Dieter Weishaupt (80) kämpft für die Natur in Dortmund

dzBaumfällung

Dieter Weishaupt (80) möchte die Natur in Dortmund erhalten. Seit Monaten ist der Rentner mit dem Bauordnungsamt in Kontakt, um ein bestimmtes Bauvorhaben zu verhindern.

Brackel

, 13.10.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieter Weishaupt (80) ist verzweifelt. Seit Monaten kämpft der Rentner für den Erhalt einer Jahrzehnte alten Buche zwischen Hofgerichtsweg und Tymannstraße in Brackel. Die Buche steht zwar unmittelbar an der Grundstücksgrenze, soll aber einem neuen Bauvorhaben zum Opfer fallen.

Stadt Dortmund will die Fällung der Buche genehmigen

Auf dem Gelände, auf das Weishaupt von seinem Balkon blickt, sollen neue Häuser entstehen. Genauer gesagt, ein Komplex mit 24 Wohneinheiten.

Ganz zum Entsetzen der Anwohner am Hofgerichtsweg 23c: Für die geplanten Tiefgaragen soll die gesunde Buche weichen. Dort stehe sie schon seit mehr als 70 Jahren, sagt Weishaupt.

Diese Buche soll für ein Bauvorhaben weichen.

Diese Buche soll für ein Bauvorhaben weichen. © Irina Höfken

Sobald die Baugenehmigung für den Wohnkomplex erteilt sei, werde die Stadt Dortmund die Fällung der Buche genehmigen, sagt Stadtsprecher Christian Schön. „Neuer Wohnraum wird in der Stadt ja auch dringend gebraucht“, lautet die Begründung.

Die Buche, erklärt Christian Schön, stehe mitten auf dem Gelände, für das es einen circa 40 Jahre alten rechtsgültigen Bebauungsplan gebe. Zur Planaufstellung soll es die Buche noch nicht gegeben haben, entsprechend seien keine Schutzanforderungen vorgesehen.

Wie lange die stattliche Buche also schon zwischen Hofgerichtsweg und Tymannstraße thront, darüber gehen die Auskünfte von Anwohnern und Stadt deutlich auseinander. Die Stadt sagt: Der Baum ist nicht einmal 40 Jahre alt.

„Der planende Architekt hätte den Baum sicherlich selbst gerne erhalten, denn so ein stattlicher Baum hätte ja auch den zukünftigen Wohnstandort städtebaulich aufgewertet“, sagt Schön. Bedauerlicherweise sei aber eine Verschiebung der Gebäude mitsamt der Tiefgarage planerisch sowie wirtschaftlich unmöglich.

Ersatz-Bäume: „Das sind doch nur Tricks der Stadt“

Alle Nadelhölzer seien bereits gefällt worden und bald soll die Buche an der Reihe sein, beklagt Dieter Weishaupt. Seit Anfang des Jahres ist der Rentner mit der Bauaufsichtsbehörde in Kontakt, so lange läuft bereits das Baugenehmigungsverfahren der neuen Wohnhäuser.

Auch bei den Grünen in Brackel habe Weishaupt schon angerufen. „Alle haben Verständnis und wollen sich kümmern, mehr passiert aber auch nicht“, beklagt der 80-Jährige. Er aber wolle weiter für den Erhalt der Buche und die Natur in Brackel kämpfen.

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Für die Fällung werden in der Baugenehmigung entsprechende „Ausgleichsregelungen“ vorgesehen, sagt Stadtsprecher Schön. Dieter Weishaupt kann das nur wenig trösten: „Das sind doch nur Tricks der Stadt. Natürlich sind die Ersatzbäume gut für das Klima, nur haben wir hier nichts davon.“ Der Stadtteil Brackel sei zum Leben ideal, nur viel zu wenig grün.

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