obwohl er mitten im Ortskern liegt, fristet der Wilhelmplatz in Dorstfeld ein trostloses Dasein. Das soll sich ändern, die Stadt will den Platz aufwerten. Doch es gibt einige Fragezeichen.

Dorstfeld

, 01.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Susanne Linnebach, Chefin im Amt für Stadterneuerung, hatte bereits im Vorfeld vor übertriebenen Erwartungen gewarnt. Ein Komplettumbau des Wilhelmplatzes sei nicht geplant. Ein paar punktuelle Eingriffe – das ja. Eine völlige Neugestaltung indes stehe nicht auf der Agenda. Und genau das spiegelt sich in den Vorschlägen der Stadtverwaltung, die den Politikern in der Bezirksvertretung Innenstadt-West vorlagen.

Kernpunkte: Im südlichen Teil des Platzes soll ein „Trampolinpark“ entstehen, dessen Boden mit einem Fallschutz ausgestattet wird. Eine kleine Mauer soll ihn von der Straße Wilhelmplatz und somit vom Autoverkehr abgrenzen. Raum für Kinder soll es auch im südöstlichen Bereich geben: Nahe den Kirschbäumen sollen zwei „Spielpunkte“ entstehen, die durch einen Zaun von der Straße abgeschirmt werden.

Dorthin will die Verwaltung auch die Sitzbänke vom Dorstfelder Hellweg verlegen. Die 15 gelb markierten Parkplätze vor der Volksbank-Filiale sollen auf höchstens 5 verringert werden. Genau da liegt einer der Knackpunkte.

Warten auf den Edeka-Markt

Eigentlich gehören die Parkplätze dort gar nicht hin. Der Wilhelmplatz hatte einst komplett autofrei werden sollen. 2005 wurden aber doch wieder im Rahmen einer „Testphase“ mit Erlaubnis der Arnsberger Bezirksregierung 15 Stellplätze angelegt. Grund: Nach dem vorherigen Umbau des Platzes im Jahre 2000 hatte der Edeka am Rande des Wilhelmplatzes dicht gemacht, was der restliche Einzelhandel prompt zu spüren bekommen hatte. Mit den Stellplätzen, so die Hoffnung der Stadt, kämen auch die Kunden zurück.

Inzwischen ist die „Testphase“ zum Dauerzustand mutiert: 2017 wurde sie von der Bezirksregierung „bis auf Weiteres“ verlängert. Soll heißen: Bis der lang angekündigte Edeka-Markt auf der gegenüberliegenden Frerich-Wiese die Türen öffnet. Dort sollen rund 70 Parkplätze entstehen. 2021, so die Planung, soll das Geschäft in Betrieb gehen. Von einem Baustart ist aber noch nichts zu sehen.

Problem für die Stadt: Der Umbau des Wilhelmplatzes hatte rund 1 Million Euro gekostet; 780.000 Euro kamen als Fördermittel vom Land. Wird nun Hand angelegt, könnte die Bezirksregierung auf eine Erstattung pochen. Ob es so kommt und welcher Betrag fällig wird, ist noch offen. Immerhin soll Arnsberg Entgegenkommen signalisiert haben – auch, wenn fünf Parkplätze bleiben. Im Feuer steht eine Summe bis zu 100.000 Euro. „Möglicherweise müssen wir auch gar nichts zurückzahlen“, wie Linnebach sagte.

„Wir hampeln seit Jahren rum“

Unabhängig vom Bau des Edeka-Marktes „prüft“ die Verwaltung eine weitere Variante zur Lösung des Parkplatzproblems: Dabei richtet sich der Blick auf die Plätze im Rücken des Fitnessstudios an der Eichenstraße. Dazu müsste ein Teil des Dorstfelder Hellwegs aus Richtung Rheinischer Straße für Autos geöffnet werden. Das werde „geprüft", heißt es von der Verwaltung. Was SPD-Fraktionschef Olaf Meyer zur Bemerkung veranlasste, das sei „alles zu vage. Wir hampeln hier seit Jahren rum.“

Nicht das einzige Problem: CDU-Sprecher Jörg Tigges sagte, er könne sich „im Prinzip“ mit den Ideen für den Wilhelmplatz anfreunden. Man müsse aber die Bürger beteiligen. „Sonst laufen wir Gefahr, dass der Platz wieder nicht angenommen wird.“ An diesem Punkt mahnte Linnebach zur Vorsicht. Natürlich würden die Bürger informiert und könnten eigene Vorschläge einbringen. „Aber in einem begrenzten Rahmen“, so Linnebach. Ansonsten könnten eben doch Wünsche für eine komplette Neugestaltung aufkommen.

Das aber hätte mit den Vorschlägen der Verwaltung „nichts mehr zu tun.“ Das gelte auch für die Kosten, die zurzeit mit rund 186.000 Euro beziffert werden. Ein konkreter Baubeschluss soll erst 2021 folgen. Anfang 2022, so die Hoffnung von Linnebach, könnten die Arbeiten starten. Viele Fragen bleiben nach wie vor offen.

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