Geister-Baustelle macht seit einem Jahr Ärger – obwohl Reparatur längst abgeschlossen ist

dzBaustellen-Ärger

Seit einem Jahr müssen Anwohner einer Dortmunder Straße mit einer Baustelle leben. Dabei ist die Ursache für die Arbeiten schon längst behoben.

Oestrich

, 14.10.2019, 12:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Rohrbruch im vergangenen Jahr war die Ursache für die Baustelle. Das entsprechende Straßenstück wurde abgesperrt und aufgerissen, der Rohrbruch behoben, das Loch notdürftig zugeschüttet. Und dann – nichts mehr. Seit einem Jahr stehen die Absperrbaken auf der Straße, die so an der Stelle nur halbseitig befahrbar ist.

„Bei einem kräftigen Sturm sind die Baken verrutscht, seitdem ist die Straße noch enger“, sagt Anwohner Roland Britz, der mit Ehefrau Ursula am Kalmeichweg in Oestrich wohnt. Auto- und auch Lkw-Fahrer weichen auf den Bürgersteig der Sackgasse aus. „Und der ist jetzt hinüber, voller Risse“, klagt Roland Britz. Dabei sei der Bürgersteig erst vor einigen Jahren neu gemacht worden.

Niemand kümmert sich um die Baustelle

Für die Baustelle am Kalmeichweg ist die Dortmunder Netz GmbH (Donetz) zuständig. Doch so richtig kümmere sich niemand, so Britz. „Einmal am Tag fährt hier ein Wagen der Donetz vorbei, ein Mitarbeiter schaut ins Loch, und dann fährt er weiter“, erzählt er.

Geister-Baustelle macht seit einem Jahr Ärger – obwohl Reparatur längst abgeschlossen ist

Der Bürgersteig, der erst vor einigen Jahren instand gesetzt wurde, ist wegen der Baustelle nun wieder aufgerissen. © Carolin West

Niemand habe die Baken wieder an ihren Platz gerückt, und auch sonst liege die Baustelle schon lange brach. Lediglich die Warnleuchten, die die Baken im Dunkeln besser sichtbar machen, werden regelmäßig ausgetauscht.

„Allerdings leuchten seit einigen Tagen nur noch vier von zehn“, sagt Ursula Britz. Eine Gefahr für die Schüler der nahegelegenen Schragmüller-Grundschule, auf deren Schulweg der Kalmeichweg liegt.

Grundschüler teilen sich den Weg mit Autos

Schließlich müssen die sich morgens, wenn es noch nicht ganz hell ist, den Weg an der kaum beleuchteten Baustelle vorbei mit den Autos teilen. „Seit die Autos auf den Bürgersteig fahren, müssen Fußgänger unheimlich aufpassen“, sagt Ursula Britz. Außerdem sorge die Baustelle in der kleinen Sackgasse für Parkplatznot.

Geister-Baustelle macht seit einem Jahr Ärger – obwohl Reparatur längst abgeschlossen ist

Bis zu dem Sturm standen die Baken direkt auf der Grenze zwischen Asphaltdecke und Loch. © Carolin West

Schließlich fehlen nicht nur etwa acht Meter Gehweg, an dessen Rand die Anwohner sonst parken. Auch der Parkplatz an dem Haus, vor dem sich die Baustelle befindet, ist nicht mehr voll nutzbar. „Wir wissen hier nicht mehr, wohin mit unseren Autos – dabei haben schon einige Parkplätze an ihren Häusern“, sagt Roland Britz.

Wohnung zu vermieten – aber bitte ohne Bombe

Ein zusätzliches Ärgernis für die Tochter des Ehepaars, Andrea Krumbach: Mit der Baustelle vor der Tür lässt sich ihre Eigentumswohnung am Kalmeichweg schlecht vermieten. Seit Mai steht die Wohnung nun leer.

Ab November zieht nun endlich eine Bekannte ein. „Alles auf Vertrauensbasis“, sagt Ursula Britz. Alle anderen Interessenten waren bisher abgesprungen. „Nachdem sie das mit der Bombe gehört haben, kein Wunder“, sagt Andrea Krumbach.

Geister-Baustelle macht seit einem Jahr Ärger – obwohl Reparatur längst abgeschlossen ist

Das Loch ist bislang nur notdürftig verfüllt. © Carolin West

Denn die soll angeblich im Bereich des Kalmeichwegs liegen. „Das Ordnungsamt der Stadt Dortmund hat dort einen Bombenverdachtspunkt festgestellt“, bestätigt ein Donetz-Sprecher. „So lange dürfen wir nichts machen. Wir warten – wie die Anwohner – seit circa einem Jahr auf die Freigabe der Baustelle.“ Bei einer Verfüllung und Asphaltierung des Straßenstücks sei die Erschütterung für eine mögliche Bombe zu groß.

Anwohner wurden nicht informiert

Eine Information, die die Anwohner erst spät erreichte. „Wir haben hier in unseren Gärten und rund um unsere Häuser einiges an Arbeiten verrichtet, die eine Erschütterung hervorrufen“, erzählt Roland Britz. „Informiert hat uns erst einmal niemand, dass das gefährlich ist.“

Eine Anfrage an die Stadt, wie der Stand der Dinge in Sachen Bombe ist, läuft - bis zum Redaktionsschluss dieses Textes (14.10., 10 Uhr) blieb die Stadt jedoch die Antwort schuldig.

Zumindest die Baken wollten Mitarbeiter der Donetz aber bereits am Freitag (11.10.) wieder aufstellen. Auch die defekten Warnleuchten sollten dann wieder aufgehängt werden.

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