Diese Grundschule nervt schon lange ihr schlechter Ruf, jetzt hagelt es Lob von ganz oben

dzSchulen in Dortmund

Seit zwei Jahren ist Jens Emanuelsson Grundschul-Rektor. Anfangs frustrierte ihn das negative Image seiner neuen Schule. Jetzt gibt es Anerkennung von ziemlich hoher Stelle.

Oestrich

, 06.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schulleiter Jens Emanuelsson hat eine neue Lieblingslektüre. Kein Buch, sondern einen dicken Ordner. „QA“ steht auf dem Rücken, die Abkürzung für „Qualitätsanalyse“. Und was darin zu lesen ist, geht sprichwörtlich runter wie Öl.

„Im Frühjahr war die Qualitätsanalyse der Bezirksregierung Arnsberg bei uns im Haus und wir haben nach einem Jahr gemeinsamer, fleißiger Arbeit sehr gut abgeschnitten. In vielen Qualitätskriterien haben wir die Bewertung ,vorbildlich‘ erhalten. Darauf sind wir alle sehr stolz“, berichtet der Rektor der Schragmüller-Grundschule in Oestrich.

Diese Grundschule nervt schon lange ihr schlechter Ruf, jetzt hagelt es Lob von ganz oben

Das ist die Kurzfassung des Qualitätsberichts der Schragmüller-Grundschule. Insgesamt lagen der Beurteilung 79 Bewertungskriterien zu Grunde. © Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW

Das dicke Lob von ganz oben, vom NRW-Ministerium für Schule und Bildung, tut dieser Schule mit ihren über 200 Schülern, die lange Zeit unter einem negativen Image gelitten hat, natürlich besonders gut. „Alles, was man über diese Schule im Internet fand, waren negative Schlagzeilen über Unterrichtsausfall“, so Jens Emanuelsson. Darüber sprach der Schulleiter bereits vor einem Jahr im Interview mit dieser Redaktion.

„Wir waren beeindruckt, was diese Schule alles bietet“

Den schlechten Ruf loszuwerden, dafür kämpfte Jens Emanuelsson quasi vom ersten Tag an zusammen mit seinem kleinen Team. Die Qualitätsanalyse, auch wenn sie viel Arbeit bedeutete, kam da im Grunde wie gerufen. 15 Konzepte verfassten der Rektor und das Kollegium und mussten am Ende selber staunen: „Wir waren beeindruckt, was diese Schule alles bietet.“ Allein das Schulprogramm hat ein Inhaltsverzeichnis von acht Seiten.

Die Dokumentation ist nur ein Teil der Qualitätsanalyse, der 79 Bewertungskriterien zum Lehren, Lernen und sozialen Miteinander an der Schule zu Grunde liegen. Zwei Tage war eine Dezernentin aus Arnsberg an der Schule, beobachtete den Unterricht und führte Einzel-Interviews mit Schülern (12), Eltern (12), allen Lehrern und Mitarbeitern sowie dem Schulleiter.

Diese Grundschule nervt schon lange ihr schlechter Ruf, jetzt hagelt es Lob von ganz oben

Auf das umfangreiche Schulprogramm, das die Schragmüller-Schule für die Qualitätsanalyse zusammenfassen musste, ist Jens Emanuelsson besonders stolz. © Beate Dönnewald

„Jedes Kind ist willkommen, wird so genommen, wie es ist“

Auch die Interviews sind Bestandteil des Qualitätsberichts, unter anderem kann man diese Zitate lesen: „Nette Lehrer, die uns helfen, bei Problemen können wir immer mit unseren Lehrern sprechen“ (Kinder); „Jedes Kind ist willkommen, wird so genommen, wie es ist, mitsamt Familie, man fängt auf, Unterricht fällt nicht aus“(Eltern); „Wir arbeiten mit Herz, soziales Miteinander, angenehme wertschätzende Lernatmosphäre“ (Lehrer).

Über den Schulleiter heißt es zum Beispiel: „Kinder lieben ihn, da er sie ernst nimmt, ist menschlich und nahbar, nimmt nicht alles persönlich“ (Eltern), „Liebevoll zu den Kindern, fachlich kompetent, er ist immer da, unterstützt uns“ (Lehrer).

Team-Sitzungen finden sogar in den Sommerferien statt

Keine Frage, dass Jens Emanuelsson gerne im Qualitätsbericht blättert. „Ab und zu gucke ich rein, wenn es mir nicht gut geht, oder mir etwas auf den Keks geht.“ Vor allem freue er sich aber für sein Kollegium, dass dessen Engagement und Einsatz auf diese Weise Anerkennung gefunden hat.

Tatsächlich treffen sich die Lehrer sogar in den Ferien zu Team-Sitzungen, wie an diesem Ferien-Dienstag die Klassenlehrerinnen Annkatrin Schüth (29) und Janina Harbecke (30) sowie die neue Konrektorin Britta Hördemann. Letztere erzählt, dass sie unbedingt an diese Schule wollte – wegen des engagierten Kollegiums. Der Ruf der Schule ist ganz offensichtlich schon vor der Qualitätsanalyse gestiegen.

„Das haben wir noch an keiner anderen Schule erlebt“

„Die enge Zusammenarbeit, wie sich hier alle für die Kinder einbringen, das haben wir so noch nicht erlebt“, sagen die beiden jungen Lehrerinnen. „Ich empfinde den Zusammenhalt hier untereinander fast familiär“, so Janina Harbecke.

Auf seinen Lorbeeren will sich das Kollegium nicht ausruhen, doch nach dem Kraftakt der vergangenen Monate wolle man nun kleinschrittigere Ziel verfolgen, zum Beispiel die vorhandenen Konzepte vernetzen und noch mehr auf Rückmeldungen der Schüler achten. Das empfiehlt der Qualitätsbericht.

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