Nur 3 Prozent der Eltern sagen, ihr Kind habe ein digitales Gerät von der Schule erhalten. © picture alliance/dpa
Wie digital sind unsere Schulen?

Digitalunterricht in Dortmund – Eltern vergeben schlechte Noten

Bei der Digitalisierung der Schulen gibt es Rückstände. Das zeigen die Ergebnisse unserer großen Schulumfrage. Eltern aus Dortmund zeigen Schwachstellen auf: Davon gibt es aus ihrer Perspektive viele.

Wie geht es den Schulen in der Pandemie? Mit der Digitalisierung, mit dem Homeschooling, mit dem Distanzunterricht? Das waren zentrale Fragen, auf die unsere Redaktion Antworten finden wollte.

Wir befragten in einer großen, nicht repräsentativen Online-Umfrage Schüler, Eltern sowie Lehrer zu ihrer Wahrnehmung der Digitalisierung der Schulen. In Dortmund erhielten wir 548 Antworten auf unsere Fragen: 290 davon stammen von Eltern, verteilt über alle Schulformen und Jahrgangsstufen. Nicht alle Eltern haben dabei alle Fragen beantwortet – ein Überspringen war möglich.

Repräsentativ sind die Ergebnisse zwar nicht, aber sie geben ein Stimmungsbild ab. Quintessenz: Der Frust aufseiten der Eltern ist groß – durch die Bank weg in allen Schulformen.

Fehlende Geräte beim Homeschooling

Das beginnt bereits bei der digitalen Ausstattung der Schulen. 227 Eltern geben der Schule ihrer Kinder auf einer Skala von 0 bis 10 im Schnitt nur 5 Punkte – übersetzt in Schulnoten wäre das knapp „ausreichend“.

178 Eltern gaben an, ihr Kind habe kein digitales Endgerät von der Schule erhalten. 55 Eltern wissen, dass aber ein anderes Kind eines bekommen habe und nur 8 Eltern sagen, ihr Kind habe ein Gerät bekommen.

Mit nach Hause nehmen dürfen die meisten der Kinder das Gerät wohl nicht, obwohl der Unterricht zu Hause stattfindet. Das sagen 33 von 55 Eltern (60 Prozent), die diese Frage beantwortet haben. 235 von 290 teilnehmenden Eltern hat diese Frage übersprungen.

Vermittlung digitaler Kompetenzen: „mangelhaft“

Das W-Lan an Dortmunder Schulen lässt offenbar auch zu wünschen übrig: 19 Prozent von 231 Eltern sagen, es gebe gar keines. Die Mehrheit der antwortenden Eltern kann diese Frage jedoch gar nicht beantworten – 40 Prozent wissen darüber nichts, so das Ergebnis. Das wird womöglich daran liegen, dass laut der Eltern vor der Corona-Zeit „nie“ (34 Prozent) oder nur „selten“ (32 Prozent) digitale Hilfsmittel im Unterricht eingesetzt worden sein sollen.

Für die Vermittlung digitaler Kompetenzen verpassen 231 Eltern aus Dortmund den Schulen mit im Schnitt nur 4 von 10 möglichen Punkten ein „mangelhaft“. Den digitalen Unterricht der Lehrer bewerten 241 Eltern mit 5 Punkten mit gerade mal mit „ausreichend“.

Wichtige Voraussetzungen für erfolgreichen digitalen Unterricht ist aus Elternperspektive also demnach gar nicht gegeben. Die Schuld dafür geben die meisten aber nicht den Schulen – sondern sie sehen eher Versäumnisse der Politik.

Die Zahlen aus der Umfrage: 35 Prozent der hierauf antwortenden 231 Eltern ist der Meinung, die Schule ihrer Kinder tue genug, um digitalen Unterricht zu ermöglichen, weitere 16 Prozent beantworten diese Frage mit „eher ja“.

Rund 50 Prozent von 231 Eltern sind dagegen der festen Überzeugung, die Politik tue dies nicht – weitere 30 Prozent antworten auf diese Frage mit „eher ja“, sehen also ebenfalls eher Versäumnisse.

Auf die Frage, was sich Dortmunder Eltern von der Politik am meisten wünschen – hierbei waren Mehrfachantworten möglich – zeigen die 231 Teilnehmer gleich mehrere Handlungsfelder auf:

Es bedarf demnach neuer digitaler Konzepte (168 Teilnehmer meinen dies) und verpflichtender Fortbildungen für Lehrer (165 Teilnehmer), einer besseren Ausstattung (153 Teilnehmer), Endgeräte für alle Schüler (149 Teilnehmer), digitaler Schwerpunkte in der Lehrerausbildung (142 Teilnehmer) und schnellerer Internetverbindungen an der Schule (130 Teilnehmer).

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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