Doatmund iss Ballermann-Domäne

dzGlosse: Wenn Sie Günna fragen...

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Dieses Mal: Dortmund als Musik-Hochburg.

von Bruno Knust

Dortmund

, 02.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hömma, Fritz, jedes Jahr um diese Zeit kannze die Uhr nach stellen dat im deutschen Blätterwald komische Sommerloch-Listen mit so fragwürdige Untersuchungen und Ergebnisse von Umfragen veröffentlicht werden. Diese Woche habbich ne Datenanalyse gefunden die 124 deutsche Orte auf ihre musikalische Vorlieben und Geschmäcker untersuchte. Städte von Kiel bis München warn dabei und mittendrin iss auch unsa Doatmund als ein Spitzenreiter und diese Top-Platzierung hat mich echt erstaunt.

Hallodrioho und krasse Malle-Mucke

Heute hört ja nich mehr jeder Radio denn spätestens seit es Internet gibt stelln sich imma mehr Menschen ihre eigene Musik zusammen und hörn nur die Mucke die sie wirklich hörn wolln und nich nur die monotone Rumtata-Bespaßung zwischen Reklame und verstotterte Verkehrshinweise. Dat klingt alles nur noch nach Radio Ackerfurche von hinterm Kölner Dom abba nich nachem Ruhrpott-Groove und darum kann ich gut verstehn datte dir heute viel lieber deine eigene Wunsch-Musik puzzelst. Bei Spotify im Internet geht dat zum Beispiel und die ham jetz ihre Zahlen mitte musikalische Vorlieben veröffentlicht.

Inne Studentenstadt Doatmund hättich ja eigentlich viel auf modernes Zeugs wie Rap und Hip Hop Getöse gewettet odda wegene Westfalenhallen-Konzerte wenigstens mit Rock und Pop abba damit habbich total falsch gelegen. Doatmund iss tatsächlich Hochburg für Schlager und Volksmusik musste ich da lesen! Zum Bedauern aller Doatmunda die mittem guten Musikgeschmack geboren wurden streamen sich die Leute hier im Städtchen Hallodrioho-Ach-wie-schön-sind-die-Berge-Schunkelmusik die man nur besoffen ertragen kann odda krasse Malle-Mucke auffe Geräte runter.

Dat hört auch mein Hund gerne

Dat iss ne Form von Musik die mein Hund auch gerne hört weil er da imma schön mitjaulen kann und bei unsa Omma dudelt auch den ganzen Tach übba Volkstechno-Herzschmerz-Geträller bei dem ich Ohrenbluten bekommen würde. Abba weder Hund noch Omma können Spotify bedienen. Die sind es also nich die uns den Ruf besorgten die Domäne für Ballermann-Touristen und Alpenjazz-Berieselung zu sein. Wer steckt hinter dem Trend iss für mich jetz die große Frage und vor allem will ich wissen ob vielleicht ansteckende Erreger dafür verantwortlich sind und ob es Gegenmittel dafür gibt.

Hömma, Fritz, ne alte Musikerweisheit lautet dat beim Jodeln die Stimme brechen muss und nich der Zuhörer. Auf dat wir niemals davon erwischt werden. Prost.

Günnas Antwort auf Hitzeperioden und den Klimawandel lesen Sie hier.
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